[Rezension] Mercedes Lauenstein - Nachts

captain cow | Samstag, 24. Oktober 2015 | / / |

Erschienen im Aufbau Verlag | Goodreads

“Nachts” ist eine bunte Ansammlung von Episoden, die sich, wie der Titel vermuten lässt, alle nachts abspielen. Dabei erfährt man nur schrittweise etwas über die Hauptfigur und Ich-Erzählerin, viel mehr aber über die Menschen, bei denen sie nachts Licht sieht und die sie besucht. Da sind alle Altersklassen und Personentypen vertreten: junge und alte Menschen, Männer und Frauen, aus unterschiedlichsten sozialen Schichten und mit unterschiedlichsten Gründen für ihr nächtliches Wachsein. Ich fand es beim Lesen besonders spannend mit der Hauptfigur Wohnung für Wohnung zu entdecken und dann einen Ausschnitt aus der Lebensgeschichte dieser Menschen mitzubekommen.

Stilistisch schreibt die Autorin dabei sehr schön, sehr authentisch und in einem guten Maß aus Dialog und Beschreibung. Mir wurde das Buch nie langweilig, auch wenn ich mich gerade am Anfang öfter gefragt habe, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Irgendwann fand ich diese Idee den Roman in Episoden zu schreiben aber ziemlich gut, denn selbst wenn keine große zusammenhängende Geschichte daraus wird, wird das Buch nicht langweilig.

Das Buch habe ich oft gelesen, wenn ich selber nachts nicht schlafen konnte und mich dabei zwischen den Seiten wunderbar aufgehoben gefühlt. Es war schön zu sehen, dass es da auch noch andere Seelen gibt, von denen manche die ruhige Einsamkeit zu dieser Zeit gerade gut finden, während andere gerne die Augen zubekommen und einfach entschlummern würden.

Von mir eine klare Empfehlung für diesen Roman, für alle die nachts nicht schlafen können aber auch solche, die es können und mal etwas mehr über die Magie der Nacht erfahren wollen.


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