[Rezension] Tammara Webber - Easy

grass-harp | Montag, 8. Juni 2015 | / / |
Contemporary New Adult Contours of the Heart #1 goodreads
Paperback, 321 Seiten; Penguin

“Easy” hat meinen Glauben ins NA Genre wieder ein bisschen hergestellt. Es geht um Jacqueline, die von einem Bekannten fast vergewaltigt wird, aber von einem Passanten glücklicherweise gerettet wird. Danach sieht sie ihren Retter erstaunlich oft in der Uni, im Café, etc. – und findet seine mysteriöse Art irgendwie anziehend. Nebenher muss sie irgendwie mit der Trennung von ihrem Ex klarkommen.

Aber da seht ihr es auch schon, mit manchen Klischees kann das Buch auch nicht aufräumen, so das altbekannte Schema des Bad Boys mit der geheimnisvollen Vergangenheit. Harter Kerl mit weichem Kern, blablabla. Da musste ich an manchen Stellen schon manchmal mit den Augen rollen, weil es so offensichtlich war.

Aber es gibt auch einige Sachen, die mich mit dem Buch versöhnt haben. Sexismus kommt hier nicht vor, es wird kein doofes Verhalten verherrlicht. Eher im Gegenteil, es wird kritisch als solches behandelt (in diesem Buch vor allem um das Thema Vergewaltigung). Außerdem kommt Sex vor und das in Abstufungen. Es wird deutlich gemacht, dass es nicht gleich „Hose runter und los“ sein muss, selbst wenn man sich gegenseitig zum Niederknien findet, sondern man einander manchmal langsamer vertraut wird.

Außerdem geht das Buch leicht runter. Es ist einfach geschrieben, man kann unkompliziert durchschmökern und die Hauptfigur ist schon etwas älter und geht aufs College, sodass ein paar andere Komplikationen (Entfernung von den Eltern, etc.) thematisiert werden. Leider stand mir hier das ganze Liebes-Hin-und-Her zu sehr im Vordergrund, aus manchen Problematiken hätte man eindeutig mehr machen und somit das College Umfeld etwas realistischer erscheinen lassen können. Es wird zum Beispiel gesagt, dass Jacqueline total viel lernt wenig Zeit hat, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass sie totalen Stress hat und sich das auf ihre Stimmung auswirkt. Auch ihre Leidenschaft zur Musik konnte ich nicht nachvollziehen, die fühlt sich sehr vorgeschoben an. Hier hätte ich mir mehr Einbindung des Themas in ihre Gedanken vorgestellt und nicht einfach, dass erwähnt wird, dass sie mal Kontrabass übt und ein bisschen Unterricht gibt, ihr Traum aber trotzdem ist, in einem bekannten Orchester zu spielen.

„Easy“ ist also ein okayes Buch, bei dem ich beim Lesen Spaß hatte und das nicht so kolossal gegen die Wand fährt wie viele seiner Genregeschwister. Ganz überzeugen konnte es mich aber trotzdem nicht.

Kommentare:

  1. Ich finde es wirklich beeindruckend, dass es inzwischen so viele NA Bücher gibt und nur so wenige es so richtig machen wie Fangirl oder deutsche Vertreter. Das kann doch nicht so schwer sein. Gerade wenn man kein Teenager mehr ist, geht es doch eben nicht mehr nur um Sex und Liebe o.O Aber immerhin scheint Easy schon mal Hopeless zu toppen xD

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ja, finde ich auch. Und irgendwie auch traurig :/
      Eben, das wirkt immer so platt wenn es nur darum geht. Wenn Liebe wenigstens mal facettenreich und schwierig und sonst irgendwie beleuchtet werden würde, wäre das ja auch vollkommen okay, aber es bleibt meistens nur bei Annährung und Oberflächlichkeit :(

      Löschen