[About Books] NA, das ist doch nervig

grass-harp | Samstag, 20. Juni 2015 | / |

College, von zu Hause weg, auf eigenen Beinen stehen und das Leben von einer anderen Seite kennenlernen: An sich sind New Adult Bücher total reizvoll, die „ältere“ Version von Young Adult Büchern mit neuen Problemen und neuen Wundern und neuen aufregenden Dingen. Leider ist das aber selten tatsächlich der Fall, oft geht es nur darum den perfekten, geheimnisvollen Bad Boy aus Kurs x zu gewinnen (obwohl der ja meistens eh auf die Hauptfigur steht) oder seine schreckliche Vergangenheit zu ergründen. Schön und gut, sowas kann spannend sein, aber nach zwei bis drei Mal habe ich auf so etwas auch keine Lust mehr. Ganz besonders nicht, wenn die Figuren scheinbar nichts zu lernen haben, Slut shaming vom feinsten betrieben wird, die Kapitel vor Sexismus strotzen und nichts außer dem Geplänkel der beiden Hauptfiguren passiert.

Natürlich gibt es auch ein paar bessere Varianten, aber selbst die konnten mich meistens kaum vollständig überzeugen, zum Beispiel „Easy“. Ich hab Ewigkeiten gebraucht, bis mir – vor ein paar Tagen – endlich aufgefallen ist, was mich neben diesem ganzen Mist auch stört: Und das sind die fehlenden Details, die das ganze lebendiger und glaubwürdiger machen. Ich kenne unendlich viele Leute, die extrem unsicher sind was sie mit ihrer Zukunft anfangen sollen und mir ging es auch längere Zeit so, den meisten Figuren in diesen Büchern aber leider nicht. Ich würde gerne mehr lesen über dieses manchmal erdrückende Gefühl, dass man sich für etwas entscheiden MUSS, oder diese Bewusstheit, dass einem so viele Türen offen stehen und man eigentlich keine großen Fehler machen kann. Oder was ist mit den ersten Mitbewohnern? Wenn man sich anschweigt und das Gefühl hat, man wohnt mit Geistern zusammen, von denen man immer nur das dreckige Geschirr in der Spühle stehen sieht (und das, nebenbei gesagt, eklig findet und sich wünscht, die anderen würden die gleichen Vorstellungen von Sauberkeit wie man selbst haben)? Oder andersherum, wenn man Leute ganz anders kennenlernt, weil man mit ihnen zusammenwohnt und sie einen nach einem ätzenden Tag aufmuntern können, aber trotzdem viel zu laut Musik hören oder immer die Teebeutel im Abguss liegen lassen?

Natürlich muss es nicht ausschließlich um so etwas gehen, aber mir fehlt einfach die Echtheit. „Just One Day“ kriegt die Zukunftsangst ganz gut beschrieben, ebenso „Serienunikat“, „Allee der Kosmonauten“ und „Nacktschnecken“. In „Und alle so yeah!“ strolcht die Hauptfigur durch eine unordentliche WG und fährt in den Sommerferien einfach mal mit Freunden durch die Lande. In „Fangirl“ liest man über diese krasse Umstellung und wie viel Angst das machen kann und wie man sich langsam an seine neue Dorm-Mitbewohnerin herantastet. Ätzende, stressige WG-Suche wird in „Serienunikat“ ebenfalls thematisiert und die Arbeit neben dem Studium, weil man sich sonst eben nicht alles leisten kann. „Allee der Kosmonauten“ fühlt langjährigen Schulfreundschaften, die bis in die zwanziger oder dreißiger bestehen auf den Zahn. Es gibt also Bücher, die das alles ganz prima machen und sich deshalb auch viel echter anfühlen. Es funktioniert also irgendwie.

Aber warum geht es dann in den „großen“ amerikanischen New Adult Romanen trotzdem meist nur um den heißen Kerl von nebenan, wenn dieser Lebensabschnitt so so so viel mehr zu bieten hat? Warum kann man nicht die überdramatische Vergangenheit mal streichen und andere Inhalte zum Hauptproblem machen? Ich will gar nicht sagen, dass ich nicht auch über psychische Probleme oder heftige Schicksale lesen will, aber dann sollen sie bitte auch vernünftig behandelt werden und nicht nur benutzt werden, um eine Figur attraktiver oder bemitleidenswerter zu machen.

Wie geht es euch damit? Fändet ihr sowas auch gut oder würdet ihr euch langweilen bei solchen eher alltäglichen Geschichten?

Kommentare:

  1. Ich kann mit solchen diesen (Erotik-)New Adult-Büchern nichts anfangen, aber das liegt zum Teil wohl auch daran, dass ich auf Romantik und Erotik gut verzichten kann in Büchern. Ich glaube aber auch, dass mir so alltägliche Geschichten einfach zu... alltäglich wären :D Ich will lieber fremde Welten erkunden als mich in Büchern mit Problemen rumzuschlagen, die ich eh schon habe. Auch wenn sowas natürlich auch aufmuntern kann, wenn es im Buch gut ausgeht.

    (Was ich ganz gut finde im NA-Bereich, ist die Seven Deadly Sins-Reihe von Amelie Fisher. Das sind jeweils Stand-Alones, die aber alle irgendwas miteinander zu tun haben. Man kann sie aber eben auch einzeln lesen :) Das Prinzip ist immer das gleiche: Eine "schlechte" Person wird aus irgendeinem Grund an einen anderen Ort geschickt, lernt dort die große Liebe kennen und wird zum besseren Menschen. Total banal, aber die Entwicklung der Protagonisten ist so toll beschrieben. Ansonsten würde ich die Bücher wahrscheinlich auch nicht mögen... Aber hier geht es um mehr als den heißen Kerl nebenan.)

    Sonst habe ich NA bisher vermieden und nichts weiter gelesen. Und ich glaube, das wird auch erstmal so bleiben. Man sieht ja auch immer nur dieselben Cover: Ein verschlungenes Pärchen oder nackte Körperteile in Nahaufnahme, und sowas schreckt mich total ab. Gibt es eigentlich New Adult Fantasy? Für mich hat das immer diesen Studenten-Charakter, aber ich kenn mich auch gar nicht aus in dem Genre.

    Liebe Grüße
    Nicole ♥

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    1. Das kommt natürlich auch auf den allgemeinen Lesegeschmack an, das stimmt - ob man solche alltäglicheren Sachen lesen will oder lieber in fremden Welten verschwindet :D Die Probleme müssen ja lange nicht die gleichen sein, wie die, die man selbst hat und ich genieße es immer, irgendwie eine andere Sicht auf die Welt zu kriegen oder irgendwelche Schwierigkeiten/etc. mal durch andere Augen zu erfahren (das ist für mich dann auch wie eine fremde Welt), aber ich kann auch verstehen, wenn man lieber etwas ganz anderes lesen will.
      Das komische ist, dass die meist guten NA Bücher mit Hauptfiguren in den Zwanzigern irgendwie nicht als solches vermarktet werden, habe ich das Gefühl. Da muss man dann immer in anderen Abteilungen suchen gehen usw.

      Lettersalad hat es weiter unten schon geschrieben und ich hab es auch gerade erst beendet, "A Court of Thorns and Roses" von Sarah J. Maas ist so etwas wie New Adult Fantasy. Ich fand die "Graceling"-Reihe von Kristin Cashore auch relativ New Adult, obwohl es natürlich High Fantasy ist und da nichts mit Studieren und so ist. Wirklich viel ist mir in dem Bereich aber auch leider nicht bekannt, wäre aber total interessant.

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  2. Es geht mir da genauso wie dir, weshalb ich mich von NA meistens fern halte. Das ganze Genre machte von Beginn an diesen Eindruck, dass es sich bloß um Erotik für Leser in den 20ern handelt. Dabei fänd ich es toll, wenn endlich auch mal andere Probleme angesprochen würden, denn die 20er sind doch mitunter die prägendsten Jahre unserers Lebens, wo sich so viel verändert und so viel Neues hinzukommt :)
    Wobei ich diesen fehlenden Realitätsbezug auch bei YA doof finde. Kaum jemand hat Probleme in der Schule, zumindest nicht, was den Unterricht betrifft. Angst vor Prüfungen oder dass man eventuell nicht versetzt wird oder nicht das studieren kann, was man gerne möchte etc. Das sind doch ganz zentrale Probleme, mit denen so ziemlich jeder konfrontiert wird.

    @Nicole
    Ich habe gerade A Court of Thorns and Roses gelesen, das könnte man New Adult Fantasy zuordnen :)

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    1. Jaa, das ist so ätzend. Bei YA fällt mir das auch immer und immer mehr auf, dass mir da die Details fehlen, aber ich habe immer noch das Gefühl, dass es da mehr Themenvielfalt gibt, die bei NA irgendwie (noch) nicht angekommen ist. Ich hab einfach die Hoffnung, dass sich das Genre noch ein bisschen entwickelt und da mehr ankommt. Ansonsten müssen wir wohl eher zumeist bei den nicht amerikanischen Autoren bleiben, die da scheinbar ein bisschen mehr auf die Reihe bekommen (zB bei "Serienunikat" ist dieses Zukunftshinundher und das alles andere als perfekt im Studium sein ganz gut mit drin, finde ich -- und "Nacktschnecken" kann ich dir für das irgendwie Kompromisse wegen seiner eigenen Zukunft machen, weil nicht immer alles so klappt wie es soll, empfehlen)

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  3. Habe mich bisher noch nicht wirklich an New Adult herantasten können. Zum einen da ich ohnehin nicht sooo gerne Contemporary lese und zum anderen aus eben den Gründen die du oben beschreibst. Genau diese Punkte las ich schon so häufig aus Rezensionen heraus. Schon alleine dadurch macht das Genre einen recht oberflächlichen und simplen Eindruck auf mich (kann auch sein dass ich mich hier täusche, hab ja schließlich noch nichts gelesen). Ich warte einfach mal ab ob es irgendwann mal NA mit Fantasy-Parts gibt :D

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    1. Wenn man eh nicht so gerne Contemporary liest, dann gibt's in dem Bereich ja irgendwie auch ziemlich wenig bis gar nicht, soweit ich das bisher mitbekommen habe. Also NA Fantasy oder so :/ Es gibt, wie gesagt, ein paar Schätze, die da wirklich was liefern können, aber ansonsten finde ich es auch bisher sehr oberflächlich. Ich hoffe, das liegt nur daran, dass das Genre noch so neu ist und es sich noch ein bisschen weiterentwickelt :]

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    2. Naja, ich sehe es nicht ganz so eng, sollte sich das Genre nicht noch weiter entwickeln :) Es ist ja nicht so als gäbe es keine Bücher mit Protagonisten über 20. Die schwirren einfach so ganz normal unter den Genres "Fantasy" oder "Sci-Fi" usw herum. Wahrscheinlich hat es NA nur geschafft eine gewisse Lücke für Contemporary zu schließen.

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    3. Ja das stimmt, die Bezeichnung wird für andere Genres noch nicht so oft verwendet. Ich kenne allerdings auch nicht sooo viele NA Fantasy oder Sci Fi Bücher (also mit Protagonisten in dem Alter), hast du ein paar Tipps für mich?

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  4. Also ich muss sagen als ich von dem neuen Genre New Adult gehört hatte war ich begeistert.
    Jugendromane sind toll aber auf die Dauer hatte ich dann auch keine Lust mehr von 15 jährigen zu lesen, die die Welt retten, weil lasst uns mal ehrlich sein: das ist eigentlich recht unwahrscheinlich...
    Bei New Adult dachte ich dann: endlich mal ein Genre wo man stöbern kann und die Protagonisten eher in meinem Alter sind (21). Dann musste ich aber leider feststellen, dass die meisten NA Bücher Liebesschnulzen sind (ist ja so für sich nicht schlimm, les ich auch ab und an mal aber halt nur ab und an.)
    Dies hat mich dann aber leider etwas abgeschreckt und ich hoffe einfach nur, dass sich das Genre weiter entwickelt und "ausbreitet", so dass man auch mal einen guten NA SciFi Roman zu lesen bekommt :)

    LG Lena!

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    1. Jaaa, genau so ging es mir auch. Es gibt zwar auch mal interessantes über 15-jährige, aber manchmal wäre etwas anderes doch auch schön. Geht mir exakt genauso, die Hoffnung habe ich auch noch. NA SciFi kenne ich leider bisher gar nicht (fände ich aber furchtbar toll!), kann man nur hoffen, dass das noch kommt. Eventuell könnte man sogar "The Bone Season" als NA SciFI + Fantasy betiteln, da war die Hauptfigur auch ein wenig älter, aber studieren oder so war trotzdem nicht drin. Warten wir mal ab, wenn ich etwas entdecke, stelle ich das hier bestimmt irgendwie mal vor.

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    2. Ich war mal auf die Suche gegangen nach NA SciFi und hatte auch ein paar gefunden: http://dog-eared-book.tumblr.com/post/115652563765/so-i-was-searching-for-new-adult-na-dystopian
      gelesen habe ich davon noch keine... aber bei Gelegenheit werd ich das mal in Angriff nehmen!

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    3. Danke, das ist hilfreich! Hab aber ehrlich gesagt von keinem der Bücher bisher etwas gehört. Muss ich mir mal genauer angucken :D

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    4. ich vorher auch nicht XD
      glaube das sind auch fast alle self published Bücher...

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  5. Ich kann solchen Büchern gar nichts abgewinnen. Ich habs ja mal mit "Rush of Love" probiert und meine Güte war das grottig. Defintiv nicht mein Genre. Auch finde ich, dass wie du sagst, sich alles inhaltlich irgendwo wiederholt. Dafür muss ich nicht mal die Bücher lesen, der Klappentext reicht mir da schon ;P

    Liebe Grüße,
    Tina

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    1. oh, ist das von Colleen Hoover? Ich hab von ihr nur Hopeless gelesen und war davon so angenervt, dass ich auch nichts mehr von ihr probieren will :/
      Eben! Es gibt echt Ausnahmen (oben genannt), aber wie gesagt leider eher im Deutschsprachigen Raum. Kann man nur hoffen, dass sich das noch ändert. Aber ansonsten kommt mir bei den Klappentexten nach ein paar Sätzen teilweise schon das Augenrollen, da schone ich mich dann auch lieber und schlage das Buch gar nicht erst auf.

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    2. Rush of Love ist von Abbi Glines. Macht es irgendwie aber nicht besser :D

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    3. Oh, danke! Ich haue die irgendwie immer alle in einen Topf :D

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  6. Für einen Moment hab ich gedacht, als du die fehlenden Details meintest, dass es dir mehr darum geht, dass kaum was beschrieben wird. Das wirklich so durch die Handlung durchgehuscht wird und mehr als das Aussehen des Helden nicht von Interesse zu sein scheint. Aber stimmt, die anderen Details fehlen auch. Ich erinnere mich dran, dass ich mich oft gefragt habe, was mit den Freunden aus der Schulzeit geworden ist. Ich hab auch in ner anderen Stadt studiert, bin weggezogen, war im Ausland, und dennoch hab ich den Kontakt zu meinen Freunden aufrecht erhalten. Manchmal kommt es mir so vor, als hätten alle Heldinnen einfach alle Brücken hinter sich zerstört und wären plötzlich in der Uni aufgetaucht. Ich mochte NA als Genre eigentlich, weil ich endlich etwas hatte, womit ich mich identifizieren konnte. Auch wenn viele NA Bücher aus nem anderen Kulturraum kommen, aber stattdessen sind sie irgendwie abgedreht :/

    Liebe Grüße

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    1. Ja, das stimmt. Und selbst dass man plötzlich keinen Kontakt zu den Leuten mehr hat, kann ja passieren, aber irgendwie frisst das meiner Meinung nach mehr an den meisten Leuten, als es in NA Büchern der Fall ist. Total schade, dass auf diese vielen Veränderungen so so wenig eingegangen wird :/

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  7. Ich weiß genau, was du meinst und sehe es teils ähnlich. Letztlich erwarte ich aber auch einfach nicht mehr von diesen Büchern als seichte Lektüre. Wenn das wahre Leben mit Uni, eigener Wohnung und Nebenjob stresst, lese ich ich lieber etwas plumpes, meinetwegen mit Liebe und Sex - da sieht man den Kontrast zwischen (amerikanischer) Traumwelt und Realität noch viel mehr, wenn man selber drinsteckt. Aber wie gesagt, mich heitern solche Bücher meist auf.

    Wenn du ein Buch lesen möchtest, das in diesem Genre hervorsticht, solltest du dir mal "Caroline & West" ansehen. Gerade der erste Teil geht sehr in die Tiefe und ist meiner Meinung nach etwas ganz besonderes - nicht nur vom Schreibstil her, sondern auch vom Inhalt, der viel mit Selbstfindung und dem echteren Unileben zu tun hat. Auch mit Kontrasten wird gearbeitet und es geht um Rachepornographie und dessen Folgen, was sehr gut umgesetzt wurde.

    Liebste Grüße,
    Marie

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    1. Ja, auf die Erwartung kommt es natürlich auch an. Ich finde es ja auch nicht schlimm so etwas zu lesen, nur irgendwie wäre es schön wenn es die oberflächlicheren Spaß-Bücher gäbe, die anderen aber auch.
      Danke für den Tipp, das gucke ich mir noch mal an. Hab noch nie etwas davon gehört. Rachepornographie klingt ziemlich krass.

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    2. Das stimmt, und ich denke, es gibt sie auch, nur dass sie in der Masse der oberflächlichen Büchern einfach untergehen.

      Ja, das ist auch ziemlich krass. Gerade das Nachwort der Autorin hat das noch einmal gezeigt, aber auch im Buch wurde das ziemlich gut rübergebracht. Was die Protagonistin da teils über sich ergehen lassen muss, nur weil sie einmal den Fehler gemacht hat, Sexfotos aufzunehmen, die ihr (Ex)Freund dann gegen sie verwendet hat, ist schon heftig. Klar, kann man sagen, dass es ihre Schuld ist, wenn sie solche Fotos von sich aufnehmen lässt, aber das rechtfertigt eben einfach nicht die Folgen (teils wird sie von fremden Männern angerufen, die ihr drohen, sie zu vergewaltigen und und und & das schlimme ist, dass das tatsächlich die Realität ist). Schon sehr heftig, aber eben auch wichtig, mal darüber zu lesen.

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  8. Mein Gedanke dazu ist, dass die Bezeichnung "New Adult" etabliert wurde, damit man ja nicht Romance, Erotic oder andere Begriffe nehmen muss, obwohl es das eben in 90% der Fälle ist. Keiner will mehr diese Heftchenromane lesen, das ist was für Omas. Aber die typischen Inhalte wollen die Leserinnen ja dann doch, es soll bloß etwas moderner sein *g*

    Mich stören die angesprochenen Punkte auch sehr, deswegen lese ich derzeit auch fast kein NA, ich habe auch den YA-Bereich ziemlich abgeschworen. Die High Fantasy finde ich einfach besser, da werden Identitätskonflikte usw. aufgegriffen und es geht eben nicht darum, dass man sich endlich mal traut den Jungen anzusprechen, der in Wahrheit schon lange ein Auge auf die Protagonistin geworfen hat.

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    1. Hahaha, da hast du auch wieder recht. Neuen Namen geben und schon passt das x)

      Ja in High Fantasy kommt das auch öfter vor, das ist oft sehr gut verpackt. Ich mag das auch ab und an, oft habe ich aber auch Lust über eben diese Konflikte usw. in unserer Welt zu lesen und dann muss man echt ein bisschen suchen.

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  9. Und genau das ist der Grund, warum ich von Mainstream-NA weg bleibe; es interessiert mich auch gar nicht wirklich, wenn da mal wieder eine Protagonistin auftaucht, die hübsch ist, aber denkt, sie sei nicht hübsch und dann ist da der gutausehende Kerl ... Ist doch auch immer das Gleiche und im YA-Bereich haben wir das ja auch, nur jünger. Ich find's auch etwas unrealistisch? Nicht nur, weil sich das 0% mit meinem Leben deckt, sondern weil es in den Leben der meisten Menschen doch noch so viel mehr gibt: Sport, Freunde, Dissertattions- und Essaypanik - ein bisschen sind das ja auch die Details, die du angesprochen hast. :)

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    1. Jaaa ist schon sehr unrealistisch und ätzend. Du hast in letzter Zeit mehr indie/selbstpublizierte Bücher gelesen oder? War da was dabei?

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    2. Nee, das meiste ist immer nich regulär publiziertes Zeug und auch kein NA. :(

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  10. Ich weiß nicht, ob ich überhaupt schon mal ein 'normales' aka Contemporary NA gelesen habe. Contemporary ist ja eh nicht so meins. Ich will nämlich gar nicht über jemanden lesen, der Probleme hat, eine WG/Wohnung zu finden. Oder über jemanden, der nicht weiß, wie es genau weitergehen soll. Danke, das hab ich schon am eigenen Leib erfahren und möchte mich da nicht wirklich gerne wieder reindenken müssen. Wenn ich lese, möchte ich weg aus meiner eigenen Realität - lieber eine fantastische Welt erkunden oder auf Weltreise gehen, als mehr oder minder in meinem eigenen Alltagstrott zu versumpfen. Das ist aber halt die Meinung eines Fantasyjunkies ^^ .

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    1. Najaa, es muss ja nicht unbedingt exakt gleich sein, es gibt ja so viele Schwierigkeiten oder Leichtigkeiten, die man haben kann, dass das auch ganz anders sein kann, als man es selbst erfahren hat. Aber dass fremde Welten einen großen Reiz verströmen, kann ich auch gut verstehen :)

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    2. Ich weiß, aber irgendwie will ich damit nicht konfrontiert werden. Da könnten mir dann ja wieder Dinge aufgezeigt werden, die mich an mir selbst zweifeln lassen könnten. Vielleicht brauche ich einfach noch ein bisschen mehr Abstand. Contemporary YA geht mittlerweile ja auch hin und wieder ;)

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  11. Dass ich deine Gedanken so unterschreibe, muss ich ja nicht mehr groß erklären :)
    Ich finde es schade, dass viele diese sexyschmexy NA-Romane lesen, davon enttäuscht sind und sich dann von dem Genre fernhalten. Es gibt ja durchaus ein paar Diamanten, die genau das bieten, wonach sich manche von uns Mitte-Zwanzigern sehnen, aber wenn man einen Softporno nach dem anderen serviert bekommt, vergeht einem die Lust und man schert schnell alles über einen Kamm.

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    1. Stimmt :D
      Ja, da hast du recht. Dass solche Sachen total spannend sein können, hat ja zB auch Nacktschnecken beweisen können. Und irgendwie finde ich es auch schön, wenn man einem ein Buch ein Gefühl gibt, dass man nicht alleine mit sowas auf der Welt ist (auch wenn man das eh meistens weiß), bzw. man sich dadurch irgendwie verstanden fühlt? Sowas sollte öfter passieren.

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    2. Es ist auch interessant zu sehen wie andere mit solchen Situationen umzugehen. Es ist eine Sache zu wissen, dass man nicht allein ist und die andere ist, dass man sich vielleicht was abguckt oder froh ist, dass man sich nicht allein so dämlich angestellt hat ;)

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    3. Jaaa, das stimmt, abgucken ist auch eine tolle Sache.

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  12. Ich bin ja ein grosser NA (auch Romance) Fan, mich nervt es nur, wenn es plötzlich nur noch um Sex geht; ich muss da echt nicht über zehn Seiten hinweg en detail beschrieben bekommen, wer jetzt auch nur mit der Kuppe des kleinen Fingers über welche Körperstelle streift. (Find ich eher irritierend, wenn eine erzählende Protagonistin dann noch euphorisch kundgibt, dass "mich durchlaufen wohlige Schauer, als er nur schon mit seinen Fingernägeln sachte durch meine Ellenbeuge fährt" oder Ähnliches <- da wundere ich immer wieder, dass noch keine Protagonistin vom echten Orgasmus später dann buchstäblich in Stücke gerissen worden ist. *lol*)

    Ansonsten stört es mich auch häufig, dass beide "Paar-Bestandteile" zumeist was Schlimmes durchgemacht haben müssen; ich fand "Easy" beispielsweise nun auch gar nicht so toll wie immer behauptet wird; ich fand Lucas' Hintergrundgeschichte da zu aufgesetzt.
    Manchmal habe ich da auch viel zu sehr das Gefühl, dass Menschen mit "schlimmer Vergangenheit" nur mit Menschen mit ebenfalls schwierigerem Hintergrund zusammen kommen können, weil "geteiltes Leid ist doppelte Liebe" oder so ähnlich.

    Ich meine aber festgestellt zu haben, dass in letzter Zeit immer häufiger YA Romane tatsächlich diese "Was mach ich nach dem Abschluss, wo soll mich mein Leben hinführen und krieg ich das mit dem Erwachsensein überhaupt hin?"-Thematiken behandeln. Da finde ich es aber auch wiederum ein wenig traurig, dass sich grad frisch in der Pubertät Angekommene schon so sehr den Kopf zerbrechen müssen, und habe auch ein wenig Angst, dass sich die ganze soziale Entwicklung tatsächlich dahingehend verschiebt, dass man beispielsweise in absehbarer Zeit zum Ende der Grundschule hin schon die ersten Bewerbungskurse durchlaufen und klar sagen können muss, was man definitiv nach der Matura machen will.
    Dass die ganzen NA-Studenten mit der kompletten Selbstfindungs- und Orientierungsphase dann halt tatsächlich einfach schon durch sind. (Hab auch erst kürzlich einen Roman gelesen, in dem explizit erwähnt wurde, dass eine eigentlich völlig irrelevante Nebenfigur tatsächlich sogar zwei Mal ihren Hauptstudiengang gewechselt hätte, während alle Anderen ihr vormals geplantes Studium natürlich absolviert hatten und keiner auch nur ein einziges Mal gewechselt hatte. Das hatte da irgendwie auch so einen schalen "Der hatte doch vorher jahrelang Zeit zu überlegen, was er nun wirklich machen will!"-Beigeschmack.)

    LG,
    Tanja

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  13. Jaaa, genau das meine ich! Ich meine gut, jede_r kann andere errogene Zonen haben und wenn man im Ellenbogen so darauf abgeht, finde ich das auch okay, aber irgendwie stimmt das Maß im Vergleich zu Beschreibung anderer Dinge manchmal einfach nicht.

    Ging mir genauso. Wie gesagt, ich finde es gar nicht schlimm, mal über problematische Vergangenheiten zu lesen, ist ja auch wichtig und interessant, aber in dem Übermaß ist mir das zu viel, vor allem weil es sich oft so konstruiert anfühlt.

    Das stimmt ,in YA wird das auch öfter mal behandelt. Aber selbst wenn man sich entschieden hat und dann was anfängt, fehlt danach irgendwie dieses Unsicherheitsstadium in Büchern/NA, also dass so eine Entscheidung nicht für immer gelten muss, dass man vielleicht sieht, dass der Studiengang/Ausbildungszweig doch nichts für einen ist.

    Schade, ja, das glaub ich dir, dass das so einen komischen Beigeschmack dadurch hatte. Ich finde es auch irgendwie komisch, es wird durch diese Abwesenheit von alltäglichen Schwierigkeiten (Alltäglich im Sinne von nicht überdramatisch aber trotzdem schwierig) so ein bisschen das Bild vermittelt, dass man, wenn man sich eben doch umentscheidet oder sich unsicher ist, abweicht vom Normalen und eben nicht so "diszipliniert" oder sonst was ist. Das finde ich traurig, es ist ja genauso normal zu wechseln und was anderes zu machen und irgendwie fände ich es schön, wenn man da auch sehen würde, dass so etwas einen glücklich machen kann.

    Danke für deine Meinung zu dem Thema! Hast du eigentlich ein paar Lesetipps oder so für Romane, die da in eine bessere Richtung gingen oder bist du auch auf der Suche?

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