[Rezension] Stephanie Perkins & Co. - My True Love Gave To Me

grass-harp | Sonntag, 4. Januar 2015 | / / |
Anthologie - goodreads
Hardcover, 355 Seiten; MacMillan Children's Books

“My True Love Gave To Me” ist wie eine Tüte voll gebrannter Mandeln. Die meisten schmecken gut, manche Mandeln sind aber schon kalt, andere ein wenig zu süß oder zu geschmacklos und andere wiederum etwas hart. Und dazwischen gibt es, rar gesät, ein paar Mandeln, die einfach die perfekte Konsistenz, die perfekte Wärme und den perfekten Geschmack haben.


Genauso ist es mit den Kurzgeschichten in dieser Anthologie. Myra McEntire mit ihrem Schabernack treibenden Protagonisten und dem Krippenspiel hat mich total kalt gelassen; etwas besser, wenn auch nicht besonders spektakulär, war Ally Carter, die es geschafft hat, auf knapp 3 Seiten eine eigentlich ganz gute Geschichte mit hausgemachtem Unsinn zu zerstören. Matt de la Peña hätte den Aspekt der kulturellen und gesellschaftlichen Unterschiede seiner Hauptfiguren gerne ein bisschen mehr vertiefen können und David Levithan nicht den Kurs seiner Geschichte auf dem letzten Drittel wechseln sollen. Und Jenny Han hätte es gut getan sich ein paar Seiten mehr zu gönnen.

Der Rest war aber gut. Für ein paar Minuten habe ich gerne mit Holly Black ein leicht übernatürliches Silvester gefeiert, mit Rainbow Rowell die letzten paar Sekunden bis Mitternacht gezählt und dann leicht in mich hineingequietscht. Ich habe es genossen, mit Laini Taylor zu beobachten, wie man Mut fassen und seine Augen wieder für Schönes öffnen kann (dieser Stil, meine Güte, war das schön), oder mich mit Kiersten White durch sämtliche Köstlichkeiten zu fressen. Kelly Link konnte mich mit ihrer etwas anderen, verquereren Erzählung begeistern und ich habe mit ihrer Hauptfigur voller Bange auf tanzende Flocken zu Weihnachten gewartet.

Meine absoluten Königinnen unter den Kurzgeschichten sind jedoch die von Stephanie Perkins und Gayle Forman. Die waren zuckersüß und trotzdem nicht oberflächlich, voller Gefühle, lebendiger Figuren und ganz viel weihnachtlicher und Hanukka-hafter Atmosphäre. Hier wurden kulturelle Unterschiede so gut beleuchtet, wie das eben bei einer Weihnachtsgeschichte auf ein paar Seiten geht; hier wurden Freundschaften geknüpft und Zweifel ausgebreitet; hier wurde Sehnsüchten begegnet und Träume gesät.

Trotz der etwas weniger perfekten Anteile kann ich das Buch aber getrost weiterempfehlen, wenn man Lust auf lächeln und schwärmen hat. Egal ob ein bisschen hart oder zu süß oder zu kalt, eins schafft eine Tüte gebrannte Mandeln nämlich immer: Mich auf Weihnachten einzustimmen.


Kommentare:

  1. Mir ist noch nie eine so perfekte Beschreibung einer Tüte gebrannter Mandeln untergekommen! :D
    Schön langsam bin ich vermutlich wirklich die Einzige, die "My True Love Gave To Me" noch nicht gelesen hat. Meine Weihnachts- bzw. Silvesterlaune ist allerdings schon wieder verflogen, weshalb ich mir die Anthologie einfach für den nächsten Winter aufhebe.
    Von Frau McEntire habe ich dieses äh letztes Jahr (die Umstellung geht bei mir nicht so schnell) "Hourglass" gelesen und leider abbrechen müssen. Vielleicht lasse ich ihre Kurzgeschichte dann einfach aus x)

    Liebe Grüße,
    Bramble

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    1. Hehe, dann habe ich es ja ganz richtig gemacht :D
      Ach was, ich kenne so einige, die es noch nicht gelesen haben. Und ich glaube, Vorweihnachtszeit eignet sich da auch wesentlich besser als winterliche-Post-Jahreswechsel-Zeit, also ruhig noch ein Jahr warten :)
      Oh ja, "Hourglass" habe ich von ihr auch gelesen, das war ganz schrecklich und so eindimensional und blärgh. Die Geschichte kannst du also echt weglassen xD

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  2. Ohhhh, dieses Bild!! Wunderhübsch! Ich glaube das Buch gehört zu den hübschesten auf dem Markt. Schön, dass es dir so gut gefallen hat. Ich habe jetzt schon einige negativere Meinungen gelesen. Ob sich hier ein deutscher Verlag schon die Rechte gesichert hat?
    LG,
    Damaris

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    1. Da hast du auf jeden Fall Recht :D
      Das weiß ich gar nicht, mich wundert sowieso, dass sie es dieses Jahr noch nicht gleich rausgebracht haben. Habe dazu aber noch nichts gefunden, erfährt man dann wahrscheinlich eher, wenn die Saison wieder näherrückt :D

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  3. Den Vergleich mit den gebranten Mandeln finde ich wirklich sehr gut gelungen! :) Ich habe das Buch leider noch nicht gelesen, habe es aber definitiv noch vor :).

    Liebe Grüße,
    Karin

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    1. Ah sehr gut, danke :D Ich wünsche dir viel Spaß damit, hoffentlich sind für dich auch ein paar kleine Schätze dabei.

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  4. Die Einleitung zu dem Blogpost ist ja grandios! Ich habe das Buch zwar nicht gelesen, aber bei einer Sammlung von Kurzgeschichten verschiedener Autoren kann dieser Vergleich ja nur wie die Faust auf's Auge passen. :D

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    1. Haha danke :D Ich kann's wirklich empfehlen, für die nächste Vorweihnachtszeit, besonders wenn es dir sonst etwas schwer fällt, dich auf Weihnachten einzustimmen :]

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  5. Also das Bild wieder....du machst mich fertig. <3 *hihi*
    Die Einleitung ist wirklich ganz zuckersüß. Sehr schön formuliert.
    Meine Bewertung lag im Ganzen nur zwischen 3-3,5. Da gab es einige schwache Leistungen. Aber es ist wirklich ein Buch, das man gerne im Regal stehen hat.

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    1. Hihi freut mich sehr ♥
      Ja, ich hab gesehen, dass dir das nicht so gut gefallen hat. Ich habe das Gefühl, die meisten hatten besonders mit der Kelly Link Geschichte Probleme und der Rest war dann so na ja. Bei mir hat es bis auf die paar Kritikpunkte aber ziemlich gut eingeschlagen, bei manchen Geschichten habe ich richtig vor mich hingequietscht.

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  6. Aww, das Bild :D
    Und die Rezension, ach, ist die schön. Das trifft es alles auf den Mandelkern x)

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    1. ♥♥ Hihi. Ich kann einfach nicht aufhören, das Buch auf irgendwelchen Bildern zu verewigen xD
      Das freut mich :D :D Schade, dass es so vielen eher weniger gut gefallen hat.

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