[Rezension] Sir Arthur Conan Doyle - The Hound of the Baskervilles

grass-harp | Montag, 20. Januar 2014 | / / |
Krimi, Mystery Sherlock Holmes #5 goodreads
Paperback, 224 Seiten; Pulp!
Murder, mayhem, and a hero with a drug addiction! A desolate moor, a diabolical dog, and some inbred locals—Sherlock Holmes is really up against it. With the help of his trusty sidekick Dr. Watson, Holmes pieces together a mystery that has captured the imagination of readers across the decades—all while practicing a serious coffee and cocaine habit.
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Sherlock Holmes – wer kennt ihn nicht? Innerhalb der letzten Jahre ist er durch die verschiedensten Adaptionen noch bekannter geworden. Und auch ich wurde zum Fan. Jetzt wollte ich die Baker Street 221B aber auch endlich mal durch das geschriebene Wort besuchen und nahm mir “The Hound of the Baskervilles” vor. Meine letzte Geschichte von Arthur Conan Doyle war das sicherlich nicht.

Obwohl es schon 150 Jahre alt ist, liest sich das Buch ziemlich einfach. Natürlich gibt es ein paar unbekanntere Formulierungen, aber insgesamt hatte ich mit dem Schreibstil überhaupt keine Schwierigkeiten. Dialoge und beschreibende Passagen sind in dem Buch ziemlich ausgeglichen, sodass keine Langeweile aufkommt. Schreibtechnisch ist das Buch also ziemlich modern und liest sich genauso gut wie eins, das zur jetzigen Zeit geschrieben wurde.

Der Plot ist so, wie das bei Krimis eben immer ist: Man tastet sich Stück für Stück vor, gruselt sich eventuell ein bisschen, verdächtigt diverse Personen und fragt sich zwischenzeitlich, wie man bloß den Täter finden soll. Am Ende ist der nämlich eh immer ein anderer als gedacht – aber das ist ja auch gut so, sonst würden Kriminalgeschichten ja keinen Spaß machen. Hier ging es mir auch wieder so, wodurch eine gehörige Portion Spannung aufkam. Besonders Holmes' Kombinationsgeschick ist zum Niederknien und immer wunderbar zu beobachten.

Einzig schade finde ich, dass Dr. Watson (trotz seines Status als Ich-Erzähler) so kurz kommt. In der Verfilmung mit Jude Law und Robert Downey Jr. hat Watson ganz deutliche Stärken und steht dadurch auf einer Ebene mit dem werten Sherlock Holmes. In der BBC-Verfilmung stellt er sich zwar manchmal etwas dusselig an, aber auch da ist Watson in vielen Belangen unentbehrlich und greift seinem Freund unter die Arme. Im Buch hingegen war das selten der Fall. Da wirkt Watson wirklich mehr wie ein Assistent als ein Mitstreiter. Das hat mir nicht so gut gefallen, weil ich die Schlagabtäusche und Dialoge zwischen ihnen in den beiden Verfilmungen total toll finde.

Nichtsdestotrotz hat es sich gelohnt, über Holmes und Watson im Original zu lesen. Ich bin echt auf den Geschmack gekommen – und kann euch nur empfehlen, es auch einmal auszuprobieren.

Kommentare:

  1. Hut. <3 Haare. <3 Totenbraut. <3

    "The Hound of the Baskervilles" ist vermutlich DIE Holmes-Geschichte überhaupt. :D Ich mochte sie damit mit am liebsten, auch wenn ich mir nach einer Weile wünschte (allgemein auf alle Geschichten bezogen), es möge doch mehr aus Sherlocks Sicht geben, damit die ganzen Herleitungen mal Schritt für Schritt nachverfolgt werden können. Wenn Watson sie mitgeteilt bekommt, ist der ganze Prozess ja schon mehr oder mindert abgeschlossen.

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    1. Haw, danke :D

      Ja, das wär schon toll, in den Adaptionen kann man das irgendwie viel besser nachvollziehen, wie er nun darauf gekommen ist. Na jaa, aber irgendwie auch cool, das sie das so weiterentwickelt haben, macht echt noch mehr Spaß so :D

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  2. Ich fand "The Hound of Baskerville" auch ziemlich gut, allerdings hege ich immer noch eine kleine Liebe für "The Valley of fear", bei dem ich das Ende so grandios fand.
    War übrigens auch immer sehr überrascht, wie einfach sich die Geschichten lesen ließen. Aber das lag sicherlich auch daran, dass seine Werke ja auch in Zeitungen veröffentlicht wurden und da mussten sie für den "normalen Bürger" verständlich sein.

    Ich glaub das Problem an Watsons Rolle in den Büchern ist wirklich dieser Bericht-Stil. Er schwärmt so viel von Holmes, dass er seine eigene Person vielleicht etwas in den Hintergrund spielt. Da finde ich die BBC-Version auch wesentlich besser, weil Watson dort den sozialen Part des Duos übernimmt, der Sherlock so oft fehlt.

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    1. Huii, das merke ich mir gleich mal. Möchte auch unbedingt noch weitere von den Sherlock Holmes Geschichten lesen.
      Das klingt sehr einleuchtend, ich wusste irgendwie gar nicht, dass die auch in Zeitungen veröffentlicht wurden :S

      Ja eben. Da stehen sie beide irgendwie mehr auf einer Ebene und ergänzen sich; hier wirkt es mehr so, als würde Watson total in Holmes' Schatten stehen.

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  3. Das ist aber eine sehr besondere Ausgabe :D

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    1. Jaaa, ich find die so toll und schön trashig ♥

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  4. Du bist so süß, Hannah x)

    Ich muss mir dann wohl auch mal diverse Sherlock Ausgaben anschauen und mich für eine entscheiden. Hab jetzt ein bisschen Lust bekommen das auch mal wieder zu lesen (das letzte Mal in Kindertagen). Am besten ist eigentlich wirklich immer der Schluss, wenn Sherlock erklärt wie er den Fall aufgeschlüsselt hat... erinnert mich ja ein bisschen an Detektiv Conan, da wird am Ende auch immer der Tathergang hergeleitet.
    Neil Gaiman hat übrigens auch mal eine Sherlock Geschichte als Tribute geschrieben... also ich glaube die war nicht mit Sherlock sondern an einen seiner Fälle angelehnt... oder es wurde bloß nie der Name erwähnt und man hat sich Sherlock vorgestellt, ich weiß nicht mehr so genau D: A Study In Emerald hieß die aber und man kann die sogar online lesen: http://www.neilgaiman.com/p/Cool_Stuff/Short_Stories (nur so nebenbei ;)

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    1. Haha, irgendwie muss man das Buch ja passend präsentieren :D

      Jaaah, ich bin dir am Freitag gerne dabei behilflich :D :D :D
      Detectiv Conan habe ich noch nie gesehen, aber eigentlich ist es ja oft so, dass das am Ende dann noch mal nachvollziehbar erklärt wird :D
      Uh cool, das wusste ich noch gar nicht. Danke, merk ich mir mal :D

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    2. Aber nur zum Gucken, was es gibt, nicht zum kaufen, so groß ist meine Sherlock-Leselust gerade nicht ;)

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  5. Ich hab das Buch auch mal gelesen (auf Deutsch) und hatte ziemlich hohe Erwartungen, aber am Ende war ich etwas enttäuscht. Eigentlich hatte ich eine super spannende Geschichte erwartet, bei dir man am Ende auch diesen "Aaaah"-Effekt hat, aber der ist bei mir irgendwie ausgeblieben. War ganz nett und teilweise auch spannend, hab aber nach dem Lesen quasi nie wieder dran gedacht. :-/

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    1. Uh, ich wär ja echt mal neugierig, wie die Übersetzung davon so ist. Manchmal liest sich das ja so trocken.
      Aber schade :/ Liegt vielleicht auch daran, dass man so spannende Krimis von heute gewöhnt ist und die sind ja doch noch mal etwas anders aufgebaut, als vor 150 Jahren.

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  6. Hallo, Du bist ein Fan von Holly Black... ;-) Was schreibt er für Bücher? Scheinen ja ganz gut zu sein... :-). LG

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    1. Holly Black ist ne amerikanische Autorin, sie hat zum Beispiel die "Curse Workers"-Reihe geschrieben. Auf Deutsch heißt der erste Teil "Weißer Fluch", kannst du dir ja mal angucken. Ist sehr zu empfehlen :)

      LG

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  7. Hallo :)
    Ich habe deinen Blog gerade entdeckt und finde es toll hier!
    "Irgendwann einmal Sherlock Holmes lesen" steht schon soo lange auf meiner imaginären Wunschliste ;P Und irgendwann werde ich es auch tun, weil ich finde Sherlock Holmes muss man zumindest probiert haben.

    Liebe Grüße Franzi :))

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