[Rezension] Ruta Sepetys - Out of the Easy

captain cow | Donnerstag, 2. Mai 2013 | / |


Titel: "Out of the Easy"
Autorin: Ruta Sepetys
Deutscher Titel: -
Reihe: -
Genre: Young Adult, Historische Fiktion
Seitenzahl: 364
Erscheinungsdatum: März 2013
Verlag: Philomel
Format: Paperback
Wohltäter: Der Kapitän

It’s 1950, and as the French Quarter of New Orleans simmers with secrets, seventeen-year-old Josie Moraine is silently stirring a pot of her own. Known among locals as the daughter of a brothel prostitute, Josie wants more out of life than the Big Easy has to offer. She devises a plan get out, but a mysterious death in the Quarter leaves Josie tangled in an investigation that will challenge her allegiance to her mother, her conscience, and Willie Woodley, the brusque madam on Conti Street.
Josie is caught between the dream of an elite college and a clandestine underworld. New Orleans lures her in her quest for truth, dangling temptation at every turn, and escalating to the ultimate test.






Ich wollte nur mal die ersten paar Seiten von „Out of the Easy“ lesen. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, schließlich hatte Ruta Sepetys‘ erstes Buch schon einen Volltreffer bei mir gelandet. Aber nein, kaum hatte ich mal für einen kurzen Augenblick die Nase in das Buch gesteckt, wollte ich sie gar nicht mehr wieder hervorholen!

In ihrem zweiten Roman holt Ruta Sepetys den Leser in eine andere Zeit, in ein anderes Land und an einen anderen Ort: Die USA nach dem zweiten Weltkrieg, die Zeit, die den „American Dream“ verkörpert. Das perfekte Leben – aber auch die perfekte Lüge. Denn nicht alles ist so schön und perfekt, wie es rückblickend manchmal scheint. Viele Menschen leben in Armut, Betrüger lungern an jeder Ecke, die Rassentrennung ist noch in vollem Gange.

Josie lebt im French Quarter über einem Buchladen, in dem sie auch arbeitet – neben ihrer Putztätigkeit in einem Bordell, in dem ihre Mutter auch arbeitet. Das Geld ist knapp und ihre Träume von einer Zukunft auf dem College hat sie schon längst aufgegeben. Einzig Bücher bieten ihr eine Zuflucht. Doch dann passiert Einiges – eine Begegnung mit einer Collegestudentin und einem wohlhabenden Mann geben ihr die irrsinnige Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

Wieder einmal war ich beeindruckt von der Charakterzeichnung der Autorin. Es gibt kaum durch und durch gute oder böse Figuren; stattdessen bewegen sie sich allesamt zwischen diesen Kategorien. Dadurch fiel es mir noch leichter, sie zu mögen und mich von ihnen faszinieren zu lassen. Ich muss ja zugeben, dass ich mich ein bisschen in einige Figuren verliebt habe. Cokie, der seine Gefühle – egal ob Liebe oder Trauer – so offen zeigt, hat es mir angetan; aber auch Willie, die da eher zurückhaltend und grantig ist. Und Jesse – ach, Jesse. Jedes Mal, wenn ich die Worte „Hello, Motor City“ las, ging mir ein bisschen das Herz auf.

Stilistisch ist „Out of the Easy“ von „Between Shades of Gray“ nicht allzu weit entfernt. Ruty Sepetys schreibt in klaren Worten aus der Sicht ihrer Hauptfiguren. Klar, aber keineswegs simpel oder banal, sondern vielmehr präzise. Die Sätze passen zu den Charakteren, sind teilweise schon fast poetisch; bleiben aber trotzdem sehr schlicht. Das gefällt mir unglaublich gut; denn gerade diese zurückgenommene Erzählweise transportiert Gedanken und Gefühle klar und eindeutig.

Ganz besonders toll ist auch, mit welcher Subtilität die Autorin arbeitet. Viele Dinge bleiben unausgesprochen oder nur angedeutet, sodass man als Leser ein bisschen mitarbeiten muss und hier und da selbst interpretieren kann. Sowas macht mir meistens besonders Spaß, wenn die Figuren und deren Geschichten auch interessant, facettenreich und glaubwürdig sind – das ist hier zum Glück der Fall. Froh war ich deshalb aber auch darüber, dass ich das Buch in einer Leserunde gelesen habe, denn das Buch bietet viele Ansatzpunkte zum Austauschen und Diskutieren. Solltet ihr also das Buch gelesen und noch ein bisschen Redebedarf haben – mein Postfach wartet auf neuen Ballast!

Der Handlungsverlauf ist sehr realistisch – und obwohl er manchmal grausam und knallhart ist, übertreibt sie es nie mit der Dramatik. Auch hier wird wieder vieles schlichter gehalten, was es umso glaubwürdiger macht. Und obwohl es so authentisch ist, hatte ich manchmal das Gefühl, „Out of the Easy“ käme aus einer anderen Welt. Denn das Buch ist so in sich geschlossen, so gut, so berührend und intelligent, dass man es kaum glauben kann.




Ruta Sepetys hat mit „Out of the Easy“ ein ganz wundervolles Buch fabriziert, das ich euch allen wärmstens ans Herz legen kann. Mich hat es zum Lachen und Weinen, zum Mitfiebern und Verzweifeln gebracht. Ganz große Klasse!


Kommentare:

  1. Spätestens nach dieser Rezension will ich das buch nun wirklich lesen! Ich finde die Thematik des Buches ziemlich interessant und wollte es schon fast nur wegen des schönen Covers kaufen.
    Von der Autorin an sich habe ich bis jetzt (leider) noch nichts gelesen, auch wenn man über "Between Shades of Gray" fast nur gutes hört äh liest :)

    Liebe Grüße,
    Maggi :)

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    1. Unbedingt! Das Buch lohnt sich nicht nur fürs Cover sondern noch viel mehr für die tolle Geschichte... Was bei "Between Shades of Gray" übrigens genauso ist :)

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