[Rezension] Hannah Harrington - Saving June

captain cow | Samstag, 11. Mai 2013 | / |


Titel: "Saving June"
Autorin: Hannah Harrington
Deutscher Titel: -
Reihe: -
Genre: Contemporary Young Adult
Seitenzahl: 322
Erscheinungsdatum: November 2011
Verlag: Harlequin Teen
Format: Paperback
Wohltäter: Steflite

Harper Scott’s older sister has always been the perfect one so when June takes her own life a week before her high school graduation, sixteen-year-old Harper is devastated. Everyone’s sorry, but no one can explain why.
When her divorcing parents decide to split her sister’s ashes into his-and-her urns, Harper takes matters into her own hands. She’ll steal the ashes and drive cross-country with her best friend, Laney, to the one place June always dreamed of going, California.
Enter Jake Tolan. He’s a boy with a bad attitude, a classic-rock obsession and nothing in common with Harper’s sister. But Jake had a connection with June, and when he insists on joining them, Harper’s just desperate enough to let him. With his alternately charming and infuriating demeanour and his belief that music can see you through anything, he might be exactly what she needs.
Except June wasn’t the only one hiding something. Jake’s keeping a secret that has the power to turn Harper’s life upside down again.






Sie ist nicht neu, die Thematik um den Tod der älteren Schwester und die anschließende Suche nach Antworten, das Bemühen um’s Klarkommen und sich nicht schuldig fühlen. Insofern ist „Saving June“ keine Neuerfindung des Rads. Und auch die Kombination aus Tod einer nahestehenden Person und anschließendem Road Trip kommt nicht total selten vor. Vier Beutel Asche? Klingelt’s bei irgendwem?

Trotzdem. „Saving June“ ist genial. Trotz bereits tausendmal ausgebreiteten Themen ist es unwiederruflich klasse und genial. Ich könnte es sofort noch einmal lesen, so toll fand ich es. Das liegt vor allem daran, dass die Autorin in meinen Augen so vieles richtig macht, was viele andere vor ihr falsch oder eben nicht ganz richtig gemacht haben.

Zum einen ist da die Hauptfigur Harper: Sie ist voller Wut, auf ihre Schwester, auf ihr Umfeld, auf dieses ganze Chaos, inmitten dem sie schwebt. Trauer ist in ihrem Gefühlscocktail auch vorhanden; aber sie manifestiert sich nicht auf gewohnte Art und Weise. Bei der Beerdigung ihrer Schwester weint sie nicht – kein einziges Mal weint sie und wird dadurch von manchen Personen als kalt abgestempelt. Nach außen zeigt sie vor allem Wut und verhält sich aggressiv oder schnippisch. Sie hat so massive Ecken und Kanten, dass es unter Umständen schwer sein könnte, mit ihr klar zu kommen. Für mich war sie dadurch noch greifbarer. Schon nach ein paar Seiten wollte ich nicht mehr aus ihrem Kopf verschwinden. Alles ist dort so real und verständlich, nicht zuletzt durch Hannah Harringtons Stil, der ganz wunderbar zu einer Ich-Erzählerin im Teenageralter passt, aber trotzdem nicht platt ist.

Nicht weniger authentisch gezeichnet sind die anderen Figuren des Buchs; allen voran June, Laney und Jake. Besonders letzterer hat es mir total angetan mit seinem verwirrenden Verhalten. Dazu kommt der Roadtrip – mal im Ernst, wer mag solche Bücher nicht?!

Auf dem Weg nach Californien ging es mir teilweise wie Harper – zwischendurch machte die Reise so viel Spaß und war so voller toller Erlebnisse, dass ich den Tod ihrer Schwester hin und wieder vergaß. Die Verwirrung und die Schuldgefühle darüber konnte ich dann noch umso besser nachvollziehen. Auf der anderen Seite nehmen Jake, Laney und Harper auf dem Weg durch die USA eine ganz gewaltige Ladung an Drama mit. Manchmal dachte ich mir schon, dass das ein bisschen sehr viel ist. Aber irgendwie hat es mich doch nicht gestört, zumal es immer in Maßen aufgebauscht wird und nicht unnatürlich rüberkommt.

Der Roman ist durchzogen von der Liebe zur Musik. Manchmal mag ich dieses Name-Dropping in Büchern nicht; wenn mit Titeln und Bandnamen um sich geschmissen wird, die man nicht kennt und die in dieser Masse einfach keinen Eindruck hinterlassen. In „Saving June“ wird auf die meisten Lieder aber eingegangen, vor allem dank Jake, der ein totaler Musikfreak ist und zu jedem Lied ein bisschen Hintergrundinfo preisgibt. Das, zusammen mit Harpers Gedanken über die Lieder, hat mich schlussendlich auch dazu bewogen, mir den Soundtrack dieses Buchs selbst einmal anzuhören und mich dabei in Jakes schwarzen Van, Joplin, zu träumen.




„Saving June“ ist ein wundervolles Buch, voller Gefühle, Musik und Lebendigkeit. Ich würde am liebsten wieder zwischen die Seiten kriechen und noch ein bisschen mehr von Harpers Welt mitnehmen – unbedingt lesen!


Kommentare:

  1. Danke für diesen Tipp! Ich packe das Buch gleich mal auf meine Wunschliste, denn es klingt ganz danach, als könnte es auch mir gefallen - ich wollte eh mal mehr englische Bücher lesen. Zudem liebe ich Romane, in denen Musik eine kleine Rolle einnimmt und auch so klingt die Sache mit dem Roadtrip und dem schwesterlichen Verlust ganz interessant - stimmt aber, diese Thematik kommt in letzter Zeit oft vor. Umso schöner, wenn es gut und authentisch umgesetzt ist. Was hier ja der Fall zu sein scheint. Von der Autorin freue ich mich im Dezember auf die Übersetzung von "Speechless". Hast du das eigentlich schon im Original gelesen?

    Liebe Grüße
    Reni

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    1. Auf jeden Fall, da sollte es ganz schnell hinwandern! Wie gesagt, die Thematik ist nicht gerade neu, aber hier ganz wunderbar und authentisch umgesetzt.
      "Speechless" habe ich noch nicht gelesen, nachdem mir "Saving June" aber so gut gefallen hat, habe ich das auch gleich auf meine Wunschliste gesetzt. Das klingt ja auch ganz wunderbar. Wenn sie das ins Deutsche übersetzen, kann man ja darauf hoffen, dass das Debut der Autorin dann auch bald bei uns zu erhalten sein wird...

      LG

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  2. Toller Blog! Ich mag es wie du deine Rezensionen arrangierst, sieht sehr übersichtlich aus und läd zum Lesen ein!
    Ich habe auch einen Bücher- und Filmblog. Würde mich daher sehr freuen, mal von dir zu hören ;) ich werde hier öfter vorbeischauen ;)

    reni
    (ps: bin eine andere reni, als meine vorrednerin ;))
    www.eastsideavenue.wordpress.com

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    1. Hallo Reni,
      freut mich sehr, dass es dir bei mir so gut gefällt :) Viel Spaß beim Weiterstöbern!

      LG

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  3. Wuhuu, das klingt mal wieder nach einem tollen Buch für die Wunschliste! Wobei sich da (auch deinetwegen!) mittlerweile echt viele englische Bücher drauf tummeln ... weißt du zufällig, ob von dem Buch eine Übersetzung geplant ist? So oder so muss ich dann ja erstmal "Vier Beutel Asche" zu dem Thema lesen :-)

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    1. Hihihi, das tut mir gar nicht leid :D Das Buch sollte da aber wirklich schleunigst drauf wandern, es lohnt sich richtig!
      Soweit ich weiß ist dazu bisher keine Übersetzung geplant. Ich weiß nur von der Übersetzung von dem anderen Buch der Autorin (Speechless), die Ende des Jahres erscheinen soll. Das habe ich aber noch nicht gelesen (allerdings habe ich es auf jeden Fall vor!)

      LG

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  4. Gott :O :D Das Buch wollte ich schon sehr lange lesen, aber mir gefielen die Cover einfach nie! Ich fand auch, das es mehr wie so ein durchschnittliches Buch klang, aber deine Rezension klingt richtig wundervoll! ^^ Das werde ich mir jetzt vornehmen: dieses Buch, noch dieses Jahr lesen :D

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    1. Die Cover sind auch ein bisschen nichtssagend, wobei ich sie jetzt nicht schrecklich oder so finde. Kann das Buch aber echt nur empfehlen, also nichts wie los! Bin mal gespannt, wie es dir dann gefällt :D Viel Spaß schon mal!

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  5. Es ist wirklich erstaunlich wie viele Bücher es inzwischen über "tote Schwestern" gibt. Aber Saving June gehört definitiv zu einem der besten :) Mann, ist schon wieder ewig her, dass ich es gelesen habe, ich kann mich nicht mal mehr um die Auflösung um Jakes Geheimnistuerei erinnern D: Aber an das Knistern kann ich mich noch erinnern :)
    Roadtrips machen einfach auch immer erst so richtig Spaß, wenn die richtigen Leute im Auto sitzen :) So wie bei Paper Towns oder eben hier <3

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    1. Oh ja, oh ja! Ich fand "The Sky Is Everywhere" auch toll in der Hinsicht, aber es gibt auch viel Müll.
      Da muss wohl irgendwann ein Reread her ;-) Das Geknister fand ich aber auch sehr eindrucksvoll, kein Wunder, dass du dich da noch dran erinnern kannst :P
      Oh ja... Ich mag es auch irgendwie mehr, wenn mehr Leute im Auto sitzen als nur zwei Leute (die dann wahrscheinlich irgendwie zusammenfinden). Ist irgendwie mehr Abwechslung und mehr Spannung dabei :D

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    2. Als die beiden sich endlich endlich küssen, woah, FEUERALARM :D

      Ich glaub ich hab noch nie über einen Zweier-Roadtrip gelesen... immer nur mit einer Gruppe von Freunden. Sind Amy und Roger alleine?

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    3. Jaaa! *___*

      Amy und Roger sind den größten Teil der Zeit alleine, ja. Wobei es bei denen noch geht, weil sie öfters Leute treffen.

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