[Rezension] Lorraine Zago Rosenthal - Other Words for Love

captain cow | Sonntag, 10. März 2013 | / |

Titel: "Other Words for Love"
Autorin: Lorraine Zago Rosenthal
Deutscher Titel: -
Reihe: -
Genre: Contemporary YA
Seitenzahl: 386
Erscheinungsdatum: Januar 2012
Verlag: Headline
Format: Paperback
Wohltäter: Der Kapitän

1980er Jahre, New York: Ari ist kein Mädchen, das in irgendeiner Weise besonders hervorsticht. Sie wohnt mit ihren Eltern in Brooklyn, ist in den Ehemann ihrer älteren Schwester verknallt, zeichnet gerne und ist eine gute Schülerin. Ab und zu hat sie Migräneanfälle, die ihr manchmal einen Strich durch die Rechnung machen. Manchmal vergleicht sie sich mit ihrer besten Freundin, die in Manhattan auf eine Privatschule geht und trotz der Superreichen dort noch immer den Kontakt zu Ari hält. Aber dann vererbt ein entfernter Verwandter ihrer Familie eine ganze Stange Geld – und Aris Eltern kommen auf die Idee, Ari auch auf diese Schule zu schicken. Plötzlich lernt sie ganz andere, neue Leute kennen, bei denen sie sich nicht immer von ihrer besten Seite zeigt.






Im eigentlichen Klappentext zu „Other Words for Love“ wird meiner Meinung nach schon viel zu viel verraten – die Geschichte strotzt zwar nicht vor Spannung und meistens kann man sich schon in etwa vorstellen, was passieren wird, doch der Fokus wird auch völlig falsch gesetzt. Vor allem geht es um Ari, wie sie erwachsen wird, Eintritt in die reichere New Yorker Gesellschaft bekommt, Freundschaften schließt und sie wieder verliert. Das alles bekommt man durch ihre Augen mit – was sich aber nicht nur in der Ich-Perspektive zeigt, sondern auch in der Ehrlichkeit, mit der dieser Roman geschrieben ist. Als Leser wird einem von Ari nicht verschwiegen, egal ob es der Fakt ist, dass sie ihre Schwester und deren Ehemann beim Sex belauscht oder was sie über diese und jene Person denkt. Das mag einem zunächst etwas befremdlich erscheinen, mir hat es aber gut gefallen. Man lernt alle guten und schlechten Seiten von ihr kennen, taucht gänzlich in ihren Charakter ein und kommt ihr dadurch sehr nahe.

Gerade weil das Buch nicht von spannender Handlung lebt, ist das gut – denn ich habe mich dadurch sehr dafür interessiert, was Ari widerfährt und wie sie sich weiterentwickelt. Genau sind aber auch die anderen Figuren gehalten – sehr facettenreich, wenngleich man natürlich durch Aris Sichtweise etwas beeinflusst wird. Dennoch hat die Autorin hier gute Arbeit geleistet und durchweg authentische Figuren erschaffen, deren Entwicklung ebenfalls glaubwürdig ist.

Passend zu Aris ruhiger, nachdenklicher Art ist auch der Stil gehalten. Die Geschichte ist sehr schön und angenehm erzählt, allerdings auch nicht ganz einfach und gedankenlos. Man muss sich etwas Zeit dafür nehmen, vor allem weil statt Dialogen oftmals auch einfach zusammengefasst wird. Also: Kein Buch zum einfach Zwischendurch lesen und abschalten, dafür geschieht der Aufbau zu langsam, zu zögerlich und zu lange hat man keine Ahnung, in welche Richtung sich das Ganze überhaupt bewegen soll. Darauf hatte ich mich bereits vorbereitet; dennoch hätte man ein bisschen mehr kürzen und sich dem Problem zum Ende des Buchs hin eher widmen können, um so den Durchhänger am Anfang des Buchs zu vermeiden.

Und auch die Grundstimmung ist dafür zu traurig-depressiv, vermittelt einem aber, dass Ari es nicht ganz leicht hat. Das Konzept ist nicht für jeden etwas und eignet sich auch nur, wenn man in der Stimmung dafür ist – bei mir kam es gerade richtig und konnte mich mit seiner ruhigen Art mitreißen.




„Other Words for Love“ ist eine nachdenkliche Geschichte eines Mädchens, das im New York der 1980er Jahre erwachsen wird. Ein bisschen ist es wie eine weniger dramatische Version von Gossip Girl, die 20 Jahre früher spielt. Das Buch kommt ohne große Action gut aus, wenngleich man am Anfang etwas Geduld haben muss, um den Verlauf der Geschichte überhaupt zu erkennen. Wer solche ruhigen, nachdenklichen YA-Contemporary-Bücher gerne mag, ist hier genau richtig. Aber jedem wird das Buch sicherlich nicht gefallen.


Kommentare:

  1. Klingt nach genau dem Buch, das ich jetzt brauche :) Was ich auch interessant finde ist, dass es vor über 20 Jahren spielt und somit sicher auch etwas anders ist, als es heute wäre.

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    1. Ja, auf jeden Fall. Ist schon lustig, wenn es so Sachen wie Handies und so einfach nicht gibt - das ist mir zwar in dem Buch jetzt nicht soo oft aufgefallen, aber einige Situationen wären dadurch sicherlich schon anders gewesen :D Solltest du das Buch lesen, bin ich mal gespannt, wie es dir so gefällt :)

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  2. Uuh, Gossip Girl in den 80igern? Das klingt ja schon ziemlich cool ;D Kommt die Atmosphäre der Zeit denn auch rüber?

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    1. Ich finde schon, dass es gut rüberkommt, auch wenn viele Aspekte eher negativ sind - AIDS, Erziehung durch die Mutter, während der Vater arbeitet, usw. Fand ich aber ziemlich interessant, das alles zu entdecken :)

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    2. Das find ich gut. Wenn ein Buch zu einer bestimmten Zeit spielt, will ich das ja auch merken.

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