[Rezension] Libba Bray - The Diviners

grass-harp | Mittwoch, 16. Januar 2013 | / |

Titel: "The Diviners"
Autorin: Libba Bray
Deutscher Titel: -
Reihe: The Diviners #1
Genre: Historisches, (Urban) Fantasy, Mystery, Young Adult
Seitenzahl: 578
Erscheinungsdatum: September 2012
Verlag: Little, Brown Books for Young Readers
Format: Hardcover
Preis: TB ab 7,99 €
ISBN: 9780316126113
Wohltäter: Der Kapitän

Evie O'Neill has been exiled from her boring old hometown and shipped off to the bustling streets of New York City--and she is pos-i-toot-ly thrilled. New York is the city of speakeasies, shopping, and movie palaces! Soon enough, Evie is running with glamorous Ziegfield girls and rakish pickpockets. The only catch is Evie has to live with her Uncle Will, curator of The Museum of American Folklore, Superstition, and the Occult--also known as "The Museum of the Creepy Crawlies."
When a rash of occult-based murders comes to light, Evie and her uncle are right in the thick of the investigation. And through it all, Evie has a secret: a mysterious power that could help catch the killer--if he doesn't catch her first






New York in den 20er Jahren: Bei einem harmlosen Partyspiel versetzt ein Geist die Feiernden in Angst und Schrecken. Zeitgleich protzt die exzentrische Evie auf dem Land mit ihrer Fähigkeit herum, denn sie kann anhand von persönlichen Besitztümern in die Vergangenheit des Besitzers sehen. Von ihren Eltern, die die Eskapaden ihrer Tochter satt haben, wird sie nach New York geschickt – zu ihrem Onkel Will, seines Zeichens Direktor eines Museums für Mystisches und Okkultes.

Evie ist keine Hauptfigur, mit der ich mich leicht identifizieren konnte. Sie ist eine Rampensau, immer auf der Suche nach Action und oftmals rücksichtslos und egozentrisch. Dennoch kam ich schon bald mit ihrer schnippischen Art gut zurecht – schließlich bringt sie durch ihren Tatendrang die zuweilen vor sich hindümpelnde Geschichte ins Rollen, lässt hier und da ein paar lustige Kommentare fallen und zeigt zwischendurch immer mal wieder, dass sie nicht durch und durch tough ist, sondern auch ihre sensiblen Seiten hat. Besonders das Zusammenspiel mit ihrem Onkel und dessen Assistenen Jericho fand ich jedes Mal aufs Neue amüsant.

Im Zentrum der Geschichte stehen aber auch verschiedene andere Figuren, deren Wichtigkeit und Rolle erst nach und nach klar wird. Im Zuge dessen springt auch die Perspektive öfter mal hin und her, woran ich mich erst einmal gewöhnen musste. Auf der anderen Seite treiben diese Passagen natürlich auch die Spannung an, schließlich möchte man wissen, wo der Zusammenhang zwischen den verschiedenen Strängen besteht. Viel faszinierender an diesem Roman fand ich aber die urige Atmosphäre, die verströmt wird. Libba Brays Erzählstil ist eine gelungene Mischung aus heutigen und damals benutzten Worten. Ihre Beschreibungen erinnerten mich zuweilen an Romane, die in den 20ern geschrieben worden sind, ausgeschmückt mit einer Prise Schauerroman. Ich konnte die Leere der nächtlichen Straßen spüren, den feinen Nieselregen, der über die Häuser New Yorks zieht; ebenso wie die blanke Euphorie während eines Konzerts in einem Jazz-Club. Aber auch der noch nicht ganz vergangene Glaube an Magie, sowie der Fanatismus einzelner Bevölkerungsgruppen wird überzeugend dargestellt. Es kommt nicht allzu häufig vor, dass man in die Atmosphäre eines Romans (und einer vergangenen Zeit) derart tief eintaucht – „The Diviners“ war für mich so ein Fall.

Was den fantastischen Aspekt anbelangt, ist „The Diviners“ ganz eindeutig der Auftakt einer Trilogie: Eher Einleitung als Erklärung. Einiges erfährt man zwar schon , doch besonders zum Ende hin wird man noch mal mit einer geballten Ladung Mysterien überfallen, die sich nicht gleich klären. Die Spannung steigt dadurch natürlich, doch ich war ein wenig überrumpelt von dem Ende, das sich nicht wirklich wie ein Ende anfühlte.




„The Diviners“ war für mich ein voller Erfolg. Authentische Figuren, eine gelungene Mischung aus spannenden und ruhigen Szenen, sowie ein atmosphärischer Schreibstil bewirken, dass dieses Buch überzeugen kann. Einzig das Ende war nicht ganz überzeugend. Aber seht selbst – denn die Magie in diesem Roman ist keine, wie man sie schon mehrmals erlebt hat.


Kommentare:

  1. Hey Hannah,

    wow, das Buch klingt gut. Von Libba Bray habe ich bisher nur diese "Gemmas Visionen"-Reihe gelesen (ist doch von ihr?), die hat mir recht gut gefallen, auch wenn sie am Ende sehr nachgelassen hat.
    Ich möchte es lesen. Es klingt echt nach einer schönen Abwechslung und Figuren mit Ecken und Kanten.

    Viele Grüße. :)

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    1. Hey,

      ja, genau, die ist von ihr. Die hat mir auch ziemlich gut gefallen - aber "The Diviners" ist irgendwie ganz anders. Bis auf die Tatsache, dass Libba Bray die Atmosphäre so schaurig-schön einfangen kann und das hier wieder zum Vorschein kommt :)
      Oh ja, das ist es auf jeden Fall. Ein kleines bisschen Geduld solltest du aber mitbringen, weil eben nicht alles Schlag auf Schlag folgt. Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen! :)

      LG

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  2. Ebenfalls Wow...ich meine, dass klingt auch nach einem WOW-Buch! :) Ich freue mich jetzt umso mehr, es zu Weihnachten bekommen zu haben :D Ich schieb es jetzt mal auf meiner Leseliste direkt hinter meine aktuellen Bücher :D Obwohl... so dick wie das Buch ist, zermalmt es mir bestimmt meine Beine xDD

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    1. Haha, ja, das ist es auch - finde ich. Das Buch ist wirklich dick und ein bisschen spiegelt sich das auch in der Geschichte wider, weil sie nicht so schnell ins Rollen kommt und etwas länger braucht. Ich hoffe, das vermiest dir nicht die Lektüre :]
      Aaach das tut es schon nicht :D Für ein gutes Buch nimmt man doch vieles in Kauf ;-)

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  3. Haha, da haben wir ja beide ne Weile gebraucht, um unsere Meinung zu dem Buch niederzuschreiben ;)

    Ich fand die Atmosphäre auch wirklich toll <3 Bin gespannt auf den zweiten Band. Ich hoffe, da ist die Handlung dann etwas straffer und irgendwie facettenreicher. Es gab hier zwar viele Perspektive, aber insgesamt fand ich die Story glaub ich doch etwas mau und unkomplex. Wird sicher noch besser :)

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    1. Haha, als ich meine Rezension fertig hatte, hatte ich festgestellt, dass du deine gerade hochgeladen hast - da musste ich auch etwas schmunzeln. Aber mir haben irgendwie lange die Worte gefehlt.

      Mir hat das eigentlich ganz gut gefallen, dass es eben nicht alles so schnell ist. Passt ja auch zur Literatur der Zeit (zumindest zieht sich "The Great Gatsby" ja auch etwas :D ), aber ich bin auch mal gespannt, wie sich das ganze jetzt weiterentwickelt und ob es komplexer wird. Hoffentlich vergeht die Wartezeit schnell :D

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    2. Ich glaube komplexer würde mir schon reichen, dann kann das Erzähltempo auch gern so bleiben ;)

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