[Rezension] Katie McGarry - Pushing the Limits

grass-harp | Freitag, 12. Oktober 2012 | / |

Titel: "Pushing the Limits"
Autorin: Katie McGarry
Deutscher Titel: -
Reihe: -
Genre: Contemporary, Drama, Young Adult, Romance
Seitenzahl: 384
Erscheinungsdatum: Juli 2012
Verlag: Harlequin Teen
Format: Hardcover
Preis: ca. 13,50 €
ISBN: 9780373210497
Wohltäter: Der Kapitän
No one knows what happened the night Echo Emerson went from popular girl with jock boyfriend to gossiped-about outsider with "freaky" scars on her arms. Even Echo can't remember the whole truth of that horrible night. All she knows is that she wants everything to go back to normal.But when Noah Hutchins, the smoking-hot, girl-using loner in the black leather jacket, explodes into her life with his tough attitude and surprising understanding, Echo's world shifts in ways she could never have imagined. They should have nothing in common. And with the secrets they both keep, being together is pretty much impossible.
Yet the crazy attraction between them refuses to go away. And Echo has to ask herself just how far they can push the limits and what she'll risk for the one guy who might teach her how to love again.

Quelle: Bild, Text





„Pushing the Limits“ ist ein Buch auf das ich mich aus irgendeinem Grund schon länger gefreut habe. Der Klappentext verspricht viele Probleme, aber auch viel Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren. Für mich klang das ein bisschen nach „Perfect Chemistry“ von Simone Elkeles und da ich diesen etwas verkitschten Roman überraschenderweise doch ganz gut leiden konnte, wollte ich mehr.

In Katie McGarrys Roman geht es um zwei Teenager, die es im Leben alles andere als leicht haben: Echo, deren Bruder im Afghanistankrieg gefallen ist, und Noah, der seit dem Tod seiner Eltern von einer Pflegefamilie zur anderen zieht. Bei der neuen Schultherapeutin laufen sie sich das erste Mal über den Weg – die ehrgeizige, perfektionistische Echo und der raue, lockere und durchaus charmante Noah. Doch dann kreuzen sich ihre Wege öfter, denn Echo soll Noah Nachhilfe geben – und er soll ihr helfen mehr über diese eine Nacht herauszufinden, in der etwas zwischen Echo und ihrer psychisch labilen Mutter passiert ist. Denn Echo kann sich an nichts mehr erinnern und bekommt von allen Seiten nur kryptische Antworten.

Der Roman wird immer abwechselnd aus den Perspektiven beider Hauptfiguren erzählt. Gekennzeichnet wird das durch Kapitelüberschriften, aber auch der Stil verändert sich ein wenig. Beide Ich-Erzähler haben ihre eigene Stimme, ihre eigene Ausdrucksweise und Wortwahl, an der man sie auch so ziemlich gut unterscheiden kann. Diese Wechsel haben mir immer ziemlich gut gefallen, denn so konnte man in beide Köpfe einen Blick werfen. Besonders spannend und interessant fand ich Echos Gedächtnisverlust. Die Barriere, gegen die sie in ihren Gedanken ankämpft, wird von der Autorin sehr glaubwürdig beschrieben, genauso wie die gemischten Gefühle, die sie gegenüber ihrer Mutter, ihrem Vater und der neuen Frau ihres Vaters hat.

Dennoch fiel es mir schwer, mich in die Geschichte fallen zu lassen. Die vielen Geheimnisse und die eindeutige Spannung zwischen den Hauptfiguren haben mich weiterlesen lassen, aber einen Draht konnte ich zu den beiden kaum herstellen. Bei Noah fiel es mir schwer, weil ich seine Perspektive der Autorin nicht so wirklich abgenommen habe. Er ist der typische Bad-Boy, der irgendwie doch einen weichen Kern hat. Gut dargestellt fand ich das aber nicht, denn Noah legt innerhalb von wenigen Seiten die Wandlung zum verliebten Gockel hin, der allerdings zu stolz ist, seine Gefühle ganz offen zu zeigen. Dass er Echo dann in seinen Gedanken immer häufiger als seine Nymphe bezeichnet, hat dem Ganzen nur noch die Krone aufgesetzt.

Mit Echo hatte ich da kaum Probleme, denn ihre Entwicklung ist nachvollziehbar dargestellt. Ihr Charakter ist eine glaubwürdige Mischung aus stark und schwach, Ecken, Kanten und Zuckerseiten.

Insgesamt wirkte mir die Geschichte aber zu dramatisch. Die beiden Protagonisten haben wirklich schwere Schicksale, die mich stark berührten. Aber die Überinszenierung der Autorin fühlte sich wie ein gewaltvolles Drücken auf die Tränendrüse an. Zwischen den Zeilen springt das „Seht her, wie arm die beiden dran sind!“ nur so hervor und bewirkte, dass ich nur schwer mitfühlen konnte. Ebenfalls überflüssig ist die Dreiecksgeschichte, die sich zu Beginn des Buchs ankündigt. Echos Ex, der sich fast auf Anhieb als Idiot entpuppt, darf auch seinen Teil zu der so komplizierten Liebesgeschichte beitragen. Glücklicherweise verschwindet er aber recht bald wieder, sodass das Liebesdreieck kein Hauptbestandteil des Romans ist.

Auch mit Katie McGarrys Stil konnte ich mich nur stellenweise anfreunden. Die Haar- oder Augenfarbe der Hauptfiguren werden ständig betont, der Kosename „baby“ schmückt die Zeilen und Beschreibungen wie „ihre seidenen roten Haare hatten im Mondlicht geglänzt, diese grünen Augen hatten zu mir heraufgeschaut, als sei ich die Antwort auf ihre Frage und, verdammt, sie roch wie Zimt und Zucker, frisch aus dem Ofen“ (S.59, frei übersetzt) brachten meine Augen zum Dauerrollen. Davon abgesehen gab es aber auch ein paar ganz schöne und passende Passagen, in denen die Autorin zwar jugendlich, aber nicht so übertrieben schreibt und die Gefühle der Protagonisten gut darstellt.





„„Pushing the Limits“ erzählt die dramatische Geschichte zweier problembelasteter Teenager. Einige Aspekte, wie den Gedächtnisverlust der Hauptfigur, fand ich sehr interessant, doch mit dem verkitschten Stil und der Überzeichnung der Probleme konnte ich mich nicht so recht anfreunden. Für mich war es ein ganz unterhaltsamer Roman mit einer tollen weiblichen Hauptfigur, mehr aber auch nicht. Wer dramatische Handlungen im Stil von „Perfect Chemistry“ mag, sollte sich das Buch mal näher anschauen. Aber seid vorgewarnt – mit der Darstellung der Probleme der Figuren sprengt die Autorin tatsächlich alle Grenzen!


Kommentare:

  1. Ich mochte das Buch ja sehr. Wäre dann also Perfect Chemistry auch was für mich? Ich weiß ja nicht wieso, aber irgendwie hat mich das bisher nie so angsprochen, obwohl es ja an sich ähnlich zu diesem hier klingt :D

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    1. Ich denke irgendwie schon, dass Perfect Chemistry dir dann gefallen würde. Ganz sicher bin ich natürlich nicht, aber ich fand die Bücher recht ähnlich. Einziger Unterschied ist nur, dass Hope komplett andere Probleme hat als Brittany und du vielleicht mit Brittanys manchmal eher barbiehafter Art Probleme haben könntest.

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