[Rezension] Colleen Houck - Tiger's Curse

captain cow | Freitag, 13. Juli 2012 | / |

Titel: "Tiger's Curse"
Autorin: Colleen Houck
Deutscher Titel: "Der Kuss des Tigers - Eine unsterbliche Liebe"
Reihe: The Tiger Saga #1
Genre: Romantik, Young Adult, Urban Fantasy, Abenteuer
Seitenzahl: 512
Erscheinungsdatum: Mai 2011
Verlag: Hodder & Stoughton
Format: Taschenbuch
Preis: ca. 9,40 €
ISBN: 9781444734607
Wohltäter: Der Kapitän

Passion. Fate. Loyalty.
Would you risk it all to change your destiny?
The last thing Kelsey Hayes thought she’d be doing this summer was trying to break a 300-year-old Indian curse. With a mysterious white tiger named Ren. Halfway around the world. But that’s exactly what happened. Face-to-face with dark forces, spellbinding magic, and mystical worlds where nothing is what it seems, Kelsey risks everything to piece together an ancient prophecy that could break the curse forever.

Quelle: Bild, Text





Wir alle kennen sie, die Romane über Gestaltwandler. Manch einer ist diesen Kreaturen in Harry Potter zum ersten Mal begegnet, bei anderen war es Twilight und bei wiederum vielen anderen gänzlich andere Bücher. In diesem Sinne ist „Tiger’s Curse“ also nun wirklich nichts Neues. Aber man sollte ein Buch auch nicht nach dem Cover bewerten und so verbirgt sich zwischen den beiden Buchdeckeln vieles, was man nicht erwarten würde und was dem Roman einen ganz eigenen Charme gibt.

Auch wenn der Anfang mit (vor)schnellen Entschlüssen und Entwicklungen daherkommt, deren Glaubhaftigkeit durchaus anzuzweifeln ist, fühlte ich mich recht schnell in das Geschehen hineingesogen. Der Zirkus, in dem die Hauptfigur Kelsey Hayes für zwei Wochen arbeitet, bleibt zwar nicht lange der Handlungsort, doch mit der bunten Mischung an Leuten und einigen Attraktionen – allen voran der weiße Tiger – machten den Einstieg nicht schwer.


Auch mit der Hauptfigur Kelsey konnte ich mich anfreunden. Zwar erinnert sie stellenweise stark an eine Mary Sue wie sie im Buche steht, doch unerträglich oder gar zu unrealistisch wird es nie. Als Hauptfigur ist sie erstaunlich stark, zielstrebig und – wenn auch nicht in jeder Situation – selbstbewusst. Ihre Gedankengänge sind nachvollziehbar und ihre Gefühlswendungen konnte ich auch sehr gut verstehen. Es braucht zwar anfangs etwas Gewöhnungszeit und ein wenig Bangen, in welche Richtung ihr Charakter nun einschlagen wird – unkompliziert im guten Sinne oder nervig selbstlos –, aber dann geht es doch rasch und man gewinnt Sympathien für Kelsey.

Was die anderen Figuren anbelangt, kann ich auch nicht meckern. Besonders gut gefallen hat mir Mr. Kadam, der mir mich seinem Wissen, seiner Toleranz und seiner Offenheit schnell beeindrucken konnte. Da die vielen indischen Mythen in diesem Buch zumeist von ihm erzählt werden, entwickelte er sich schnell zu meiner Lieblingsfigur. Ren und Kishan hingegen konnten mich nicht gleich für sich einnehmen. Ren in Gestalt des Tigers mochte ich zwar schnell und so dauerte es auch nicht lange, dass ich mich für sein menschliches Ego begeistern konnte. Er und Kishan als Geschwisterduo gefielen mir jedoch nicht allzu gut. Mir persönlich waren diese Konstellation und das Verhalten der beiden besonders anfangs viel zu typisch. Entgegen anfänglicher Befürchtungen, die Geschichte könnte für meinen Geschmack zu kitschig sein, habe ich jedoch auch die Liebesgeschichte innerhalb des Buchs genießen können. Auch wenn es anfangs anders scheint, kommen sich die beiden Turteltäubchen erst allmählich nahe. Für mich wirkte das nicht allzu unrealistisch – und störend erst recht nicht, da der Roman auch genug andere Elemente enthält und die Romanze demnach nicht vorherrscht.

Am besten an dem Buch ist aber eindeutig die Handlung. Die Figuren müssen viele Abenteuer durchschreiten, die für mich nie langweilig wurden. Dass die Autorin die indische Mythologie als Hintergrund gewählt hat, setzt dem Ganzen noch die Krone auf. Die Kombination aus typisch abenteuerlicher Handlung und Rätsel, die gelöst werden müssen, sowie der tropischen Kulisse und den fremden Sitten, Bräuchen und Legenden, war für mich neuartig. Ich konnte also nicht anders, als begierig die Seiten umzublättern und auf neues Wissen und neue Wendungen zu warten.

Colleen Houcks Stil ist dabei sehr angenehm zu lesen. Eine poetische Meisterleistung mag er nicht sein, doch er ist weitestgehend frei von Umgangssprache. Besonders ihre lebendigen Beschreibungen haben es mir angetan. Die Schilderung des indischen Essens, bunter Märkte und alter Tempel konnten mich stets gefangen nehmen. Bildhaft hatte ich all diese Dinge vor Augen und versank somit vollständig in der wunderbaren indischen Kulisse. Gut gefallen haben mir dabei auch die Dialoge. Anfangs wirken sie noch etwas verstockt, aber man gewöhnt sich schnell daran. Indisches Englisch ist, vor allem was die Formulierungen und Auswahl der Wörter anbelangt, eben noch mal etwas anders als amerikanisches oder britisches Englisch.





„Tiger’s Curse“ ist ein abenteuerreicher Fantasieroman mit einer Prise Romantik vor atemberaubender indischer Kulisse. Die Kombination der einzelnen Faktoren ist von Colleen Houck gut ausgearbeitet und verzaubert den Leser. Allergisch gegen eine gute Portion Kitsch sollte man nicht sein; ansonsten empfehle ich den Roman aber jedem, der einen abwechslungsreichen Urban Fantasy Roman mit bisher gänzlich unverbrauchter Mythologie lesen möchte.


Kommentare:

  1. uuh, jetzt freue ich mich umso mehr auf das Buch. Muss es unbedingt mal ganz bald lesen. Das Indische reizt mich ja schon sehr, wäre mal was vollkommen Neues für mich.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Indische fand ich wirklich wirklich toll. Bin mal gespannt, was du zu dem Buch zu sagen hast, hoffentlich kommst du mit dem Kitschfaktor auch klar :]
      Viel Spaß schon mal!

      Löschen
  2. Ich habe den Roman noch auf meinem SuB :-) Habe es damals gekauft, weil mir Kelsey in der Leseprobe gleich sympathisch war und ich die Idee mit dem verwunschenen Tigerprinzen sehr spannend fand, das hat so etwas Märchenhaftes an sich ...

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Aw, wenn dir Kelsey recht schnell sympathisch war, bin ich guter Dinge, dass das Buch bei dir zumindest nicht ganz falsch ist :D Weißt du schon, wann du es lesen wirst? Ich wünsche dir jedenfalls schon mal ganz viel Spaß und bin gespannt auf deine Meinung...

      Löschen
  3. Huhu,

    so jetzt bist du auch mal wieder fällig - der Blogdschungel ist gigantisch geworden, da verlaufe ich mich ständig und ja, die liebe Zeit. Erst einmal: ich finde dein neues Design echt schön, vor allem den witzigen Header. :)

    Dann eine sehr schöne Rezi! Ich schleiche um "Kuss des Tigers" nun schon sehr lange umher. Das liegt aber weniger am Cover, sondern eher daran, dass ich eine typisch-kitschige Romantasy dahinter vermute. Doch langsam mehren sich die positiven Stimmen (trotz des teils klischeehaften Plots) und auch deine Rezi klingt recht überzeugend. Ich glaube langsam werde ich wirklich schwach und teste es einfach mal aus. :)

    LG, Reni

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey :)

      Hach ja stimmt, es gibt so viele neue Beiträge jeden Tag, da kommt man gar nicht mit. Freut mich aber umso mehr, dass es dich durch den Dschungel hierher verschlagen hat und dir das Design gefällt :D

      Ich bin auch länger um das Buch geschlichen, habe es dann aber mal probiert und mit der englischen Taschenbuchversion kann man ja wirklich nicht viel falsch machen. Ich würd's an deiner Stelle einfach mal probieren. Soo klischeehaft wie manch andere Bücher ist es dann auch wieder nicht und vor allem die Mythologie ist wahrlich faszinierend.

      Liebe Grüße

      Löschen