[About Books] Muss ich euch wirklich mögen? oder auch: Sympathische vs. interessante Charaktere

captain cow | Sonntag, 6. Mai 2012 | |

Für die einen sind sie mehr für die anderen weniger wichtig. Doch es ist unbestreitbar, dass kaum ein fiktionales Buch ohne sie auskommen kann - die Charaktere. Mal sind sie glaubwürdiger mal weniger glaubwürdiger gestaltet, mal gibt es eine größere Ansammlung und dann wieder nicht.
Auf Charaktere im Allgemeinen möchte ich mich in diesem Post aber nicht konzentrieren. Auch nicht auf die generelle Wahrnehmung des Lesers dieser, sondern die Sympathien, die für sie empfunden werden - oder auch nicht.

Für eine Facharbeit für die Schule musste ich einige Ratgeber für Kreatives Schreiben vergleichen. Oft begegnete mir da der Tipp, dass die Charaktere "wundervoll" sein müssten, damit sie dem Leser eine emotionale Erfahrung bieten können. Beim Lesen und Schreiben von Rezensionen und natürlich vor allem beim Lesen von Büchern habe ich mir schon oft diese Frage gestellt - muss ich die Charaktere mögen, damit mir das Buch gefällt? Macht das Buch keinen Spaß, wenn ich die Hauptfigur nicht leiden kann? Oder ist das unwichtig?

Denn was Sympathien für Buchfiguren anbelangt ist es wie im echten Leben. Manche mag man und andere kann man einfach nicht ab, aus welchen Gründen auch immer. Anders als im echten Leben ist es jedoch oftmals so, dass man in der Kopf dieser Figur hineinguckt, die man auf den Tod nicht leiden kann. Und da kommt ein neuer Punkt hinzu. Sind die Gedankengänge dieser Figur, die man so verabscheut, nicht doch ganz interessant? Kann man nicht doch nachvollziehen, warum sie leidet, liebt und fühlt, wie sie fühlt? Oder ist das einem gänzlich unverständlich?

Und noch eine Überlegung - muss man sich denn überhaupt in den Hauptcharakter hineinversetzen können, sich mit ihm identifizieren können, um das Buch zu mögen?


Nehmen wir uns eines meiner Lieblingsbücher "Splitterherz" von Bettina Belitz als Beispiel. Oftmals wurde hier kritisiert, dass die  Hauptfigur Elisabeth Sturm zickig sei und es schlecht sei, wie sie sich in bestimmten Situationen verhält. Deshalb: Punktabzug für das Buch.

Ich muss zugeben, dass ich Elisabeth Sturm auch nicht wahnsinnig toll finde. Ihr Charakter hat Ecken und Kanten, von denen einige ganz schön spitz sind, sodass sie wirklich keine leichte Person ist. Aber abgesehen davon, dass ihre Gedankengänge in meinen Augen nachvollziehbar beschrieben waren, ist Elisabeth eine furchtbar interessante Person. Ich fand "Splitterherz" noch viel toller, weil mir Elisabeth durch ihre Widersprüche den Roman noch mit ein paar Charakterstudien versüßt hat.

In anderen Büchern gibt es da auch viele Beispiele. Alaska in "Looking for Alaska" von John Green beispielweise. Aus ihrer Perspektive liest man zwar nicht, dennoch eignet sich das Beispiel hier ganz gut. Denn Alaska mochte ich nicht besonders, aber ihr Charakter ist so vielseitig, dass ich gerne über sie gelesen habe.

Ich muss also feststellen, dass mir nette Hauptcharaktere lange nicht so wichtig sind wie interessante Figuren. Solange diese in sich schlüssig sind, mag ich fehlerhafte Persönlichkeiten in Büchern sogar lieber, weil sie so viel menschlicher wirken. Ganz toll ist es natürlich, wenn ein interessanter Charakter trotzdem meine Sympathiepunkte bekommt. Ein Graus sind mir allerdings ganz nette Charaktere, die jedoch nicht überraschen können und so blass und flach wie ein weißes Blatt Papier bleiben.

Weniger wichtig ist mir, ob ich mich mit dem Charakter identifizieren kann. Wenn ich einfach nur entspannen will beim Lesen, dann ist das ein Pluspunkt, doch insgesamt lese ich, um Figuren, Sachverhalte, Emotionen und viele andere Dinge besser kennenzulernen und nicht, um mal für ein paar Stunden aus meinem Leben in das einer anderen Figur steigen zu können und dort unterhalten zu werden.


Natürlich interessiert mich auch eure Meinung zu diesem Thema sehr, weshalb ich gerne von euch wissen möchte, wir ihr dazu steht. Brecht ihr ein Buch ab oder macht es euch gleich viel weniger Spaß, wenn ihr die Charaktere nicht leiden könnt? Ist das immer unterschiedlich? Wollt ihr euch mit den Charakteren identifizieren können? Oder guckt ihr gerne ab und zu in den Kopf einer anderen Figur, selbst wenn diese nicht all eure Sympathiepunkte bekommt?
Ich bin auf eure Antworten gespannt, egal ob als Antwort auf diesen Post oder eigenen Post auf eurem Blog.

Kommentare:

  1. Ich finde auch, dass eine Figur Ecken und Kanten haben sollte. Aber ich sollte trotzdem noch die Gründe für die Gedankengänge verstehen können :) Glatt polierte Charaktere stören mich dagegen mehr. Oder zum Beispiel auch, wenn die weiblichen Charaktere sich direkt in einen gutaussehenden Typen verlieben und direkt von einer wahren Liebe sprechen -.- Dabei kennen sie noch nicht einmal deren Charakter...

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    1. Letzteres ist wirklich grässlich und ich verstehe nicht, warum Autoren das nachwievor in ihre Bücher einbauen, weil ich kaum jemanden kenne, der dieses Prinzip vom sofortigen Verlieben (und nein, nicht Schwärmerei sondern echte LIEBE) gerne liest :S
      Freut mich, dass du es ähnlich siehst. Nachvollziehen können möchte ich die Handlungen ja auch.

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  2. ich glaube mir sind die charaktere am wichtigsten in einem buch...meisten jedenfalls! wenn ich einen charakter nicht mag okay, aber, wenn es gleich mehrere sind oder sogar die hauptperson, dann wird das buch für mich direkt zu einem viel schlechterem buch, da kann dann auch eine gute handlung nichts mehr ändern ;)

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    1. Charaktere sind mir auch am wichtigsten, irgendwie. Allerdings mag ich es auch über nicht mögenswerte Charaktere zu lesen. Aber interessant, auch mal eine andere Perspektive zu lesen! Danke für deine Meinung :)

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  3. Es gibt zwar oft Charaktere die ich ansich nicht mag, aber mir ist es auch schon oft passiert das ein Autor die Gedankengänge von dieser Person so plausibel gemacht hat, dass mich die Person sozusagen nicht weiter gestört hat. Man versteht sozusagen, wieso sie so komisch ist. Wenn ich ehrlich bin: Ich achte oft nicht sehr auf die Charaktere, nur wenn sie mir negativ oder positiv auffallen.. Mir ist mal aufgefallen, dass ich oft nicht auf sie eingehe.. Gibt ja oft nichts nennenswertes ;)

    Zu Splitterherz: ich mochte Elisabeth in dem Buch eigentlich ganz gerne. Schlimm wurde sie dann erst in Scherbenmond, woah, das war echt schlimm :D

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    1. Ja, so geht es mir auch oft. Das finde ich dann ganz besonders bewundernswert, wenn der Autor es schafft, einen in den Kopf einer Figur hineinzusetzen, die man nicht mag.
      Echt? Ich hab oftmals richtig viel zu den Charakteren zu sagen oO :]

      Hmmm, "Scherbenmond" fand ich da sogar besser. Also ihr Verhalten ist teilweise nicht okay, aber das fand ich noch interessanter, weshalb "Scherbenmond" auch mein Lieblingsband in der Trilogie ist...

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  4. Hihi, das ist witzig. Gerade gestern haben wir noch mit unserem Literaturdozenten über Charaktere in Bücher gesprochen. :D Er meinte, dass gerade in der Hochliteratur es so sei, dass die Charaktere unsympathisch wären, aber trotzdem das Buch/der Roman an sich sehr gut seien.
    Es geht also, wie du schon gesagt hast, weniger darum, ob der Leser selbst den Charakter mag, sondern eher, wie "gründlich" der Autor bei der Gestaltung arbeitet (wenn man das so sagen kann).

    Ich würd ein bisschen differenzieren.
    Würde ich ein Buch aus der Ich-Perspektive lesen, dann möchte ich eigentlich schon, dass mir die Person wenigstens einigermaßen sympathisch ist. Das muss sie ja nicht sofort sein, aber insgesamt sollte ich doch mit ihr mitfühlen können. Eben ein "zweites Ich".
    Wenn dagegen das Buch aus der dritten Person oder gar dem auktorialen Erzähler erzählt wird, finde ich es nicht so schlimm, wenn ich die Charaktere nicht mag. Gerade bei "Bösewichten" ist doch gerade interessant, was sie denken, was sie antreibt. Deswegen mag ich sie ja nicht oder kann mich mit ihnen identifizieren.
    Insgesamt finde ich persönlich es aber wichtig, dass die Charaktere Schwächen haben - aber natürlich auch Stärken. Dass sie eben nicht perfekt und glatt sind, sondern auch ihre Macken haben. Das macht sie einfach unheimlich authentischer.

    Dabei darf aber auch nicht der Plot vernachlässigt werden!
    Was nutzt mir ein interessanter, wunderbar ausgestalteter Charakter, wenn die Geschichte für die Tonne ist?

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    1. Echt? Na, was für ein Zufall :D
      Ja, genau, das ist mir auch aufgefallen. Oftmals gibt es da kaum Charaktere, die wirklich einfach zu mögen sind.

      Das ist wirklich interessant, dass du da bei der Perspektive differenzierst. Darauf wäre ich jetzt, ehrlich gesagt, gar nicht gekommen, denn auch aus der Ich-Perspektive finde ich konfliktreiche und unsympathische Charaktere sehr interessant.

      Ja, glatte Charaktere kann ich auch nicht leiden. Und natürlich muss ein Plot erkennbar sein. Wobei ja in Geschichten mit wirklich gut ausgearbeiteten Charakteren oft auch der Plot größtenteils aus Charakterentwicklung besteht :]

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    2. Zur Ich-Perspektive noch mal: Also, mir fällt jetzt spontan kein Charakter ein, der aus der Ich-Perspektive erzählt und den ich abgrundtief unsympathisch fand. Klar, will ich auch oft mal die Protagonisten schütteln, wenn sie sich "dumm" verhalten oder schreien: "WARUM?". Auch (oder gerade wegen?) in der Ich-Perspektive. Was aber nicht heißt, dass sie mir total unsympathisch wären.
      Das "Ich" ist für mich irgendwie... intimer, also muss auch die Person "intimer" sein. Ergo muss ich mich ihr auch mehr verbunden fühlen, weil dann eben genau das Distanzierte (was ja beim Er- oder auktorialen ERzähler der Fall wäre) wegfällt.

      Das stimmt! Ich finde, man kann nicht alles so extrem differenziert betrachten. Ein Buch ist in meinen Augen immer noch ein Gesamtpaket. Da kann der Charakter mal ein bisschen schwächeln, wenn der Plot gut ist und/oder umgekehrt. Aber alles in allem sollte es schon stimmig sein.

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    3. Aw, okay. Ja, verstehe. Irgendwie ist mir das grad nicht so ganz klar geworden, aber wo du es jetzt so sagst, wird es mir klar. Ich denke aber auch, dass einem Charaktere, die aus der Ich-Perspektive schreiben seltener unsympathisch werden, weil man eben so eine Verbundenheit zu ihnen hat und sie deshalb nur selten abgrundtief unsympathisch finden kann.

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  5. Also mit "Splitterhezr" triffst du bei mir einen echt wunden Punkt. Ich glaube mir ist auch seither keine andere Jugendbuchheldin mehr begegnet, die mir mich dermaßen aufgeregt hat.
    Mir geht es nicht unbedingt ums "mögen" oder nicht mögen". Ich kann auch unsympathische Charaktere bewundern, wenn sie mich überraschen und über sich hinauswachsen. Was ich gar nicht leiden kann, sind Charaktere die sich unnachvollziehbar verhalten und ich mich frage, wo der gesunde Menschenverstand geblieben ist.

    In Jura gibts einen Begriff der nennt sich "grob fahrlässig", unser Prof meinte das ist die Situation im Sachverhalt, bei der man sich an den Kopf langt weil es so dämlich ist.

    Wenn ich keinen Zugang zu den Charakteren finde, wars das auch meistens mit mir und dem Buch. Ich muss sie nicht unbedingt "mögen", aber sobald das Verhalten nur noch lächerlich ist, schalte ich ab.

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    1. Oh, so schlimm :S Was fandest du denn an ihr ganz besonders unnachvollziehbar?
      Du bist dann also eher jemand, der sich mit Charakteren identifizieren können muss, wenn ich das richtig verstanden habe? :] Natürlich müssen die Charaktere dann auch in sich schlüssig sein.

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    2. Puh also ich hatte das Buch relativ kurz nach Erscheinen gekauft und gelesen. Sie ist ja dort neu hingezogen und fühlt sich ja von allen missverstanden und war dann vor allem zu ihrem Typen (kann mich da auch nicht mehr an seinen Namen erinnern) ziemlich zickig. Da gabs dann so eine Szene mit einer Turnhalle, die ich nicht nachvollziehen konnte. Oder wie sie sich selbt in der Schule ausgegrenzt hat. Irgendwann konnte ich ihren Monologen kaum noch folgen. Für ein Mädel, das noch so ungemein schlau sein sollte mit 1er Schnitt etc. kam sie mir viel zu oft dämlich vor.
      Durch die 500 Seiten musste ich mich damals ziemlich durchkämpfen und es gehört zu einen der wenigen Büchern, die ich mir 1 Stern bewertet habe. Zwischendurch habe ich auch überlegt abzubrechen, aber da war mir dann das Geld zu schade...

      Ich muss mich nicht unbedingt direkt hineinversetzen können. Eher sobald sie sehr unvernünftig und unnachvollziehbar handeln, schwindet mein Verständnis. Es gibt ja trotzdem Handlungen, bei denen ich sage, die machen Sinn auch wenn ich mich anders verhalten würde.

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    3. Ach so, okay, verstehe. Danke für die Erklärung :] Ja, dazu hatte ich öfter schon Kritik gelesen und das waren auch Stellen, an denen ich sie nicht besonders klasse fand, aber irgendwie fand ich es auch noch in Ordnung und menschlich.
      Wirklich schade, dass dir das Buch so gar nicht zusagen konnte, aber das kommt ja auch vor :] Dass man nicht abbrechen will, kann ich verstehen, schließlich hat man echt eine Stange Geld ausgegeben...

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  6. Figuren müssen mir nicht immer sympathisch sein. Vor allem bei richtigen Bösewichten ist es mir wichtig, dass sie eine schrecklich Persönlichkeit haben und mir während des Lesens bitter aufstoßen, ansonsten würde irgendwas nicht passen.
    Mit den Hauptfiguren sieht das schon ein wenig anders aus. Natürlich finde ich es schön, wenn mir eine solche Person sympathisch ist, aber das heißt ja nicht, dass sie auch automatisch einer der nettesten Menschen überhaupt sein muss. Wie du schon gesagt hast, eine solche Figur braucht Ecken und Kanten, sie muss aufgrund ihres Verhaltens mein Interesse wecken können. Dafür muss sie auch sicherlich nicht immer richtig handeln oder sich genauso verhalten, wie ich selbst es in einer solchen Situation machen würde. Wichtig ist mir aber, dass mir ein Charakter und sein Verhalten logisch erscheint und realistisch bleibt. Außerdem sollte eine Figur auch nicht widersprüchlich handeln.
    Zu nette Charaktere sind auch nicht mein Favorit. Die würden für mich eher in die Schiene 'zu unrealistisch/authentisch' fallen und können mir deswegen auch schon einmal auf die Nerven gehen.

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    1. Interessant finde ich bei dem Beispiel mit den Bösewichten dann vor allem, wenn der Bösewicht insgesamt gar nicht so verabscheuenswert ist.

      Widersprüchliches Handeln kann meiner Meinung nach mal vorkommen, weil Menschen ja auch widersprüchlich handeln. Aber natürlich muss das im Rahmen bleiben und insgesamt sind logisches und realistisches Verhalten sehr wichtig.
      Mit zu netten Charakteren geht es mir auch oft so wie dir. Also es gibt auch andere nette Charaktere, aber diese aalglatten, netten Figuren sind einfach unrealistisch...

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  7. Ein toller Artikel zu einer sehr interessanten und schwierigen Frage! Eine kurze Antwort könnte ich darauf nicht geben. Ich denke, es ist bei mir so, dass es auf das Thema des jeweiligen Buchs und meine Vorerwartungen daran ankommt.

    Nehmen wir zum Beispiel Urban-Fantasy Romane mit einer Liebesgeschichte darin wie eben "Splitterherz" oder "Die for me".
    Im Klappentext solcher Bücher werden oft nur die Liebesgeschichte und die Fantasy-Elemente darin betont. Da gehe ich als Leser dann mit der Erwartung heran - gerade bei der zur Zeit beliebten Ich-Perspektive - eine Protagonistin vor mir zu haben, die zum Einen glaubwürdig ist und in deren Gedanken und Gefühle ich mich zum Anderen größtenteils hineinversetzen kann. Hier möchte ich die Liebesgeschichte mitfühlen können und dafür braucht es für mich eine sympathische Heldin.
    Anders liegt der Fall, wenn beim Klappentext schon darauf hingewiesen wird, dass einen in einem Buch dieses Genres "mehr" erwartet. Dann sind meine Vorerwartungen als Leser schon anders und ich bin nicht enttäuscht über eine unsympathische Protagonistin, sondern freue mich vielleicht schon auf einen ganz speziellen Charakter.

    Ein anderes Beispiel wären Klassiker, beispielsweise von Schiller oder Lessing, die ich beide sehr gerne lese. Es wäre für mich unsinnig, bei den "Räubern" sympathische Charaktere zu erwarten, denn damit würde das Stück sicher seine Wirkung, die es ja so besonders macht, verfehlen.

    Oder ein Krimi aus der Perspektive eines verrückten Täters ... In den will ich mich gar nicht unbedingt einfühlen können ;-)

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    1. Danke, es freut mich, dass dir der Eintrag gefällt :]

      Deine Differenzierung kann ich irgendwie ganz gut verstehen, auch wenn es mir da anders geht. Aber die Erwartungen sind wirklich andere, bei Büchern wie "Splitterherz", usw. als beispielsweise bei Belletristikbüchern, bei denen man erahnen kann, dass es um "schwierige" Charaktere oder Charakterentwicklung geht.

      Stimmt schon, bei Klassikern ist es noch mal was anderes. Wobei man da den Spieß auch umdrehen kann - bei "Lolita" beispielsweise war ich erstaunt, wie nah man dem Hauptcharakter kommt und wie tief in seinen Konflikt hineingerissen. Es ist zwar ein moderner Klassiker, aber dieses "gegen den Willen in eine andere Person hineinversetzen" finde ich persönlich absolut faszinierend, wenn auch sehr kopflastig und schwierig.

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    2. Es ist aber auch ein total interessantes Thema, über dass man sich ewig austauschen könnte! :-)

      Ich wollte noch mal ganz kurz etwas ergänzen, da hatte ich mich vorher, glaube ich, unglücklich ausgedrückt.
      Ich habe kein Problem damit, wenn bei Fantasy-Romanen wie "Splitterherz" mir unsympathischere Charaktere als Protagonisten vorkommen, ganz im Gegenteil. Ich liebe originelle, anspruchsvollere Fantasy, sei es, was die Charaktere, den Schreibstil oder die Handlung angeht (am besten alles auf ein Mal <3).
      Grace in "Nach dem Sommer" war mir bespielsweise nicht unbeding sympathisch und trotzdem habe ich das Buch geliebt. Auch Ellie war mir im ersten Band der Trilogie nicht so sympathisch wie andere Heldinnen, trotzdem würde ich dem Roman volle Punktzahl gegeben. In "Scherbenmond" und "Dornenkuss" war sie mir dagegen viel zu unsympathisch, da z.B. zu zickig und auf sich selbst bezogen ... Da hatte ich keine Freude mehr an allem. Ich finde es fast unmöglich, eine Ich-Erzählung bei dieser Art Geschichte völlig gut zu finden, wenn ich mit der Heldin gar nichts anfangen kann.

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    3. Anspruchsvolle Fantasy ist wirklich nicht verwerflich. Gut, dass du das noch mal weiter ausführst, so verstehe ich es nämlich besser. Bei Grace ging es mir, wenn ich so darüber nachdenke, ziemlich ähnlich. Obwohl ich sie doch ganz gerne mochte, aber eben mit ihren Ecken und Kanten.
      Dieses zickige und auf sich selbst bezogene meinte ich bei Ellie aber auch. Mich hat das irgendwie nicht gestört, weil ich es interessant fand, mal so eine Persönlichkeit in dieser Rolle zu sehen. Aber das ist natürlich wirklich geschmackssache und es kommt auch ganz darauf an, was man von der Geschichte erwartet - ob man sich fallen lassen will und mitfühlen will und dazu eine mehr oder weniger sympathische Hauptfigur braucht oder ob die nicht ganz so entscheidend ist.

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  8. Ohh wieder einer dieser Post die einem noch ewig nachhängen weil man ständig darüber nachdenken muss und grübelt. Ich persönlich mag Charaktere mit Ecken und Kanten. Ich liebe es wenn die Charaktere nicht zu glatt sind und auch Wiedersprüche zu finden sind. So ergeht es mir vorallem immer bei den männlichen Protas. Ich mag es wenn sie einerseits sehr rau und unnahbar sind, man aber genau weiß das irgendwo doch ein Fünkchen weicher Kern sein muss und wenn der Autor/die Autorin es schafft das gekonnt zu verpacken, mag ich die Charaktere noch mehr und muss einfach weiter lesen.
    Klar habe ich auch schon Charaktere gehabt mit denen ich mich überhaupt nicht anfreunden konnte. Meist sind dies weibliche Protas die mir zu viel zicken. Dann habe ich manchmal das Befürfniss das Buch an die Wand zu klatschen - mache ich aber nicht! Denn ich lese dann erst recht weiter, weil mich die Charakterentwicklung interessiert. Meist bleiben diese Protas nicht so, sondern verändern sich im Lauf der Geschichte und das interessiert mich.
    Für mich müssen Charaktere so geschrieben sein, dass ich mich mit ihnen identifizieren kann. Sind sie zu glatt kaufe ich ihnen nichts ab. Denn auch wir realen Charaktere sind nicht glatt und perfekt. Wir haben auch Ecken und Kanten.
    So und jetzt hoffe ich, dass ich nicht völlig dusseliges Zeugs geschrieben habe und das man das alles auch versteht ;)
    LG Jessi

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    1. Wenn der Autor diese männlichen Charaktere gut kombiniert, dann mag ich das auch, aber dieses typische "harter Kerl weicher Kern"-Gehabe kann ich langsam nicht mehr lesen :S
      Ja, die Charakterentwicklung ist bei solchen zickigen oder anderen Hauptcharakteren meist besonders interessant. Schade finde ich es dann nur, wenn der Autor sich auf dem typischen Selbstfindungsschema ausruht und dabei keine Klischees auslässt, das kommt mir in letzter Zeit irgendwie immer öfter unter :/ Wenn der Charakter schon andersartig ist, dann sollte die Entwicklung es auch irgendwie sein.
      Eben, ecken- und kantenlose Charaktere sind irgendwie so unrealistisch...
      Dusseliges Zeug ist es nicht ^^ Ich kann dich sehr gut verstehen :] Danke für deine Meinung!

      LG

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  9. Ich hasse es auch, wenn ein Charakter total perfekt ist und nie Fehler macht. Denn kein Mensch ist fehlerfrei. Wenn sie zu absolut jedem Typen nett sind, weil sie nicht anders können, dann macht sie das eher unsympathisch... Aber ich kann - wie ich zu meiner kleinen Schande sagen muss - auch nicht sonderlich gut mit zu vielen Ecken und Kanten umgehen. Zum Beispiel Katniss von Panem, da konnte ich die meisten Gedankengänge gar nicht mehr nachvollziehen. Oder Luisa bei "Schattenblüte", die fand ich einfach nur oberflächlich und selbsüchtig, und sowas ist für mich nicht weiter interessant, sondern eher nervig. Wenn hinter den vielen Ecken aber eine richtig außergewöhnlich Persönlichkeit steckt, dann geht mein Herz auf, denn so etwas liebe ich einfach :)

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    1. Jaa, genau :]
      Oh, echt? "Schattenblüte" habe ich nicht gelesen, "Panem" aber schon. Und Katniss ist wirklich kein ganz leichter Charakter. Ich konnte ihre Gedanken zwar ziemlich gut nachvollziehen, aber ich kann auch verstehen, dass das für dich irgendwann gar nicht mehr ging :)

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  10. Ich mag es ehrlich gesagt gar nicht, wenn Charaktere nicht authentisch wirken. Deshalb sollten sie auch Ecken und Kanten haben und nicht wie es doch so häufig vorkommt den Eindruck von absoluter Perfektion vermitteln. Dadurch werden sie mir auch beim Lesen immer unsympathischer und es macht mir dann auch einfach keine Lust mehr im Laufe des Buches mit immer mehr Beschreibungen des Charakteres "zugetextet" zu werden.
    Ich muss sagen, bei "Splitterherz" mochte ich weder Elisabeth noch Colin besonders, aber trotzdem begeisterte mich die Handlung so sehr, dass mir das Buch letzendlich doch gefiel. Insofern ist es für mich auch nicht notwendig, dass ich mich mit einem Charakter in einem Buch indentifizieren muss.
    Ich finde es schön, dass du dieses Thema angesprochen hast, da es doch ganz interessant ist zu lesen, was andere darüber denken. :)

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    1. Jaa, ditto! Mir ergeht es genauso wie dir. Was ich dann auch immer seltsam finde, sind diese "Pseudokanten" bei bestimmten Charakteren. Also da sind die Figuren dann ziemlich perfekt und haben ganz kleine Schwächen, die beim genaueren Hingucken gar keine Schwächen mehr sind - verstehst du was ich meine? :S
      Das ist gut zu wissen, dass es dir da ähnlich geht. Danke vielmals für deine ehrliche Meinung zu dem Thema :]

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  11. Hallo Hannah :)

    Hab ja schon lange nichts mehr kommentiert ;)
    dabei schreibst du immer solche, sehr interessanten Beiträge.

    Mir der Frage habe ich mich schon oft auseinander gesetzt.
    Ich finde es ist schwer. In meinen Augen muss eine Figur nicht perfekt sein. Sie darf durchaus Ecken und Kanten haben aber eine gewisse Weise muss ich sie verstehen können. Sie akzeptieren, als mein Begleiter im Buch.
    Als Beispiel fällt mir da mein letztes Buch ein: "Vergissdeinnicht"die Protagonistin fand ich echt schrecklich. Sie war egoistisch, hat getrunken, war bessen von Sex etc. Kurz: Sie hat genervt. Aber jede Seite, die ich sie begleitet habe, wurde mir immer mehr klar, warum, wieso, weshalb. Am Ende mochte ich ihre Taten nicht, aber da war immerhin Verständnis. Man muss eine Figur also nicht immer lieben. Sie nur akzeptieren oder verstehen.

    Anders war es für mich bei "Arkadien" von Kai M. Ich bin nie über 100 Seiten hinweg gekommen, einfach weil ich Rosa nicht leiden konnte. Ich hab sie nicht verstanden, ich mochte ihre Art nicht und ich habe nie ein Gefühl für sie bekommen. Da war keine Basis aufzubauen.

    Figuren spielen für mich eine große Rolle. Schließlich sind sie es, die Geschichten erzählen, Geschichten formen und uns begleiten. Es ist doch genau wie im Film. Man sucht sich immer eine Figur raus, die einem besonders gefällt. Bei der man sagen kann: "Die verstehe ich, die ist wie ich, die mag ich". Nichts anderes erwartet man in einem Buch. Man möchte wenigstens eine Figur haben, mit der man sich wohl fühlt, auf die man sich freut oder mit der man mitfühlen kann.

    Deshalb kann ich, wenn ich nicht eine, solche Person in einem Buch finde, nicht weiterlesen. Dabei kommt es, wie gesagt, nicht darauf an, dass eine Figur "perfekt" ist.

    Liebe Grüße!
    Jenny

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    1. Hallo Jenny!
      Ach, kein Problem. Ich freue mich aber trotzdem, dass du mir zu dem Thema deine Meinung dalässt :]

      Auch wenn es mir in der Hinsicht anders geht (es sei denn, die Charaktere sind einfach nicht authentisch - das ist ein ganz anderes Problem), kann ich auch gut nachvollziehen, was du meinst. Man braucht wenigstens ein wenig Verständnis für die Person, auch wenn man in bestimmten Situationen womöglich anders gehandelt hätte. Deine beiden Beispiele kenne ich noch nicht (und die "Arkadien"-Reihe möchte ich auch nicht lesen), aber solche Figuren kommen ja öfters mal vor und manchmal findet man eine Verbindung zu ihnen, mal nicht.

      Herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort :]

      LG

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  12. Wirklich guter Post.

    Sympathie spielt für mich bei der Bewertung von Charakteren eigentlich keine Rolle. Sollte es auch nicht, finde ich. Mir ist es auch nicht wichtig, mich mit den Figuren identifizieren oder ihr Handeln nachzuvollziehen zu können.
    Entscheidend ist für mich, dass sie Makel haben, nicht perfekt sind. Sie sollen Fehler machen, nicht immer die richtigen Entscheidungen treffen, sich manchmal dumm, egoistisch oder weinerlich verhalten, Überzeugungen haben, Hobbys... kurz: sie sollen menschlich sein. Und einzigartig (ich hasse es, wenn ich das Gefühl habe, von einer Figur schon in tausenden anderen Büchern gelesen zu haben).
    Gut finde ich es auch, wenn sich Figuren im Laufe der Geschichte verändern, egal ob zum Negativen oder zum Positiven. Es ist einfach unglaublich interessant zu beobachten, wie Charaktere aus ihren Erfahrungen und Fehlern lernen, wie sie durch sie stärker werden...oder an ihnen zerbrechen.

    Ich bin, was Charaktere anbelangt, ziemlich wählerisch. Es ist nicht einfach, welche zu finden, die mir zusagen.... vor allem im Bereich der Jugendbücher, die von schlecht geschriebenen Figuren nur so zu strotzen scheinen... tragisch ist vor allem, dass die YA-Heldinnen sich so enorm ähneln. Ich habe das Gefühl, man könnte sie untereinander beliebig austauschen und es würde noch nicht einmal auffallen.

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    1. Freut mich riesig, dass er dir gefällt :]

      Ich sehe es ziemlich genauso wie du. Schön, dass ich mit meiner Meinung nicht allein dastehe. Vor allem die Charakterentwicklung zum Negativen oder Positiven finde ich immer sehr spannend, solange sie schlüssig ist, natürlich.

      Ja, leider ist es in Jugendbüchern und (meiner Meinung nach) vor allem in fantastischen Jugendbüchern oftmals der Fall, dass die Heldinnen und auch die Helden ziemlich austauschbar sind. Es gibt irgendwie zwei Prototypen - die Starke, Unnahbare und die Sanfte, die dann über sich hinauswächst. Hinzu kommen Schwächen, die keine richtigen Schwächen sind (ein wenig Sturheit, die am Ende (übertrieben gesagt) die Menschheit rettet), und die Figur ist "perfekt". Sowas ärgert mich wirklich. Zum Glück gibt es in dem Bereich hin und wieder noch ein paar Ausnahmen...

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  13. Das ist mal ein wirklich interessanter Post! Hm, natürlich ist der Zugang zum Buch leichter, wenn man die Charaktere sympathisch findet. Aber ich gebe Dir recht: Manchmal ist auch ein interessanter Charakter eine Bereicherung, der nicht so sympathisch ist. Das Gesamtpaket muß in dem Fall eben passen. Wichtig ist für mich auf jedenfall immer, dass ein Charakter nicht flach ist. Ecken und Kanten sind eine schöne Sache und jmd. der alles kann, etc. ist für mich schnell uninteressant...

    Liebe Grüße
    Monika

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    1. Der Zugang zum Buch ist wirklich leichter bei sympathischen Charakteren, das stimmt.
      Interessant, auch deine Meinung dazu zu lesen :] Vielen Dank dafür!

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  14. Huhu,

    mal wieder ein interessanter Post :) Ich bin bei Büchern sehr charakterbezogen und wenn mir die Protagonisten nicht gefallen, dann ist es meistens auch sehr wahrscheinlich, dass mir die Geschichte nicht gefällt. Ich muss einen gewissen Zugang zu dem Buch haben und das geht eben über die Charaktere am besten. Ich habe daher auch schon einmal ein Buch abgebrochen, nämlich "Arkadien erwacht" von Kai Meyer. Die Protagonistin war mir derart unsympathisch, dass ich keine Lust mehr auf das Buch hatte. Splitterherz hat mir gut gefallen, aber Ellie ging mir auch des öfteren mal auf den Keks. Ansonsten fallen mir spontan gerad keine Beispiele ein, aber ich glaube, es gibt noch viele Bücher, bei denen ich mit den Charas nicht warm wurde und das Buch deswegen nicht so gut fand oder gar abgebrochen habe. Allerdings heißt das nicht, dass ein Charakter für mich perfekt sein muss. Ecken und Kanten sind sehr wichtig, aber er muss dennoch irgendwie ein Sympathieträger sein. Also, keine Perfektionen bitte, aber auch kein unförmiges Etwas :D

    Ganz liebe Grüße,
    Marie

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    1. Hallo Marie,

      du gehörst also auch eher zu der Fraktion, die die Charaktere weitestgehend mögen oder irgendwie mit ihnen mitfühlen muss. "Arkadien erwacht" habe ich noch nicht gelesen (und ich habe es auch nicht vor), aber irgendwie kam das Beispiel hier schon öfter...
      Vielen Dank für deine ehrliche Meinung zu dem Thema :]

      LG

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  15. Hey du:) Vor ein paar Monaten hast du unter anderem um meinen neuen Bloglink gebeten.. und da ich nun wieder angefangen habe zu bloggen melde ich mich!
    Hier der Link: http://maxierenee.blogspot.com

    Schönen Blog hast du:)
    Liebe Grüße, Maxie!

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    1. Vielen Dank! :) Ich guck gleich mal vorbei :)

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  16. Ich bin ja auch der Meinung, dass man einen Charakter nicht unbedingt mögen muss. :) Wichtiger ist für mich, dass sie interessant sind - so bin ich eher froh, wenn ein Charakter auch mal Seiten hat, die ich nicht so gutheißen kann, wie z.B. Saba aus Blood Red Road in Bezug auf Emmi. Und trotzdem mochte ich das Buch und fand auch Saba an sich klasse.
    Aber auch wenn ich Charaktere nicht leiden kann, muss das Buch nicht unbedingt schlecht sein - zuletzt habe ich eines gelesen, das aus der Sicht eines Gangsters erzählt wird und erwartungsgemäß ist er kein netter Kerl. Ich habe zwar nicht direkt angefangen, ihn zu hassen, aber wirklich nahe kam ich ihm doch nie. Und trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten.
    Interessant fand ich es auch, als ich George R.R. Martins 'A Feast for Crows' ein Charakter Erzähler wurde, den ich seit dem allerersten Buch hasste. Überraschenderweise habe ich die Kapitel am Ende sehr gerne gelesen - nicht, weil ich sie auf einmal verstand, aber weil ihr Blickwinkel interessant war und, ja, weil sie damit bestätigte, wie unfähig sie ist, worüber ich mich natürlich auch gefreut habe. ;)

    Natürlich mag ich sympathische Charaktere mehr und wenn ein Spaßvogel dabei hat, kriegt das Buch von mir grundsätzlich einen Extrapunkt - ich hab ein Herz für solche Charaktere und sie sorgen auch dafür, dass ich nur noch mehr Spaß am Buch habe. Warum also auch nicht? Aber ein unsympathischer Charakter macht noch nicht die komplette Geschichte kaputt (siehe 'The Iron Daughter' und Meghan!). Viel wichtiger ist da, dass die Charaktere nachvollziehbar und vielleicht nicht ganz so flach wie ein Blatt Papier sind. :)

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    1. Hach, toll, dass du das auch so siehst. Diese Eigenschaft von Saba fand ich übrigens auch klasse - also dass die Autorin sich "getraut" hat ihre Protagonistin nicht als schillernde Heldin darzustellen. Mir haben zwar andere Dinge an diesem Buch nicht so gefallen, aber dass Saba auch schlechte Eigenschaften haben durfte, gefiel mir sehr gut.

      Sympathische und gleichermaßen interessante Charaktere sind natürlich immer besser als nicht ganz so nette Charaktere. Ist ja auch nicht weiter verwerflich, es macht so (fast) immer mehr Spaß.

      Vielen Dank für deine Antwort & ehrliche Meinung :)

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  17. Ich sehe das eigentlich auch wie die anderen.
    Eine Figur muss in gewisser Weise ausdruckstark rüberkommen. Da hilft es wirklich nicht, wenn er/sie als wunderschön und perfekt beschrieben wird, die charakteristischen Eigenschaften aber zum Himmel stinken. Das verhält sich doch auch im realen Leben so.
    Es gilt doch einander zu respektieren mit Mankos und ohne. Wenn die Person an sich interessante Charakterzüge hat und man sich gut versteht, ist das schon mal ein guter Schritt.
    Wenn man ein Buch aufschlägt, entscheidet man sich in diesem Moment eine gewisse Zeit mit dem Protagonisten zu verbringen. Klar, ist diese fiktional, aber es ist deine Zeit, es ist meine Zeit die wir dann investieren. So ist es mir zum Beispiel während des Lesens schon passiert, dass die Hauptfigur mich sehr angesprochen hat, bis zu dem Zeitpunkt an dem diese auf eine Figur bzw. andere äußere Umstände, und irgendwas verlorgen ging.
    Aktuelles Beispiel ist da für mich leider "Finding Sky 1". An diesem Buch beiße ich mir die Zähne aus und ärgere mich grün und blau. Grund: die Protagonistin könnte so unglaublich interessant sein, wäre da nicht dieser 'tolle Typ' der mit seinem Schicksals-Gequatsche den Fokus von der Vergangenheit des Mädchens lenkt. So geht für mich das Besondere am Buch verloren.

    Anderen gefällt gerade dieses liebeskranke Geplänkel. Da scheiden sich natürlich die Geister. Bestes Beispiel hier: Rosa aus der Arkadien-Trilogie. Sie habe ich gemocht. Eine ziemlich schräges Mädchen mit einer ungeheuren Last. Ich fand Rosa einfach klasse, auch wenn ich gerade mal nicht eine Entscheidung von ihr nachvollziehen konnte.

    Ebenfalls ein absoluter Symphatieträger, besonders durch die Ecken und Kanten, ist für mich Tris aus Divergent/Insurgent. Eine Romanfigur wie ich sie liebe.

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    1. Ja, das stimmt. Aber schlimm finde ich es irgendwie auch immer, wenn ALLE oder fast alle Charaktere in einem Buch den Hauptcharakter anhimmeln und beneiden. Sowas hängt mir auch immer ziemlich schnell zum Hals raus.

      Was du mit dem "Zeit verbringen" sagst, stimmt schon. Irgendwie erwartet man dann doch, dass sich die Autorin zumindest Mühe mit der Ausarbeitung der Figur gegeben hat.

      Ich kenne "Finding Sky" nicht, aber ähnliches habe ich darüber gehört und - ach Mensch, das klingt wirklich nicht gut. Ich mag Liebesgeschichten in Büchern, aber wenn sie andere interessante Inhalte in den Hintergrund drängen, dann ist das nicht mehr so schön :/

      Über Rosa wurde hier ja schon einiges Negatives gesagt. Auch die "Arkadien-Trilogie" habe ich nicht gelesen, aber solche zwiespältige Reaktionen auslösende Hauptcharaktere gibt es ja öfter.

      Hach, Tris liebe ich auch. Auch wenn sie wirklich nicht perfekt handelt, sie ist so... natürlich, dass sie einem ans Herz wächst!

      Herzlichen Dank für deine ausführliche Antwort :]

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  18. Das ist zwar nichts Neues mehr, aber ich muss noch mal sagen, wie sehr ich deine Beiträge dieser Art liebe *__* Toll mal so Gedanken zu Büchern Posts zu lesen und dann so liebevoll aufgemacht und geschrieben. Lobloblobloblob, bitte noch viel mehr davon :D

    Ich glaube, es ist schon einfacher, wenn man die Figuren mag ein Buch zu lesen. Aber es geht auch anders. Genau wie du beschreibst, man kann Menschen auch interessant/faszinierend finden ohne, dass sie einem sympathisch sind. Ich finde ein gutes Beispiel wäre Before I Fall von Lauren Oliver, in dem die Protagonistin am Anfang ein ziemliches Biest ist, aber das Spannende am Roman ist eben ihre Entwicklung zu beobachten.

    Anders ist es, wenn eine Figur nervig ist. Das finde ich schwer zu ignorieren.

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    1. Oooh, tausend Dank! Freut mich riesig, dass dir auch dieser Eintrag wieder gefällt :] Da das Ganze schon eine eigene Kategorie geworden ist, wird es wohl in nächster Zeit immer mal wieder etwas in die Richtung geben :]

      Einfacher ist es auf jeden Fall, wenn man die Figur mag. Aber manchmal sind ja Herausforderungen auch gut :]
      Stimmt, "Before I Fall" hatte ich da komplett vergessen, aber Sam ist wirklich ein gutes Beispiel für so eine Person und die Entwicklung ist noch viel interessanter.

      Jaa... Wobei viele Figuren, meiner Meinung nach, oft nervig sind, weil sie nicht in sich schlüssig sind oder nicht ausreichend detailiert gezeichnet. Zumindest ertappe ich mich oft dabei, dass ich mich von solchen Figuren stark genervt fühle...

      Vielen Dank für deine Meinung :]

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  19. Haha wieso? Dachtest du ich wär die die die brille trägt? (:

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  20. Den Vergleich von Bookiverse zu Laurens Oliver "Before I fall" find ich so stimmig und klasse. Es ist schon richtig aufregend, wenn man eine Geschichte liest in der eine charakteristische Entwicklung vor sich geht, ohne das diese unglaubwürdig wird. Kann ich nur unterstreichen.

    Zu "Finding Sky" muss ich sagen: ich habe ja nichts gegen Liebesgeschichten. Doch irgendwo muss es glaubhaft bleiben und bei diesem Buch ist mir das bisher einfach nicht gekonnt beschrieben.

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    1. Ja, auf den Vergleich bin ich selber nicht gekommen, aber er ist wirklich ein gutes Beispiel.

      Ich verstehe schon, was du meinst :/ Ich mag die Liebesgeschichten ja auch, aber wenn es ausartet und eben nicht gekonnt oder glaubwürdig beschrieben ist, dann ist das furchtbar schade...

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  21. Hay ;)

    ich hab mal eine Frage an dich, wie hast du das hinbekommen mit dem "Weiterlesen" - Buttom?
    Ich hab das schon oft versucht, aber nie hinbekommen...

    :P

    LG
    Jeny

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    1. Du musst einfach im normalen Postfenster diesen "Jumpbreak" einbauen, das ist, wenn du den Post schreibst, so ein Symbol mit einem weißen Blatt Papier dass einen Riss hat.
      Den Buttom habe ich dann selbst gebastelt und manuell eingefügt, mit diesem Tutorial.

      LG

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  22. Ein interessanter und toller Beitrag! In Rezensionen fällt mir mittlerweile oft auf, dass ein Buch schlecht abschneidet, weil ein Charakter absolut nicht der Fall des Lesers war. Manchmal kann ich das nachvollziehen, manchmal nicht. Für mich macht ein gutes Buch bei weitem mehr aus. Bloß weil man etwas nicht mag, muss es ja nicht gleich schlecht sein - auch hier wie im wahren Leben. Für mich gehört das Drum Herum einfach dazu und gerade etwas schwierige/auf den ersten Blick unsympathische Charaktere interessieren mich. Elli Sturm ist da ein gutes Beispiel. Ich mochte sie, trotz ihrer anstrengenden Art, weil Belitz einfach einen Charakter zum Anfassen gestaltet hat und sie für mich dadurch umso authentischer wirkt. Auch die Art des Schreibens/des Geschichtenerzählens konnte mich hier einfach begeistern.

    Aalglatte und supernette Protas hingegen sind mir mitunter suspekt. Vor allem, wenn sie blass gestaltet sind, kaum Hintergrund haben und es dem Leser einfach nur recht machen sollen. Wenn ich zum 100. Mal über ein schüchternes Mauerblümchen lesen muss, welches das Herz des düsteren Helden im Sturm erobert, dann langweilt das einfach. Denn mal ganz ehrlich! Ich glaube jeder von uns hat etwas unsymphatisches/eine furchtbare Macke/Eigenschaft an sich. Der eine kommt halt damit zurecht, ein anderer eben nicht. Also ist ein unsympathisch wirkender Charakter für mich kein Hinderungsgrund ... hier gibt es oftmals viel zu entdecken und schön ist es doch, wenn der Autor es dann vermag, das Ruder noch rumzureißen. Verständlich machen kann warum er/sie so reagiert. Da gebe ich schon eher auf, wenn mich ein Buch von der ersten Seite an langweilt und der Funke einfach nicht auf mich überspringen mag. Für mich muss also das Gesamtpacket aus Charakterentwicklung, Plot, Schreibstil etc. stimmen.

    Liebe Grüße
    Reni

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    1. Es freut mich sehr, dass dir der Beitrag gefällt.
      Ich kann dir da nur zustimmen. Das Drumherum ist natürlich auch sehr wichtig. Klar gibt es manchmal Protagonisten, mit denen man gaaar nichts anfangen kann, aber meistens sind das dann eher die, die nicht authentisch gestaltet sind, denke ich.

      Diese sich ständig wiederholenden Plots hängen mir auch zum Halse raus. Da sind mir dann etwas "schwierige" Charaktere auch lieber. Und wie du sagst, hat jeder seine Macken oder schlechte Eigenschaften.
      Ich sehe schon, wir sind uns da ziemlich einig ^^

      Vielen Dank für deine Meinung :)

      LG

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