[Rezension] Sylvia Plath - The Bell Jar

captain cow | Freitag, 9. März 2012 | / |







Taschenbuch | 244 Seiten
Erstmals 1963 erschienen
Preis: ab 8 €
Deutsche Ausgabe







This extraordinary work--echoing Plath's own experiences as a rising writer/editor in the early 1950s--chronicles the nervous breakdown of Esther Greenwood: brilliant, beautiful, enormously talented, successful, but slowly going under, and maybe for the last time.




Sylvia Plath ist eine Autorin, von der ich schon seit langem einmal etwas lesen wollte. Da ich eher weniger ein Fan von Gedichten bin, beschloss ich, den ersten Versuch mit ihrem einzigen Roman „The Bell Jar“ zu starten.
Eine gute Entscheidung, wie ich schnell feststellte. Sylvia Plaths Schreibstil ist absolut einnehmend – sehr individuell, dennoch angenehm zu lesen und gleichermaßen auf Beschreibungen des Umfelds, der Charaktere und auf Gefühle konzentriert. Dabei trifft man auf die eine oder andere Metapher, ganz besondere Bilder, die einem in dieser Form vorher nicht untergekommen sind.

Besonders was die Gefühle der Protagonistin Esther Greenwood (die wie ein Alter Ego der Autorin zu sehen ist) ist dieser eingängige Schreibstil auch notwendig. Denn im Laufe des Buchs verfällt sie in schwere Depressionen. Bei diesem Punkt war ich zunächst skeptisch, denn oftmals erkennt man zwar einige Symptome der Charaktere in den Büchern, nimmt sie als depressiv war und bemitleidet sie vielleicht auch. Aber selten kommt es vor, dass man sie versteht. Wünschenswert ist dieser Geisteszustand keinesfalls, doch als ich „The Bell Jar“ las, war ich tatsächlich in Esther Greenwoods Gedankenwelt. Ich konnte nachvollziehen, warum sie so wie beschrieben handelte. Ich konnte nachvollziehen, dass es irgendwie nicht anders ging, dass es sich nicht besserte. Und wenn ich das Buch für kurze Zeit weglegte, dann war da dieser bittere Geschmack in meinem Mund. Weil sie noch immer in meinem Kopf herumspukte.
Ich kann Sylvia Plath nur dafür bewundern, wie sie es schafft, solche Gefühle in mir wachzurufen. Vollkommenes Verständnis. Und gleichzeitig auch Schrecken darüber, wie schnell so etwas gehen kann. Auf der anderen Seite auch das Verständnis für das Handeln der anderen Charaktere...

Die Entwicklung des Hauptcharakters dominiert die Geschichte, einen anderen roten Faden gibt es nicht. Aber das reicht in „The Bell Jar“ auch vollkommen, denn dieses Thema ist so einnehmend, dass alles andere fehl am Platz wäre. Allzu viel möchte ich über das Buch aber auch nicht sagen. Denn ich denke, jeder sollte es für sich erleben. Ich für meinen Teil bin froh, es gelesen zu haben – ohne dieses Buch wäre mir tatsächlich ein beeindruckendes Leseerlebnis entgangen.



„The Bell Jar“ ist ein Buch, dass mich charaktertechnisch und stilistisch mitreißen konnte. Aber vor allem machte es mich auch reicher an Erfahrungen, was dieses Buch zu etwas ganz besonderem macht. Deshalb kann ich nicht anders, als es wärmstens weiterzuempfehlen – aber Achtung! Man sollte wirklich in der Laune für dieses Buch sein, denn es kann einen ganz schön mitnehmen.
An alle Leser unter euch, deren Englisch gut ist: Lest es im Original! Sylvia Plaths Stil ist wirklich unvergleichlich!

Kommentare:

  1. Wie schön, dass es dir auch so gut gefallen hat! Jetzt kannst du dich an die Gedichte heranwagen ;-)

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    1. Japp, die sind dann wohl auch bald dran...

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  2. das klingt ja interessant ^^
    vielleicht les ich das mal, wenn
    ich was anderes will als fanatasy :)

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    1. Oh ja, in dem Fall ist dieses Buch sehr empfehlenswert!

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  3. Das Buch ist wenn ich mich recht erinnere ein Einzelband

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  4. Uh, das klingt unheimlich gut! Vielen Dank für die Review!

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  5. Das "Lies mich" Bäumchen :D Schön, dass es dir so gut gefallen hat. Ist schon eine ganze Weile her, dass ich das Hörbuch hierzu gehört habe, aber ich hab immer noch manche Szenen im Kopf. Ich fand es auch sehr interessant zu erfahren wie Depressionen zu jener Zeit behandelt worden sind, besonders gruselig, fand ich diese Stromtherapien o.o

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    1. Oh jaa, an der Stelle wurde mir ganz komisch zumute. Echt, als würde das helfen (Vor allem wie der erste Doktor das gemacht hat... Meine Güte!).

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