[Rezension] Mara Lang - Masken: Unter magischer Herrschaft

captain cow | Freitag, 16. März 2012 | / |






Klappenbroschur | 608 Seiten
Erschienen im März 2012
im Knaur Taschenbuchverlag
Preis: 14,99 €
ISBN: 9783426510094







Die junge Ferin sehnt ungeduldig den Tag herbei, an dem sie endlich die Maske erhält, die ihre hässlichen blauen Gesichtsmale überdecken und sie ebenso schön machen wird wie die Herrschenden. Aber ihre Maske zerfällt zu Staub – und Ferin wird zu einer Gesetzlosen. Sie flüchtet zu einer Rebellengruppe, die unmaskiert im Dschungel lebt. Hier erfährt sie die Wahrheit über die magischen Kräfte ihres Volkes, die von den Masken unterdrückt werden, und lernt den attraktiven Martu kennen. Gefangen in einem Strudel aus Unterdrückung, Verrat und Rache, der nicht nur die Freiheit ihres Volkes, sondern auch ihre große Liebe bedroht, bleibt Ferin nur eins: Sie muss die Masken zerstören.




Ich weiß gar nicht genau, was mich an „Masken – Unter magischer Herrschaft“ so neugierig machte. Denn schon beim Lesen des Klappentexts ist es klar, dass es sich hierbei um High Fantasy handelt – nur die wenigsten Bücher aus diesem Genre können meine Aufmerksamkeit erregen und Begeisterung auslösen. Dennoch fand ich die Idee mit den Masken äußerst interessant.

Schon die ersten Seiten konnten mich in ihren Sog ziehen – mit dem Mädchen Ferin erlebt man die Maskierungszeremonie. Ein Ereignis, auf das sie seit Jahre gewartet hat, schließlich ermöglicht es ihr, in der Gesellschaft aufgenommen zu werden und nicht länger ihr Dasein im Schatten fristen zu müssen. Doch nach ihrer Maskierung ereignen sich seltsamste Vorfälle in der Maskenhalle, deren Zeugin sie wird. Wenige Tage später wird klar, dass die Maske sich von Ferins Gesicht ablöst – etwas, das alles andere als gewöhnlich ist. Weil sie in ihrem Alter nicht mehr unmaskiert sein darf, soll sie mit einem Gefangenentransport aus der Stadt gebracht werden.

Natürlich stellen sich dem Leser – und Ferin – schon ab diesem Zeitpunkt viele Fragen: Was sind die Masken? Warum existieren sie überhaupt? Mir gefiel es sehr gut, wie Mara Lang in ihrem Roman allmählich Spannung aufbaut. Obgleich Ferin mir zu Anfang mit ihrer anerzogenen, sehr zurücknehmenden Art etwas unsympathisch war, interessierte mich ihr Schicksal sehr. Und auch die Überlegungen, die sie sich zu ihrer Situation, den Masken und deren Rolle macht, konnte ich sehr gut nachvollziehen. Insgesamt gefiel mir jene Nachdenklichkeit des Hauptcharakters – denn so wird in „Masken“ nicht nur eine spannende Geschichte erzählt, sondern auch das Heranwachsen eines jungen Mädchens und ihr Weg zu sich selbst. Manchmal empfand ich diesen zwar als etwas übertrieben dargestellt, doch insgesamt war die Entwicklung sehr gut nachvollziehbar und spannend zu beobachten.

Doch auch andere Charaktere kamen nicht zu kurz. Die Palette an Figuren, die Mara Lang hier erschaffen hat, macht „Masken“ zu einem sehr abwechslungsreichen Roman. Es gibt so viele verschiedene Charaktertypen, die alle ihre Besonderheiten und Eigenheiten haben. Manch einer dieser Charaktere konnte mich zwar nicht für sich begeistern, dafür gab es jedoch andere, die den Sprung in mein Herz schnell geschafft hatten.

Viele Charaktere waren wichtig für das Voranschreiten der Handlung, die es übrigens auch in sich hatte. Es ließ sich natürlich erahnen, worauf die Figuren hinarbeiten, dennoch kann man die Geschichte nicht als vorhersehbar bezeichnen. Bis auf diese Tendenzen hatte ich stellenweise keinen blassen Schimmer, in welche Richtung sich dieses Buch als nächstes bewegen würde. Und das obwohl das Buch viele ruhige Passagen beinhaltet, die es dem Leser ermöglichen, Luft zu holen und die Charaktere besser kennen zu lernen oder an ihren Gedanken teilzuhaben. Oftmals nahm sich die Autorin auch Zeit, um die Umgebung etwas besser zu beschreiben. Die Orte in diesem Buch finde ich übrigens sehr gut gewählt. So reist man zu allerhand exotischen Schauorten: In die Wüste; die Savanne; das heiße, trockene Bergland und in den Dschungel.
Durch Mara Langs atmosphärischen Schreibstil fiel es mir sehr leicht, diese Landschaften in meinem Kopf zu konstruieren. Daneben kommen aber auch Ferins Gefühle nicht zu kurz. Knapp gesagt: Eine sehr gute Mischung. Zumal der Stil sehr flüssig ist und mit schönen Formulierungen aufwarten kann.

Oft waren mir die präzisen Beschreibungen aber etwas zu viel – an so einigen Stellen waren einfach keine Details mehr nötig. Sowieso hätte etwas mehr Subtilität diesem Roman sicherlich nicht schlecht getan. Bestimmte Landschaften kannte man schon, über bestimmte Eigenschaften der Charaktere wusste man Bescheid und auch Gedanken des Hauptcharakters waren zuvor schon erläutert worden, sodass eine Wiederholung unnötig war.
Abgesehen davon konnte mich das Buch aber – trotz meiner Skepsis gegenüber des Genres – überzeugen.




Mit „Masken – Unter magischer Herrschaft“ ist Mara Lang ein Debüt gelungen, das sich blicken lassen kann. Ganz ohne Schwächen ist es zwar nicht, dennoch vereint das Buch ein interessantes Setting, eine spannungsreiche Handlung, vielfältige Charaktere und einen flüssiger Stil und ist deshalb wirklich lesenswert.



Ich bedanke mich herzlich beim Knaur Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Kommentare:

  1. Ich war schon ganz gespannt, was du von dem Buch halten würdest und habe mich gefreut, als ich die Rezi entdeckt habe :-)
    Die Geschichte um die Masken klingt interessant und auch kreativ, dieser Punkt macht mich definitiv neugierig. Ein Buch für meine Wunschliste ist es eher nicht, aber falls sich irgendwo die Möglichkeit zum Ausleihen ergibt, würde ich gerne zugreifen.

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  2. Klingt besser als deine 3.5 Schmetterline vermuten lassen ;) Ich bin nachwievor fasziniert von dem Konzept und habe gerade noch ein bisschen mehr Lust auf das Buch bekommen... jetzt schreckt mich nur noch die Seitenzahl ab ;D

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    1. Klingt irgendwie doch eher nach 4 oder? :S Hmm...
      Aber dieses "alles muss betont und 3-4 Mal gesagt werden" hat mich zum Ende hin einfach unglaublich gestört.
      Die Seitenzahl ist allerdings gar nicht so schlimm. Das Buch liest sich wirklich schnell ^^

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    2. Ach, ich finde das nicht so schlimm, wenn der Text sich nicht komplett mit der Bewertung denkt. Ich meine, von so einer Sterneanzahl erwartet jeder was anderes, wichtig ist, was du im Text beschreibst (und selbst das interpretiert jeder noch mal anders). Überflüssige Details nerven mich auch schnell, da denke ich immer, dass der Autor/in seinen Lesern nicht genug zutraut.

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