[Rezension] Melina Marchetta - The Piper's Son








Hardcover | 330 Seiten
Erschienen im März 2011
bei Candlewick Press
ISBN: 9780763647582
Preis: ab 12,30 €





Award-winning author Melina Marchetta reopens the story of the group of friends from her acclaimed novel Saving Francesca - but five years have passed, and now it’s Thomas Mackee who needs saving. After his favorite uncle was blown to bits on his way to work in a foreign city, Tom watched his family implode. He quit school and turned his back on his music and everyone that mattered, including the girl he can’t forget. Shooting for oblivion, he’s hit rock bottom, forced to live with his single, pregnant aunt, work at the Union pub with his former friends, and reckon with his grieving, alcoholic father. Tom’s in no shape to mend what’s broken. But what if no one else is either? An unflinching look at family, forgiveness, and the fierce inner workings of love and friendship, The Piper’s Son redefines what it means to go home again.


„The Piper’s Son“ ist der zweite Teil des Buchs „Saving Francesca“ – an sich kann man das Buch auch unabhängig von Teil 1 lesen, dennoch denke ich, dass man vor allem die Charaktere und die Hintergrundgeschichte besser versteht, wenn man „Saving Francesca“ kennt.

Da mir Tom als Charakter in „Saving Francesca“ schon ziemlich gut gefallen hat und ich um die Bücher von Melina Marchetta ohnehin keinen Bogen machen kann, war es klar für mich, dass „The Piper’s Son“ bald zu meiner Abendlektüre zählen würde. Meine Erwartungen waren, wie bei jedem Marchetta-Buch, ziemlich hoch – und wurden nicht enttäuscht.

Anfangs war ich noch ziemlich verwirrt. Die Handlung beginnt etwa 5 Jahre nach dem Ende von „Saving Francesca“ und zunächst war ich sehr verdutzt über Toms Verhalten. Alles hat sich so sehr verändert, er ist kein Schüler mehr und hat scheinbar einiges in seinem Leben durchgemacht. Was genau, erfährt man nicht sofort. Man merkt ihm an seiner Art und den Gedanken, auf die man einen Blick erhaschen kann, an, dass irgendetwas vorgefallen sein muss. Auch die Beziehung zu den Figuren, die mir in „Saving Francesca“ schon so ans Herz gewachsen ist, ist komplett anders. Und die Atmosphäre: Düster, traurig, irgendwie aussichtlos und erschöpft. Damit wurde eine Spannung aufgebaut, die es mir schwer machte, das Buch aus der Hand zu legen. Denn ich wollte wissen, was los war. Was sich verändert hatte. Und ob es für Tom überhaupt noch eine Chance gab.

Die Weiterführung der Geschichte hat mich nicht enttäuscht. „The Piper’s Son“ glänzt nicht mit einer ausgefallenen Handlung, aber das ist auch nicht Sinn der Sache. Charakterentwicklung und Gefühle stehen im Vordergrund, die Handlung treibt diese nur an. Deshalb fand ich die Handlung auch so schwer vorhersehbar – man weiß einfach wirklich nicht, was geschehen wird. Man kann nur hoffen. Und das tat ich auch, denn obwohl Tom als Hauptcharakter nicht der sympathischste ist, konnte ich wunderbar mit ihm mitfühlen und in seine Gedanken- und Gefühlswelt eintauchen. Doch nicht nur er wuchs mir ans Herz – auch all die anderen Charaktere in diesem Buch, so fehlerhaft sie auch sein mochten, interessierten mich sehr. Keiner von ihnen erschien mir als unrealistisch oder zu flach.

Gefühlsduselig wurde dieses Buch aber auch nie. Marchetta versteht es, auf subtile Art und Weise Gefühle zu beschreiben oder mit bestimmten Situationen genau die gleiche Reaktion beim Leser auszuüben wie bei ihrem Hauptcharakter. Mehrmals konnte ich mich vor Lachen kaum halten oder hatte Tränen in den Augen, weil ich so sehr in diese Geschichte hineingesogen wurde. Einen besonders poetischen Stil braucht Melina Marchetta dafür aber gar nicht. Sie reiht zwar nicht Hauptsatz für Hauptsatz aneinander, dennoch drückt sie sich sehr klar aus, sodass die Gedanken und Gefühle ihrer Charaktere eindeutig zu verstehen sind. Auch um Ausdrücke und Flüche wird in diesem Buch kein Bogen gemacht – sie lässt die Jugendlichen so reden, wie es eben ist und deshalb hatte ich auch nie das Gefühl, ein Dialog wäre unrealistisch.

Was mir ganz besonders an diesem Buch gefallen hat, ist, dass es kein so typisches Jugendbuch ist. Es wird hin und wieder etwas aus der Vergangenheit erzählt und abgesehen von Toms Geschichte erfährt man auch einiges über seine Tante Georgie, die zu diesem Zeitpunkt ebenfalls starke Probleme hat. Einerseits bekam man so noch einmal einen anderen Blick auf die Charaktere, weil man sie aus zwei Perspektiven beobachten konnte, andererseits berührte mich auch Georgies Geschichte sehr. Auch wenn ich sie und Tom für ihre Art am liebsten hin und wieder geschüttelt hätte - ihr Handeln war unglaublich realistisch. Die Hauptcharaktere sind mit ihren 21 und 43 Jahren nicht im herkömmlichen Jugendbuchalter. Zudem ist die Liebesgeschichte hier erneut sehr klein gehalten. Es geht vielmehr um Freundschaft, darum, sich nach Schicksalsschlägen wieder aufzurappeln, zu verzeihen und weiterzuleben – dabei aber auch die Verstorbenen nicht zu vergessen.



Melina Marchetta hat hier wieder ihre unverwechselbare Rezeptur angewandt, die es mir als Leser unmöglich machte, das Buch aus der Hand zu legen: Beeindruckende Charaktere, ein unmissverständlicher und doch nicht zu abgehackter Schreibstil und eine Wucht von Gefühlen. Ich kann dieses Buch, wie auch alle ihre anderen, nur wärmstens weiterempfehlen.


Kommentare:

  1. Nachdem ich nun "Saving Francesca" kenne, musste ich mir nochmal deine Rezension zum 2. Band durchlesen. Für mein Portemonnaie vielleicht keine so gute Idee, denn ich möchte jetzt auch unbedingt weiterlesen, ich mochte Tom so gerne :D Und es muss so spannend sein, zu erfahren, was in den 5 Jahren passiert ist. Ich muss mir das Buch auf jeden Fall nochmal zulegen *-*

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    1. Hihihi, das tut mir grad gar nicht leid :-D Kann ich aber gut verstehen, Tom und der Rest der Truppe ist einfach so toll :D
      Viel Spaß mit dem Buch, wenn du es dann lesen wirst.

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