[Rezension] Daniel Handler - Why We Broke Up

captain cow | Montag, 20. Februar 2012 | / / / / / |






Softcover | 368 Seiten
Erschienen im Dezember 2011
bei Little, Brown Books for Young Readers
ISBN: 9780316127257
Preis: ca. 8,80 €
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I'm telling you why we broke up, Ed. I'm writing it in this letter, the whole truth of why it happened.
Min Green and Ed Slaterton are breaking up, so Min is writing Ed a letter and giving him a box. Inside the box is why they broke up. Two bottle caps, a movie ticket, a folded note, a box of matches, a protractor, books, a toy truck, a pair of ugly earrings, a comb from a motel room, and every other item collected over the course of a giddy, intimate, heartbreaking relationship. Item after item is illustrated and accounted for, and then the box, like a girlfriend, will be dumped.




„Why We Broke Up“ ist für mich eines dieser Bücher, bei denen man sich vor dem Lesen schon fast sicher ist, dass es einem irgendwie gefallen wird. Der Klappentext, sowie die wundervolle Buchgestaltung und der Titel erregten meine Aufmerksamkeit und ließen keine Zweifel zu, sodass das Buch bald sein Weg in mein Regal fand.

 Das Konzept zu dieser Geschichte ist im Grunde genommen sehr, sehr einfach: Min Green und Ed Slaterton machen Schluss. Min schickt Ed eine Kiste mit wichtigen Gegenständen aus ihrer Beziehung und schreibt in einem Brief, warum sie Schluss gemacht haben. Als Leser erlebt man dabei den Verlauf ihrer Beziehung mit, bis zu dem Punkt, an dem eben Schluss ist. Die wichtigen Gegenstände werden jeweils am Anfang eines Kapitels in Form einer Illustration gezeigt – diese Idee finde ich wirklich wunderbar. Zwar könnte man sich auch ohne die Bilder die Dinge sehr gut vorstellen, doch die Bilder hauchen dem Buch noch mal mehr Leben ein und sind sehr schön anzusehen.

Es fiel mir alles andere als schwer in diese Geschichte hineinzufinden. Schon von Anfang an konnte mich Daniel Handlers Stil gefangen nehmen. Zunächst befürchtete ich, die Briefform würde diesem Buch nichts Gutes tun. Doch im Gegenteil: Sie passt sehr gut und macht die Geschichte noch authentischer. Zudem passte der Erzählton wunderbar zu dem eines Teenagers und ist gleichzeitig angenehm zu lesen. Mins Gefühle stehen selbstverständlich im Vordergrund und diese sind in meinen Augen auch sehr glaubwürdig beschrieben. Ebenso wie die Gedanken, die ihr durch den Kopf gehen –selbst wenn es seltsame Gedankensprünge sind – und wie sie handelt. Nicht immer richtig, nicht immer gut, doch das realisiert sie meist selbst. Sie setzt sich mit ihren Fehlern auseinander und ist selbstkritisch, was allerdings auch manchmal ausartet. Doch schließlich handelt dieses Buch von einer Trennung – da finde ich das nur natürlich.

Allerdings ist Min was bestimmte Dinge anbelangt ein sehr aufmerksamer Hauptcharakter, sodass man als Leser auch die anderen Charaktere aus einer objektiveren Sicht betrachten kann. Diese erschienen mir allesamt sehr real und keineswegs unglaubwürdig. Vor allem Eds Schwester Joane habe ich ins Herz geschlossen, auch wenn man nicht sagen kann, dass sie alles richtig macht. Min selbst jedoch war meine Lieblingsfigur in diesem Buch – nicht planlos aber auch nicht gerade zielstrebig, mit einer Vorliebe für alte Filme und viele Kleinigkeiten. Gerade ihre nicht perfekte Art machte es mir leicht, interessiert an ihrer Geschichte zu sein und mit ihr zu fühlen.

Auch wenn man ihn von Anfang an gut erahnen kann, empfand ich den Handlungsverlauf niemals als langweilig. Der Stil und die Charaktere hielten mich gefangen, doch andererseits wollte ich auch wissen, was Ed und Min passiert. Denn obwohl ihre Beziehung ihre Schwächen hat und die beiden Hauptcharaktere zunächst gar nicht zusammen passen, merkt man mit dem Voranschreiten der Geschichte, dass da doch etwas Besonderes zwischen ihnen entsteht. Etwas Schönes, bei dem man zunächst nicht glauben will, dass es ein so rasches Ende finden soll. Allerdings sollte man sich vor dem Lesen dieses Buchs darüber im Klaren sein, dass Daniel Handler hier nicht versucht, eine spannungsgeladene Geschichte mit vielen Rätseln zu erzählen. Der Schwerpunkt liegt in „Why We Broke Up“ ganz woanders.



„Why We Broke Up“ ist tatsächlich eine kleine Schatztruhe. Mit einer schlichten, herzergreifenden Geschichte, gut gezeichneten Charakteren und einem unkomplizierten Schreibstil kann das Buch überzeugen. Die Illustrationen bilden das Tüpfelchen auf dem i. Dennoch kann ich das Buch nicht jedem empfehlen. Das Buch ist in Form eines Briefs geschrieben, was nicht jedem zusagen dürfte. Zudem ist die Geschichte sehr, sehr ruhig und der Hauptcharakter etwas schrullig. Ob man das mag, muss man selbst entscheiden.
Von mir jedoch bekommt „Why We Broke Up“ volle Punktzahl!


Kommentare:

  1. Haaaaaaaaaaaaaaaaaaaben O_O

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  2. Schöner Blog bin auch gleich Leserin geworden würde mich freuen wenn du auch bei mir vorbei schauen würdest

    Lg Mara
    http://mara-ladystyle.blogspot.com/

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    1. Danke, freut mich, dass es dir hier gefällt :D

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  3. Ich sag das zwar nicht oft, aaaaaber: überzeugt und praktisch schon gekauft ;D
    Gracias an dieser stelle ;)

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    1. Bitte, bitte. Hoffentlich enttäuscht dich das Buch jetzt nicht... :D

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  4. Wunderbare Rezension, die in mir die Hoffnung, dass dieses Buch schnellstmöglich ins Deutsche übesetzt werden mag, nur noch größer werden lässt, als sei ohnehin schon nach deinen kleinen Beschreibungen war. Ich denke, auch dieses Buch lässt sich in unsere "fertigmachende"-Bücher Katerogie einordnen? ;) :D

    (Um nochmals auf den Selbsttest zu "Die Bestimmung"/"Divergent" zurückzukommen: Bei mir kam ebenfalls "Unbestimmte" als Ergebnis heraus. Ich wusste gar nicht, dass dieses Ergebnis bei dem Test möglich war, sodass ich dementsprechend unzufrieden damit gewesen bin. Deshalb habe ich bei den Fragen, bei denen keine der Antworten eigentlich auf mich zutreffend waren, das genommen, was mir am nächsten lag und heraus kam: Amite.)

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    1. Hihi, schön, dass sie dir gefällt. Und ich hoffe mit dir. "Fertigmachend" ist es irgendwie schon, allerdings nicht so heftig wie "Ich wünschte, ich könnte dich hassen" beispielsweise, weil die Problematik in diesem Buch ja doch noch eine kleinere ist. Dennoch, sehr schön :D

      Aw, okay. Ich habe das auch immer so gemacht, also das genommen, was mir am nächsten lag - und das war trotzdem "Unbestimmt".

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