[Rezension] Robin Wasserman - Skinned

grass-harp | Freitag, 6. Januar 2012 | / / / / |







Hardcover | 375 Seiten
Erschienen am 7. Januar 2010
im script5-Verlag
ISBN: 9783839001066
Preis: 16,90 €





Lia Kahn ist reich, schön und beliebt - bis ein Unfall sie beinahe tötet. Im Krankenhaus wacht sie in einem perfekten, künstlichen Körper auf. Lia wird nie wieder Schmerz empfinden, sie wird nicht altern und nicht sterben. Doch der Preis dafür ist hoch: Ihre Freunde misstrauen ihr, ihr Freund betrügt sie und alles, was ihr wichtig war, wandelt sich in einen Albtraum. Hin- und hergerissen zwischen dem Leben, das sie einmal kannte, und einer neuen, aufregenden Existenz, lernt Lia bald die bitterste Lektion: Niemand kann ihr die Entscheidung abnehmen, die sie treffen muss, um ihre Liebsten zu schützen.


Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht so recht, was ich von diesem Buch halten soll. Es geht um ein Mädchen namens Lia Kahn, die nach einem Autounfall durch eine plastische Chirurgie seltsamster Art geht. In einem neuen Körper, der nicht ihrer ist, erwacht sie und muss sich irgendwie durchs Leben kämpfen - nicht ganz Mensch, aber auch nicht ganz Maschine. Akzeptiert wird das von ihrer Familie und ihren Freunden kaum, sodass sie langsam von ihrer Position als beliebtestes Mädchen und Schulqueen in den Keller der sozialen Rangordnung rutscht. Gleichzeitig muss sie akzeptieren lernen, dass sie ist, was sie ist - was auch nicht leicht fällt, wenn man vom Rest der Gesellschaft skeptisch beäugt wird.

An sich fand ich die Idee zu dieser Geschichte recht interessant. Etwas in der Art hatte ich zuvor schon gelesen ("ZweiundDieselbe" von Mary E. Pearson), doch diese Geschichte ist hier noch mal ein bisschen anders. Man erfährt einiges mehr über die Welt drumherum - eine gruselige Zukunft unserer Realität, in der die Kluft zwischen arm und reich gewachsen ist, in der Technologie das Leben diktiert und Konzerne die Politik im Schwitzkasten haben. Hin und wieder liest man etwas über diese seltsame Welt, was mir sehr gefallen hat. Das waren positive Aspekte dieser Geschichte, ebenso wie die Diskussionen, ob Lia und die anderen ihrer Art nun noch als Menschen gesehen werden können oder doch vielmehr Maschinen sind. Doch auf der anderen Seite war da eben auch Lia, die von ihren Freunden und ihrer Familie verstoßen wird. Was ... na ja, schon erschreckend zu lesen war, aber irgendwie so furchtbar klischeebeladen und typisch, dass es nicht mehr richtig Spaß gemacht hat. Ich will dazu nicht zu viel sagen, denn das würde nur bestimmte Geschehnisse vorwegnehmen - gefallen hat mir das aber nicht besonders.

Passend dazu waren auch die Charaktere recht einfach gestrickt. Auf mich wirkten sie eben doch mehr wie Personen in einem Buch als wie wirkliche Persönlichkeiten. Es war einigermaßen interessant über sie zu lesen, aber ich kann nicht sagen, dass ich von ihrem Schicksal übermäßig mitgerissen war.

Der Schreibstil hingegen war recht angenehm, sodass ich zumindest nicht abgeneigt war, weiterzulesen. Aber eben auch nicht übermäßig gespannt, auf Grund der Schwächen, die dieses Buch aufwies.



Weiterempfehlen würde ich das Buch nur bedingt. Wer sich mal etwas mit Bioethik auseinander setzen will aber dabei keine wahnsinnig tiefgründige, schwermütige Geschichte lesen will, macht mit diesem Buch nichts falsch.

Kommentare:

  1. Ich mochte das Buch sehr, gerade weil es so schwermütig ist hat es mir unheimlich gut gefallen. Ich muss aber zugeben Lia ist wirklich eine sehr anstrengende Person.

    Trotzdem eine tolle Rezi ♥

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  2. mhhhhhh, das liegt noch auf meinem sub, du klingst aber weniger begeistert :/ mal abwarten und tee trinken xD

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  3. Ich habe mir zur Sicherheit erstmal nur dein Fazit durchgelesen, denn ich habe "Skinned" geschenkt bekommen und bin schon ganz gespannt darauf. Mal sehen, ob es mich auch eher enttäuscht zurück lassen wird...

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