[Rezension] Ursula Poznanski - Saeculum

captain cow | Montag, 16. Januar 2012 | / / / / / |







Klappenbroschur | 496 Seiten
Erschienen im November 2011
im Loewe Verlag
ISBN: 978-3785570289
Preis: 14,95 €





Fünf Tage im tiefsten Wald, die nächste Ortschaft kilometerweit entfernt, leben wie im Mittelalter ohne Strom, ohne Handy , normalerweise wäre das nichts für Bastian. Dass er dennoch mitmacht bei dieser Reise in die Vergangenheit, liegt einzig und allein an Sandra.
Als kurz vor der Abfahrt das Geheimnis um den Spielort gelüftet wird, fällt ein erster Schatten auf das Unternehmen: Das abgelegene Waldstück, in dem das Abenteuer stattfindet, soll verflucht sein.
Was zunächst niemand ernst nimmt, scheint sich jedoch zu bewahrheiten, denn aus dem harmlosen Live-Rollenspiel wird plötzlich ein tödlicher Wettlauf gegen die Zeit.
Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Wald?

Nach "Erebos" ist das nun also der zweite Thriller für Jugendliche von Ursula Poznanski. Auch wenn Thriller nicht mein Lieblingsgenre sind, war ich gespannt auf dieses Buch, da mir "Erebos" schon einigermaßen gut gefallen hatte. Leider konnte "Saeculum" mich nicht so sehr überzeugen.

Zu ersteinmal sind da die ersten 100 Seiten Vorgeplänkel: Dinge, die vielleicht teilweise wichtig für die Geschichte sind, aber auch Abschnitte, die ich am liebsten übersprungen hätte. Dass Geschichten manchmal auch etwas Anlauf brauchen, um richtig zu starten, finde ich verständlich. Aber auch die anderen Komponenten konnten mich anfangs noch gar nicht überzeugen, was das Weiterlesen nicht unbedingt angenehm gemacht hat.

Ursula Poznanski erzählt in einem recht einfachen Schreibstil. Etwas besonders Komplexes muss ja auch nicht sein, weil es doch eher um die Geschichte und die Charaktere geht. Aber ihr Stil war irgendwie langweilig - einfach nicht mein Ding, nicht immer angenehm und alles andere als Besonders.

Auch die Charaktere sprachen mich nicht wirklich an. Sie wirkten auf mich wie ziemlich blasse Abziehbilder, mein Interesse an ihnen verflog schon recht bald. Ich hatte nicht einmal richtig Lust zu erfahren, was ihnen passieren würde, weil ihr Schicksal mich nicht interessierte.

Aber ich las trotzdem weiter. Die ersten 100 Seiten waren geschafft und dann ging es tatsächlich bergauf. Die Geschichte wird tatsächlich spannender, reißt einen mit und zaubert einem hin und wieder eine Gänsehaut auf den Körper. Allerdings war es hier nicht so wie bei "Erebos" - schon recht bald hatte ich meine Vermutungen, was hinter all dem gruseligen Chaos stecken würde. Und größtenteils bestätigten die sich sogar am Ende, sodass ich nicht einmal mehr wirklich mitfiebern konnte.

Sehr gut dargestellt fand ich von Ursula Poznanski aber die Reaktionen der Charaktere auf das, was ihnen widerfährt. Die erschienen mir wirklich sehr realistisch, in allen ihren Facetten. Allerdings hoben sich meine Sympathien für die Charaktere bis zum Schluss nicht wirklich, was vielleicht auch daran lag, dass noch eine - meiner Meinung nach - ziemlich unnötige Liebesgeschichte in den Gefühlscocktail dieses Buchs hineingeschleudert wurde. Mit Spannung oder viel mehr Informationen über die Charakteren konnte sie das Buch nicht anreichern und die ultimative Liebe konnte ich beim Lesen auch nicht wirklich spüren. Meiner Meinung nach also eine Ergänzung, die sich die Autorin durchaus hätte sparen können. Stattdessen hätte sie es einfach mal bei der guten, alten Freundschaft belassen sollen.

Das Ende kam dann so, wie ich es zu größten Teilen erwartet hatte. Die eine oder andere Überraschung bot sich doch noch, sodass ich nicht ganz enttäuscht zurückblieb. Dennoch bot mir "Saeculum" für einen Thriller deutlich zu wenig Spannung und Knobelei.



Leider blieb dieses Buch hinter "Erebos" zurück. Es war teilweise ein angenehmer Nervenkitzel, konnte mich aber wenig überzeugen. Weiterempfehlen kann ich dieses Buch nicht , denn es besaß für mich zu viele Schwächen. Dennoch kann ich mir vorstellen, dass Lesern, denen es mehr um den Inhalt als um die Charaktere geht, dieses Buch eher zusagt als mir.

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