[Rezension] Melina Marchetta - Saving Francesca







Taschenbuch | 242 Seiten
Erschienen im Mai 2006
bei Knopf Books for Young Readers
ISBN: 9780375829833
Erstmals 2003 erschienen
Leseprobe





Francesca is stuck at St. Sebastians, a boys' school that's pretends it's coed by giving the girls their own bathroom. Her only female companions are an ultra-feminist, a rumored slut, and an an impossibly dorky accordion player. The boys are no better, from Thomas who specializes in musical burping to Will, the perpetually frowning, smug moron that Francesca can't seem to stop thinking about.

Then there's Francesca's mother, who always thinks she knows what's best for Francesca—until she is suddenly stricken with acute depression, leaving Francesca lost, alone, and without an inkling who she really is. Simultaneously humorous, poignant, and impossible to put down, this is the story of a girl who must summon the strength to save her family, her social life and—hardest of all—herself.


„Saving Francesca“ kann ich zweifellos zu meinen absoluten Lieblingsbüchern zählen. Vor etwa 5 Jahren las ich es zum ersten Mal, dann irgendwann noch einmal – und jetzt noch einmal. Keines der drei Male habe ich mich auch nur ansatzweise gelangweilt – im Gegenteil, ich bin noch immer stark beeindruckt von diesem Buch!

Im Grunde genommen ist die Geschichte ganz einfach: Francescas Mutter Mia steht eines Morgens nicht auf. Mia, die sonst ein reiner Wirbelwind ist, morgens laute Musik spielt und mit der sich Francesca herzzerreißend streiten kann. Aber plötzlich ist da morgens nichts. Niemand, der Francesca vor der Schule aufmuntert – was sie gerade besonders gebrauchen könnte, denn seit kurzem besucht sie eine Schule, die erst in diesem Jahr auch Mädchen aufnimmt. Inmitten dieser Masse von Jungen ist es nicht einfach, vor allem wenn man noch keine Verbündeten gefunden hat.

Die Geschichte entwickelt sich aber noch gut weiter, so einfach sie am Anfang sein mag. Dabei wird die Handlung aber niemals großartig kompliziert, sondern vielmehr realistisch aufgebaut. Besonders gut gefällt mir an diesem Buch, wie intensiv Melina Marchetta die Auswirkungen dieser eigentlich so kleinen Änderung im Tagesablauf beschreibt. Schon recht bald war mir als Leser klar, woran Mia leidet – das herauszufinden ist auch kein großes Kunststück. Vielmehr geht es in diesem Buch darum, was das mit Francesca anstellt, die sich sowieso gerade in keiner einfachen Phase befindet. Schulwechsel, Älterwerden – das sind alles keine Dinge, mit denen zu spaßen ist und genauso beschreibt die Autorin sie auch. So wie sie sind. Nicht übertrieben dramatisch, nicht unlogisch, sondern echt.

Mir fiel es beim Lesen immer ziemlich schwer mich daran zu erinnern, dass Francesca keine wirkliche Person ist, sondern aus einem Roman stammt. Denn sie erschien mir so real. Sie ist kein perfektes Mädchen und an einigen Stellen wünscht man sich sicherlich, sie würde anders handeln. Was sie aber nicht tut, weil sie auch Fehler macht. Das heißt aber nicht, dass ihre Reaktionen unlogisch sind. Ich konnte immer ziemlich gut nachvollziehen, warum sie was macht. Bei den anderen Charakteren ging es mir ebenso: Oberflächlich lässt sich keiner von ihnen nennen. Sie sind allesamt sehr gut ausgearbeitet, vielfältig und haben mich mit ihrer Art oftmals zum Lachen gebracht. Besonders Francescas neue Mitschüler und Mitschülerinnen gefielen mir gut. Bei einigen von ihnen fühlte ich mich sehr stark an Menschen erinnert, die ich ebenfalls als Mitschüler habe oder hatte.

Auch stilistisch lässt sich an diesem Buch nicht rummeckern. Melina Marchetta benutzt keinen besonders schnörkeligen, ausgefallenen Schreibstil, sondern benennt die Dinge sehr konkret. Aber ihr Stil ist nicht kalt sondern voller Wärme, voller Gefühle und Atmosphäre. Mit ihren klaren Worten schafft sie es, mir das Gefühl, das sie beschreibt, zu vermitteln und so in die Rolle ihres Hauptcharakters hineinzuschlüpfen.

All die obengenannten Dinge machen „Saving Francesca“ zu einem sehr guten Buch. Was es aber zu einem exzellenten Buch macht, ist folgendes: Es geht nicht nur um Francesca, Mia und den Versuch, in der Schule Fuß zu fassen. Es geht um so viel mehr. Ums Erwachsenwerden, ums Freunde finden, um Akzeptanz anderer Menschen und dass man nicht immer alles ändern kann – und vor allem um Liebe. Nicht unbedingt im Sinne von der romantischen Liebe zwischen zwei Personen. Die kommt zwar auch vor und ist außergewöhnlich toll beschrieben, aber viel mehr geht es um die anderen Arten von Liebe: Innerhalb der Familie, die Liebe, die trotz vielen Streits und Unmöglichkeiten, die man sich Tag für Tag gefallen lassen muss, existiert. Und die Liebe zu Freunden – Menschen, die einem zunächst vielleicht gar nicht positiv auffallen, die aber trotzdem etwas an sich haben, was man mag. Die vielleicht ganz anders als man selbst sind und ihre Zuneigung gar nicht zeigen wollen und doch einfach für einen da sind.



Ich habe mich pudelwohl gefühlt in dieser Geschichte, habe mit den Charakteren gelacht und geweint und deshalb ist „Saving Francesca“ ein Buch, das ich jedem ans Herz legen möchte. Vielleicht ist es auf den ersten Blick nichts Besonderes, aber allein wegen der Atmosphäre und den unverwechselbaren Charakteren kann ich es nur gern haben. Ich bin mir sicher, dass ich dieses Buch noch mehrere Male lesen werde.

Kommentare:

  1. Vielen lieben Dank für deinen lange und ausführlichen Kommentar. Ich werd mir deine Tipps zu Herzen nehmen und auch durchaus mal längere Texte schreiben. Deine Rezension gefällt mir übrigens sehr, sehr gut, genauso ausfürhlich, wie meine einmal werden sollen :)
    Ich mag deine Beschreibung über dich selbst oben rechts. Mir ging es mit 10 Jahren nämlich auch so. Meine Schwester war schon 11 und hatte keinen Brief aus Hogwarts, ich habe immer gehofft, dass an meinem Geburtstag so jemand wie Hagrid vor der Tür stünde :)

    xx Ash

    PS: Ich wusste gar nicht, dass du auch einen Buchblog hast, ich kannte bisher nur Cocoon von dir. Bin auf jeden Fall froh, hierhergefunden zu haben :) ♥

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    1. Hey :) Herzlich Willkommen :D
      Ich hoffe, die Tipps waren nicht irgendwie zu böse oder so - so waren sie nämlich echt nicht gemeint :) Ich mag den Blog nämlich echt :D
      Es freut mich, dass dir die Rezension gefällt - und die Beschreibung auch. Ich glaube, diese Hoffnungen hatte fast jedes Kind der "Harry Potter Generation". Schade, dass die Wünsche sich nicht erfüllt haben :]

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  2. Oh das hört sich gut an! Kommt auf meine Merkliste :)

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  3. Von diesem anscheinend wunderbaren Buch hast du mir ja schon erzählt. :) Deine tolle Rezension macht mich nur noch neugieriger, als ich es ohnehin schon war. Du hast Recht, es gibt eben diese ganz besonderen Bücher, auf denen ein so unbeschreiblicher Zauber lastet, dass man sie immer und immer wieder lesen könnte. Da fällt mir natürlich als erstes "Warum Charlie Wallace?" von Stan Val Elderen ein. Ich weiß auch nicht, was mich an diesem Buch vor Jahren so unheimlich fasziniert, berührt und bewegt hat trotz seiner extremen Kürze und Unscheinbarkeit. Ich glaube es sind jene Bücher, bei dem es einem einfach nicht gelingt, seine Begeisterung logisch, plausibel und sachlich zu begründen.
    Ansonsten bin ich ja eher nicht so der Typ, der Bücher mehrere Male liest. Da es noch so vieles Neues zu erkunden gibt auf meinem SuB, vernachlässige ich es ein wenig, in alten Erinnerungen zu schwelgen. Okay, ab und zu nehme ich schon mal ein bereits gelesenes Buch in die Hand und blättere mal wieder darin herum... Da wäre natürlich noch "Ich wünschte, ich könnte dich hassen", das mich, wie du weißt, auch unheimlich fasziniert hat und ich sicherlich nochmals lesen könnte. Ansonsten glaube ich, dass ich "Sternenschimmer" immer und immer und immer wieder lesen könnte. ♥ Aber ich weiß ja, dass du diesem Buch skeptisch gegenüber stehst, berechtigt, muss man sagen. Ich glaube nämlich wirklich, dass das ein Buch ist, bei dem sich mal wieder die Geister scheiden.

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