[Rezension] Malorie Blackman - Knife Edge







Taschenbuch | 364 Seiten
Erschienen im August 2005
bei Corgi
ISBN: 9780552548922
Preis: 8,99 €






A C H T U N G !!!
ENTHÄLT SPOILER AUF BAND 1: "NOUGHTS AND CROSSES"

Sephy is a Cross, one of the privileged in a society where the ruling Crosses treat the pale-skinned noughts as inferiors. But her baby daughter has a nought father - Callum. Eaten up with bitterness, Callum's brother Jude, blames Sephy for the terrible losses his family has suffered. Now Jude's life rests on a knife edge. Will Sephy be forced, once again, to take sides?

Nach dem ziemlich heftigen Ende des ersten Teils "Noughts & Crosses" war ich einerseits sehr gespannt auf das zweite Buch, andererseits aber auch ziemlich skeptisch. Den ersten Teil konnte man zwar auf jeden Fall weiterführen, aber das Fehlen einer so wichtigen Hauptfigur konnte ich mir dann doch nur schwer vorstellen.

Es war auch anfangs ziemlich seltsam, als Leser mit dem Ende des ersten Teils klarzukommen. Auch wenn ich "Noughts & Crosses" vor einem Jahr bereits gelesen habe, klafften plötzlich die alten Wunden wieder auf und der Inhalt des ersten Teils war ganz klar in meinem Kopf. Deshalb fiel es mir gar nicht so schwer, in den zweiten Teil wieder reinzukommen - auch nicht, weil Malorie Blackman es sofort geschafft hat, mich vollkommen gefangen zu nehmen. In "Knife Edge" geht es nämlich nicht unbedingt nur darum, wie die Figuren mit Callums Tod klarkommen, sondern auch darum, wie sie ihr Leben weiterleben und andere Ziele verfolgen. Dadurch, dass man Callum aber in Teil 1 schon so gut kennen gelernt hat, war das ziemlich seltsam und schwierig. Ich konnte dadurch die Charaktere noch viel besser verstehen, denn auch ich hatte meine Erinnerungen an Callum.

In "Knife Edge" wird wieder aus der Ich-Perspektive verschiedener Charaktere geschrieben: Aus Sephys Sicht, aus Judes Sicht, aber auch aus Meggies und Jasmines Sicht (Callums & Judes Mutter und Sephys Mutter). Mir hat das sehr gut gefallen, denn so konnte man einerseits einen Einblick in die Gedanken anderer Charaktere kriegen, andererseits aber auch mal Sephy aus der Distanz betrachten und über ihre Wirkung auf die anderen Charaktere lesen. Verwirrt war ich dabei kein einziges Mal, denn Malorie Blackman hat es ziemlich gut strukturiert.

Der Handlungsverlauf hat mir auch dieses Mal wieder gefallen, obwohl es sich am Anfang ein kleines bisschen zu sehr gezogen hat. So schlimm war das aber nicht, denn dann nahm die Handlung ja auch an Fahrt auf und ich glaube, dass die Ausführlichkeit des Anfangs nicht ganz unwichtig für den Rest der Geschichte war. Wie auch im ersten Teil hat mich Malorie Blackmans Fähigkeit, die Handlung ganz realistisch und ohne Rücksicht auf typische Handlungsmuster durchziehen zu können sehr beeindruckt. Auch die Charaktere, die darunter ziemlich leiden mussten und deren Bild und Eindruck in meinen Augen auch ziemlich leiden mussten, waren wieder sehr realistisch kreiert.

Einzig Sephy hat mich mit ihrer Art und Weise manchmal genervt - an einigen Stellen konnte ich ihr Verhalten nur schwer nachvollziehen, sie wirkte auf mich viel zu launisch und zickig. Natürlich musste sie sehr viel durchmachen, aber diese Entwicklung konnte ich stellenweise nicht ganz nachvollziehen.

Die Thematik war noch immer sehr interessant und diesmal konnte man auch einen neuen Blick darauf erhaschen, weil man aus Judes Sicht liest, der den Crosses gegenüber alles andere als aufgeschlossen ist.



Auch wenn mir "Noughts and Crosses" noch besser gefallen hat, ist "Knife Edge" eine sehr gelungene Fortsetzung, die ich jedem ans Herz lege. Aufgrund des ziemlich schockierenden Endes hat sich bei mir eine unbändige Neugierde gegenüber dem dritten Teil eingestellt.


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