[Rezension] Melina Marchetta - Finnikin of the Rock






Taschenbuch | 416 Seiten
Erschienen am 29. September 2008
bei Candlewick Press
ISBN: 9780763652920
Preis: 7,99 €

Bildquellen: 1, 2




Finnikin was only a child during the five days of the unspeakable, when the royal family of Lumatere were brutally murdered, and an imposter seized the throne. Now a curse binds all who remain inside Lumatere’s walls, and those who escaped roam the surrounding lands as exiles, persecuted and despairing, dying by the thousands in fever camps. In a narrative crackling with the tension of an imminent storm, Finnikin, now on the cusp of manhood, is compelled to join forces with an arrogant and enigmatic young novice named Evanjalin, who claims that her dark dreams will lead the exiles to a surviving royal child and a way to pierce the cursed barrier and regain the land of Lumatere. But Evanjalin’s unpredictable behavior suggests that she is not what she seems — and the startling truth will test Finnikin’s faith not only in her, but in all he knows to be true about himself and his destiny.
Obwohl ich mit Melina Marchettas Büchern bisher nur gute Erfahrungen gemacht hab, war ich etwas skeptisch bei diesem Buch. Normalerweile ist High Fantasy, also mit neu erfundenen Welten, eher selten mein Ding. Dennoch war ich auf die Geschichte neugierig, sodass ich das Buch dann schließlich doch las. Und ehrlich gesagt - bis auf die neu erfundene Welt und ein paar Mythen und Fähigkeiten, sind diesem Buch wenig Fantasyelemente zu finden.

Dafür geht es viel mehr um das Überleben in anderen Ländern, wenn das eigene unbegehbar ist, um das Aushandeln von Asyl, wie man heute vielleicht sagen würde. In dem Buch finden sich viele Situationen wieder, die heute noch sehr aktuell sind. Minderheiten, die irgendwie überall geduldet sind, aber doch eigentlich unerwünscht sind. Gegen die Verbrechen begangen werden, die zwar eigentlich illegal sind, die aber nicht wirklich verfolgt werden, weil sie eigentlich die allgemeine Meinung widerspiegeln. Das macht zwar nur einen Teil des Buchs aus, aber dass es in dem Sinne sehr realistisch ist, gefiel mir außerordentlich gut.

Die Hauptgeschichte dreht sich vielmehr um Finnikin, der neun Jahre alt war, als der Fluch über sein Heimatland Lumatere ausgesprochen wurde. Gemeinsam mit seinem Mentor verfolgt er das Ziel, einen Ort zu finden, an dem die "Flüchtlinge" dauerhaft bleiben können. Die Hoffnungen auf das Heimatland sind längst aufgegeben, wobei noch immer die Gedanken bleiben - was ist mit denen passiert, die es nicht rechtzeitig hinaus geschafft haben? Sollte man etwas tun? Oder sind Hoffnungen doch überflüssig?

Diese Gedanken und Schuldgefühle finde ich über das Buch hinweg sehr gut dargestellt, ebenso wie der Verlust der Heimat, des Gefühls, irgendwo zu Hause und erwünscht und in Sicherheit zu sein. Den Großteil der Geschichte liest man zwar in der dritten Person aus Finnikins Sicht, doch es gibt auch Abschnitte, die aus der Perspektive anderer Personen geschrieben sind. Ich fand diesen Aufbau sehr schön, denn man findet auf der einen Seite sehr gut in die Geschichte hinein und gewöhnt sich daran, in den Kopf einer einzigen Person schauen zu können - dennoch ist es nicht zu subjektiv und man kann hier und da seine eigenen Schlüsse ziehen und liest von bestimmten Situationen, die Finnikin nicht mitbekommt.

Der Stil hat mir auch sehr gut gefallen. Er ist flüssig, alles andere als umgangssprachlich, dennoch nicht zu gestelzt oder sonst etwas in der Art. Auch bei den Dialogen hatte ich nie das Gefühl, dass sie unrealistisch sind. In "Finnikin of the Rock" wird zwar nicht gesprochen wie heute - denn die Geschichte ist zu einer mittelalterähnlichen Zeit angesiedelt -, doch die Wortwahl ist gut verständlich und wirkt sehr überzeugend.

Besonders gut hat mir aber eben die Geschichte gefallen, weil sie auch sehr aktuelle Probleme aufzeigte und so den Bezug zur Realität nicht verlor. Irgendwie war mir der Ausgang dieser Geschichte sehr wichtig, was die Spannung für mich ausgemacht hat. In anderen Büchern, wenn es um ein magisches Objekt oder so geht, dann ist das manchmal nicht so, weil es mir einfach unrealistisch erscheint.

Die Charaktere fand ich auch sehr gut ausgearbeitet, denn sie hatten gute und schlechte Eigenschaften, was sie sehr realistisch machte. Auch blieben sie sich selbst treu.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Liebesgeschichte innerhalb des Buchs, die genau das richtige Maß hatte. Mit anderen wichtigen Inhaltspunkten war sie gut ausgewogen.

Mir hat dieses Buch trotz meiner Skepsis gegenüber des Genres außerordentlich gut gefallen. Deshalb ist es auch ein Buch, das ich guten Gewissens weiterempfehlen kann - sowohl Fantasylesern als auch Leuten, die weniger in dem Bereich lesen.
Zum letzten Mal habe ich die Geschichte um Finnikin und das Land Lumatere sicherlich nicht gelesen. Den zweiten Teil kann ich momentan kaum erwarten. Die Bewertung fällt mir diesmal sehr leicht:

Kommentare:

  1. Oh wow, das klingt aber toll! Mensch, was du immer so für Bücher vorstellst, da komme ich mit meiner Wunschliste ja gar nicht hinterher. Ich glaube, wir haben einen recht ähnlichen Lesegeschmack - auch wenn ich nicht mal halb so viel lese wie du. Zumindest habe ich aber das Gefühl, dass ich auf deine Meinung vertrauen kann. Hat mich begeistert und kommt auf die Liste! :D

    Und danke für deinen Kommentar, es freut mich, dass dir die Idee gefällt. Ich wollte mal wieder etwas schreiben, das ein bisschen mehr Fantasy ist, etwas mehr mit Magie. Meine anderen Projekte sind ja eher sehr SciFi lastig oder irgendwie politisch, da brauch ich mal wieder etwas Ausgleich :3

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  2. Ich glaub wenn ich das Cover so gesehen hätte, wäre ich wahrscheinlich nie dazu gekommen mal die Inhaltsangabe zu lesen, denn ich finde beide Cover (Deutsch und Englisch) sehen unheimlich kitschig aus und sprechen nicht an. Aber mithilfe deiner Rezession ist mal wieder ein Buch mehr auf meine Wunschliste gekommen >.< Mensch Habbo das musst du mal lassen, sonst werde ich ja noch ganz pleite xD
    Bette das es für den Kindle erhältlich ist, dann komme ich wenigstens noch gut davon^^

    Danke jedenfalls für diese tolle Rezi!

    Jeanne

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  3. danke für den lieben kommentar!:)) sehe das genauso wie du. und wünsche dir natürlich auch ein frohes neues jahr, viel glück und gesundheit!:))

    das buch spricht mich jetzt nicht so an... bin gerade irgendwie überhauot nicht in fantasy-stimmung... hm. high fantasy ist mir allgemein ein bisschen zu fantasymäßig :D trotzdem gute rezension!
    das buch, das du gerade liest, spricht mich allerdings an. da werd ich mal reinsehen :)

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