[Rezension] Jana Frey - Wenn du mich brauchst






Hardcover | 365 Seiten
Erschienen im Mai 2011
im Arena Verlag.
ISBN: 9783401062778
Preis: 15,99 €




Skys Leben? Das ist ihre verrückte Mutter Rosie, die im windschiefen Haus in Südhollywood meditiert. Das ist ihr melancholischer Bruder Moon, der nur seinen Olivenbaum und seine Gedichte liebt. Und Gershon, der so anders ist als alle Jungen, die Sky kennt. Dann wirbelt ein Schicksalsschlag Skys Leben durcheinander. Und plötzlich steht sie vor Entscheidungen, die alles verändern werden.
"Wenn du mich brauchst" ist ein Buch, in dem sich eine wunderbar ergreifende Geschichte verbirgt.
Wie so viele Jugendbücher spielt es in den USA - was mich erst innerlich hat aufstöhnen lassen. Mich nervt es langsam, dass auch deutsche Autoren ihre Geschichten in den USA ansiedeln - es gibt doch so viele andere interessante Orte, an denen man Jugendromane spielen lassen kann. Aber hier war es irgendwie anders, denn dieses Buch erzählt keine typische High School Geschichte.
Vielmehr geht es um Schicksale verschiedener Menschen und wie Fehler, die man macht, sich auf andere auswirken können - zu viel möchte ich über die Handlung aber nicht verraten, denn diese Überraschungsmomente machen einen Teil dieses Buchs aus. Dennoch kann ich sagen, dass mir die Handlung sehr gefiel und ich es auch interessant fand über amerikanische Juden zu lesen, bzw. die Nachkommen von Holocaustüberlebenden. So viele Bücher habe ich mit dieser Thematik noch nicht gelesen (meistens geht es ja doch eher um die Zeit selbst), aber hier gefiel es mir sehr.

Zu den Charakteren allerdings lässt sich etwas sagen. Tolle Charakterzeichnung, die mir die Figuren in diesem Buch sehr nahe gebracht hat. Jana Frey beschreibt keine perfekten Menschen - ganz im Gegenteil -, sondern welche mit Fehlern und Vorzügen, Menschen, die man vielleicht nicht mag. Aber sie kommen einem sehr echt vor. Die eine Hauptfigur, Sky, konnte ich sehr gut leiden; ihre Art und Weise gefiel mir, während die andere Hauptfigur Hannah (schon komisch, seinen eigenen Namen immer wieder zu lesen :P ) nicht ganz mein Fall war. Dennoch fand ich es sehr interessant aus beiden Perspektiven zu lesen. Denn die Sichtweise wechselt immer zwischen den beiden hin und her - zwei einander völlig fremden Personen, bei denen man sich lange fragt, was sie überhaupt miteinander zu tun haben.

Selten gibt es einen Perspektivwechsel - diese Wechsel haben mich allerdings etwas gestört. So sind am Anfang ein paar Gedankenfetzen zu lesen, die sich überhaupt nicht einordnen lassen und zwischendurch wird eben mal etwas aus einer anderen Sicht erzählt. Meiner Meinung nach hätte man diese Abschnitte teilweise auch ohne einen Perspektivwechsel gestalten können, bzw. man hätte die Gedankenfetzen weglassen können.

Der Stil hat mir jedoch ziemlich gut gefallen. Er passte zu der Geschichte, war irgendwie ruhig, aber auch gefühlvoll. Allerdings nicht überladen, sondern einfach sehr, sehr passend.

Drama und Gefühle kommen nicht zu kurz, es bleibt jedoch durchweg realistisch. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der ein schönes, tiefgehendes Jugendbuch lesen möchte oder auch denjenigen, die mal etwas über die Auswirkungen des Holocausts auf eine Familie lesen wollen, ohne dass diese Thematik die ganze Geschichte einnimmt.

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