[Rezension] Lynn Raven - Blutbraut

grass-harp | Mittwoch, 9. November 2011 | / / / / / / |

Klappenbroschur | 736 Seiten
Erschienen am 31. Oktober 2011
bei cbt
ISBN: 9781442402003


[INHALT]
Magie macht ihn stark, Liebe verletzlich
Seit sie denken kann, ist Lucinda Moreira auf der Flucht vor Joaquín de Alvaro, denn sie ist eine „Blutbraut", und nur sie kann den mächtigen Magier davor bewahren, zum Nosferatu zu werden. Dazu aber müsste sie ihm ihr Blut geben und sich auf ewig an den Mann binden, der für sie die Verkörperung alles Bösen scheint.
Doch dann tritt genau das ein, wovor sie sich fürchtet: Gerade als Lucinda sich erstmals verliebt hat, und zwar in den charmanten Cris, wird sie entführt und auf das Anwesen Joaquíns gebracht. Lucinda ist in eine Falle gelaufen, denn Cris ist kein anderer als Joaquín de Alvaros Bruder, und auch er sucht eine Blutbraut …
Doch die beiden Brüder sind nicht die einzigen. Auch andere Mitglieder ihres Konsortiums begehren Lucindas Blut. Als Lucinda in die Gewalt eines von ihnen gerät und Joaquín sie unter Einsatz seines Lebens befreit, beginnt Lucinda sich zu fragen, welches die wahren Motive für sein Handeln sind …
via
 
[MEINUNG]
Dieses Buch zu bewerten fällt mir sehr, sehr schwer. Wie auch bei allen anderen Romanen von Lynn Raven (ausgenommen die "Dämonen"-Reihe, denn die hat mir ausnahmslos gut gefallen) bin ich zwiegespalten. Denn ich mag ihre Bücher. Wirklich. Sonst würde ich mich nicht gierig auf sie stürzen, sobald sie erscheinen und sie mehrmals lesen. Mich faszinieren ihre Ideen. Denn auch wenn sie manchmal nicht ganz neu scheinen, so ist immer etwas anderes an ihnen dran, etwas, das man so vorher noch nicht gelesen hat. Ich mag auch die Charaktere, die sie zeichnet. Auch wenn sie oft ähnlich sind, manche etwas vorhersehbar. Dennoch interessieren sie und ihr Schicksal mich immer. Der Schreibstil ist, zugegeben, selten etwas ganz besonderes. Aber da ist dieses Etwas in ihren Büchern, dass es mir unmöglich macht, das Buch zur Seite zu legen.

Tja, und so war es auch wieder bei "Blutbraut". Irgendwie ist dieses Buch ein ganz typisches Lynn-Raven-Buch, denn das, was sie immer wieder verwendet, und was mich immer noch fasziniert taucht hier ebenfalls auf. Da ist Lucinda, die weibliche Protagonistin, die irgendwie etwas naiv, trotzdem aber stark ist. Die immer wieder Panikattacken bekommt, stur ist, verwirrt und sich... im Endeffekt in den meisten Situationen so aufführt, wie man selbst es wahrscheinlich auch tun würde. So sehr es einen auch aufregt, wenn man dabei mitließt. Ich denke, in den meisten Fällen hätte ich nicht anders als sie gehandelt.

Auf der anderen Seite steht Joaquín de Alvaro. Und ja, ich bin ihm verfallen. Wie so ziemlich jedem anderen von Lynn Ravens männlichen Hauptcharakteren. Und er ähnelt und unterscheidet sich auch gleichermaßen von ihnen. Ich will nicht zu viel verraten, aber die Mischung, die seinen Charakter ausmacht, hat mir unglaublich gut gefallen.

Die anderen Charaktere... nun gut, das ist mein erster Kritikpunkt an diesem Buch, der mich aber im Endeffekt kaum gestört hat. Die meisten anderen Charaktere sind nicht gerade sehr vielseitig. Allerdings auch nicht wahnsinnig flach. Nur eben etwas blass neben Joaquín und Lucinda. Dennoch haben auch sie die Geschichte bereichert.

Die Handlung war über die starken 700 Seiten dieses Buchs ebenfalls sehr gut aufgebaut. Mir wurde beim Lesen kein Mal langweilig. Auf der anderen Seite war es schon recht dramatisch, aber ich wusste ja, das mich sowas bei einem Buch von Lynn Raven erwarten würde. Trotzdem war es nicht so, dass es die ganze Zeit über spannungsgeladen war. Es gab ruhige Stellen, in denen man sich mit den Charakteren mal etwas ausruhen konnte, was ich sehr angenehm fand. Aber es war eben auch dramatisch. Und kitschig teilweise auch. Nur: Komischerweise stört mich das bei Lynn Raven nie. Ich weiß nicht, was sie macht, dass mir ihre Bücher immer gut gefallen. Ich weiß, dass es an diesem Buch einige Kritikpunkte gibt, aber seltsamerweise stören sie mich nicht.

Die Idee mit den Blutbräuten und Hexervereinigungen fand ich jedoch wirklich toll. Diese seltsame Welt neben unserer war irgendwie urig, düster und doch sehr schön. Auch wenn man nicht übermäßig von Traditionen und Ritualen zugetextet wurde. Die geschichtlichen Informationen waren ausreichend, aber standen nicht im Vordergrund. Auch die Magie war eindeutig vorhanden, es wurde einiges erklärt und doch wurde nicht die gesamte Welt vor einem ausgebreitet, was mir sehr gut gefallen hat.

Auch im Schreibstil unterschied sich das Buch nicht sonderlich von den anderen. Den Großteil der Geschichte erlebt man aus Lucindas Sicht, einige Teile aber auch aus anderen Perspektiven. Die Sprache selbst war nicht kompliziert, teilweise umgangssprachlich, aber nie unangenehm. Der Situation und den Charakteren angemessen, sodass man das Buch in Ruhe durchschmökern und sich auf die Handlung konzentrieren konnte.

[FAZIT]
All diejenigen, die schlechte Erfahrungen mit Lynn Ravens Büchern gemacht haben, sollten die Finger von diesem Buch machen, denn es trägt ganz, ganz eindeutig ihre Signatur. Auch Leute, die mit ein wenig Fantasy, Romantik oder Drama nichts anfangen können, sollten sich gegen dieses Buch entscheiden. Doch denjenigen, die dem Lynn Raven Bann ebenso verfallen sind wie ich, kann ich das Buch nur ans Herz legen.
Für mich war es ein schöner Schmöker, den ich verschlungen habe. 5 von 5 Sternen. Obwohl sich durchaus darüber streiten lässt und ich es verstehen kann, wenn Leuten dieses Buch gar nicht gefällt.

Kommentare:

  1. Danke :) Ja, bei mir erkennt man nie einen Unterschied, aber ich persönlich find immer, dass die total anders und viel besser fallen... allein wenn die Spitzen dann ab sind :D Die Frisur behalt ich glaub ich auch erstmal...viel mehr kann man mit meinen dünnen Haaren auch nicht anstellen :D

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  2. "Denn auch wenn sie manchmal nicht ganz neu scheinen, so ist immer etwas anderes an ihnen dran, etwas, das man so vorher noch nicht gelesen hat."
    Damit hast du sooo recht! Sowieso sprichst du mir in einigen Punkten wirklich aus der Seele. Und ich bin Joaquín genauso verfallen wie du. Hach ja, sexy Latinos findest du ja jetzt auch wieder in "Du oder der Rest der Welt" ;-)

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  3. Haha, aber du hattest echt Recht damit, dass es ein typisches Buch von ihr ist. Na, ich bin schon mal echt gespannt auf "Hexenfluch"! Auch wenn das ja nichtmal halb so viel Seiten wie "Blutbraut" hat... Schade.

    Stiiimmt, sexy Latinos. Eigentlich sind die soo klischeebeladen, aber... hach, irgendwie haben sie trotzdem Charme (also vor allem jetzt Alex Fuentes und Joaquín xD)

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  4. Uh, das klingt aber sehr interessant! Ich habe leider noch nie etwas von der Autorin gelesen, habe es aber auf jeden Fall einmal vor und irgendwie reizt mich hier der Inhalt und deine positive Meinung dazu. Wow. Ich denke, das kommt auf meine Wunschliste, danke für die Vorstellung!

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  5. Auf Hexenfluch freu ich mich auch schon riesig :-) Ich könnte mir irgendwie gut vorstellen, dass das so ähnlich wird wie "Der Spiegel von Feuer und Eis"! Also vor allem von den Charakteren her. :-D

    Stimmt, Charme haben sie trotzdem! Und Alex und Joaquín wirklich noch mehr als Carlos.

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  6. Hmm... klingt ja eigentlich gut.^^ Aber ich befürchte halt, dass wieder von Anfang an klar ist, wie das Buch ausgeht. Einfach aus Erfahrungsgründen. Das nimmt dem Ganzen den Zauber. Aber eigentlich geht es ja um das Lesen selbst, und wenn es wieder so ein mitreißendes Buch wie die anderen ist, werd ich es mir wahrscheinlich doch noch zulegen.

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  7. @ Jule: Also mir hat es wirklich gut gefallen :D
    Hm, ich würd dir raten, lies einfach mal rein. Und kauf das Buch, wenn du grad nichts anderes kaufen willst, denn in gewissem Sinne folgt es eben schon sehr stark dem Lynn Raven Schema. Ich kann auch verstehen, wenn einen das langweilt, aber irgendwie war ich viel zu mitgerissen um mich zu langweilen :D obwohl ich im Grunde genommen wusste, wie es endet. Ich wollte halt wissen, wie es zu diesem Ende kommen würde und deshalb war die Spannung trotzdem da :)

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