[Rezension] David Nicholls - Zwei an einem Tag

grass-harp | Sonntag, 4. September 2011 | / / / / / |

560 Seiten | am 14. März 2011 im Heyne Verlag erschienen | ISBN: 9783453811843


INHALT:
"Gerade stelle ich mir dich mit 40 vor!" Es ist der 15. Juli 1988, und Emma und Dexter, beide zwanzig, haben sich gerade bei der Abschlussfeier kennengelernt und die Nacht zusammen durchgemacht. Am nächsten Morgen gehen beide ihrer Wege. Wo werden Sie an genau diesem Tag ein Jahr später stehen? Und wo in den zwanzig darauffolgenden Jahren? Werden sich die beiden, die einander niemals vergessen können, weiterhin immer gerade knapp verpassen?
 via 

MEINUNG:
"Zwei an einem Tag" erzählt die Geschichte zweier Freunde, die immer wieder aneinander vorbeistolpern und nie so richtig ihr Glück zu finden scheinen. Jedes Jahr von 1988 bis 2008 erhascht man als Leser am 15. Juli ein Blick auf ihren Alltag - und liest dabei nicht nur aus ihren Perspektiven sondern auch aus denen umstehender Leute.
Beim Lesen kam mir das Buch ein wenig wie ein Film vor (zu dem es auch gemacht wird; erscheint hierzulande im November, soweit ich weiß), denn die Perspektiven wechseln relativ oft, allerdings auf solch eine Art und Weise, dass es nicht verwirrend oder nervig ist. Im Gegenteil - ich fand es gut, die Charaktere aus so vielen Blickwinkeln zu sehen, sodass ich nicht beeinflusst wurde und mir selbst meine Meinung über sie bilden konnte. Außerdem sieht man sehr gut, wie sich die beiden Hauptcharaktere im Laufe der Jahre verändern, wie sie heranwachsen - und das nicht nur, weil es gesagt wird, sondern eben auch, weil man es an ihrem Verhalten erkennt. Sowieso war das Verhalten ziemlich gut nachvollziehbar für mich, ebenso wie mir die Charaktere sehr menschlich vorkam und man sie im Laufe der Geschichte immer besser kennen gelernt hat, sodass sie irgendwann wie Freunde oder Bekannte wurden.
 

Die Geschichte ist auch sehr amüsant - es gibt Hochpunkte und viele Tiefpunkte, die eigentlich recht logisch sind. Manchmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass der Autor den Charakteren einfach kein Glück gönnen will und sie deshalb immer wieder in verzwickte Situationen bringt, was einem als Leser einfach nur leidtut.
Auf der anderen Seite war es aber kein Schnulzroman, was ich wieder ziemlich gut fand.
Stilistisch war das Buch sehr angenehm - erzählt mit einer klaren Art und Weise, mit glaubhaften Dialogen und so gerade so viel Beschreibungen, dass man sich alles gut vorstellen konnte. Außerdem liest man ja immer nur einen Tag pro Jahr im Leben der Charaktere, sodass man sich mit einigen Hinweisen und Rückblicken das restliche Jahr zusammenreimen muss - noch etwas, das mir sehr positiv aufgefallen ist.
 

Einzig allein am Ende war ich zunächst unentschlossen, ob ich es mochte. Nicht direkt das Ende (denn das fand ich sehr, sehr passend), aber etwas, das davor passiert. Doch nachdem ich ein paar Tage darüber nachgedacht habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass mir dieser Handlungspunkt doch ganz gut zusagt haben.


FAZIT:
Ein Buch, direkt zwischen oberflächlich und tiefgründig, sodass man es als bessere Alternative zu flacher Sommerlektüre sehen kann. Und wie das bei Sommerlektüre so ist: Dieses Buch zu lesen macht einfach unglaublichen Spaß. 4.5 von 5 Sternen gibt es von mir.

Kommentare:

  1. Diszipliniert kann man schon sagen. Was das weglesen der neuen Bücher und vorallem was das verstauben der auf mich wartenden Bücher angeht (mitlerweile um die 50...).
    Das könntest du ruhig machen! :-)

    Danke für den Tipp! Das mit der Liste ist wirklich eine sehr, sehr nützliche Idee!

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  2. Achja, was ich noch zu „Zwei an einem Tag“ sagen wollte, aber irgendwie im vorherigen Kommentar vergessen habe: Deine Rezension trifft es wirklich auf den Punkt! Spiegelt wirklich das meiste, was ich empfunden habe, wieder. Nur eben das mit dem Ende nicht. Ich meine, den Rückblick fand ich schön, passend, nur eben nicht das was davor kam. Ich fand's einfach nur grausam. Nach dem ewigen Hin- und Her und dann sowas. Da hätte ich selbst ein offenes Ende lieber gehabt (inklusive Rückblick!). Aber Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. :-)

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  3. hihi, kann ich dir nur empfehlen (ein lichtstarkes objektiv) aber ich persönlich brauche tele nicht so häufig.. was ich dir echt empfehlen kann, ist ein makro objektiv - ich liebe es einfach ;)
    aber ich denke, dass ist geschmacksache.
    da die kamera ja nicht so wirklich mir gehört überleg ich schon sehr sehr lang mir eine eigene zu kaufen, hab auch schon einiges erspartes und mein dad hat mir versprochen, was dazu zu legen.
    ich habe vllt vor mir das nach folge modell der olympus pen (die kamera von meinem vater) dessen autofokus echt gut sein soll und es auch noch ein paar mehr funktionen hat. mein problem dabei ist, es ist eine kompakt kamera und keine spiegelreflex. sie hat keinen sucher und ist wirklich leicht, aber macht echt super fotos.. bessere als meine jetztige spiegelreflex.

    was meinst du? soll ich mir sie trotzdem kaufen. ich weiß es nicht.

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  4. Da stoße ich auf deinen schönen Blog und lese gleich als erstes eine Rezension zu einem meiner Lieblingsbücher. Da musste ich gleich auf "Regelmäßig lesen" klicken.

    Ich hatte übrigens nicht das Gefühl, dass der Autor seinen Figuren kein Glück gönnt, es ist doch auch im echten Leben so, manchmal läuft es besser, manchmal läuft es schlechter. Und manchmal hat man eine Phase, in der man denkt, dass einfach gar nichts klappt.

    LG,
    Stefanie

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  5. Oja, dieses Buch liegt bei mir ja auch schon seit einer gefühlten Ewigkeit. Mal sehen, wann ich dazu kommen werde, es zu lesen. Deine Rezension klingt ja schoneinmal ziemlich positiv, jetzt bin ich wirklich gespannt darauf und werde es wohl nicht mehr lange im Regal verstauben lassen. :) Vor allem aber sollte ich es unbedingt lese, bevor der Kinofilm startet.

    Das letzte Foto von den Gänseblümchen sieht wirklich aus, als hättest du es mit einem Makroobjektiv geschossen, finde ich zumindest, auch wenn ich mich da ja nicht so(ooo) gut auskenne. ;) Ohja, ich liebe Makrofotografie auch, wenn diese Objektive nur nicht so teuer wären... Naja, vorerst werde ich wohl mit meiner +4 Makrolinse Vorliebe nehmen. :) Aber ich komme in letzter Zeit ohnehin nicht so viel zum Fotografieren.

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  6. Bei mir ist es im Gegensatz zu dir nicht die Lust zum Lesen die fehlt, sondern mich interessieren die meisten Bücher die auf meinem SuB liegen einfach nicht mehr so sehr. Liegt daran, dass es sogar einige Bücher gibt, die schon um die 2-3 Jahre auf dem Stapel liegen...
    Naja, was heißt leicht. Die meisten Verlage sind recht freundlich und stellen einem die Bücher gerne zur Verfügung, andere antworten entweder nicht mal auf eine Anfrage oder sagen einem, dass es keine Exemplare eines angefragten Buches mehr zur Verfügung gibt. Aber bis jetzt habe ich mehr positive als negative Erfahrung gemacht, ich würde es an deiner Stelle also einfach mal versuchen. :-)

    Ich könnte mir, wenn ich jetzt so darüber nachdenke, auch kein offenes Ende vorstellen, aber ich meine, WIE der Autor alleine schon das ganze beendet hat, kam mir so vor, als würde er nicht wirklich wissen, wie er es hätte beenden sollen oder als hätte er nicht wirklich Lust zu.

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  7. Dankeschön :D
    Die Fotos in deinem unteren Post aber auch! :)

    Das ist es echt, da kann man manchmal einfach nur staunen :D Aber nichts gegen den Sonnenuntergang in Frankreich! :D

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  8. ja, dann wär ich auch für das zoom objektiv.

    doch, man kann bei so einer kamera auch die objektive wechseln. meine alten könnt ich sogar auch (aber nur mit adapter) benutzen und außerdem hat sich mein dad schon 2 gekauft, und wenn ich mir wirklich die neuste hole, kaufen wir uns auch noch ein makro - weil ich doch so ein makro fan bin :b
    ja, ich glaub die idee mit der liste ist gut.. ich werd mal schauen ;)

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  9. Kein Problem :)

    Ja das ist er ... Sonnenuntergang allgemein ist schön :D
    Und das mit Madeira kann ich mir vorstelln, Madeira ist aber bestimmt so oder so toll :)

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  10. Jaa, so viel Zeit darf ich mir wirklich nicht mehr lassen, bevor ich es lese. Aber den Trailer sehe ich mir lieber erst nach dem Buch an, kanns kaum erwarten. :D

    Ich habe eine +4 Makrolinse, die wirkt ja wie eine Art Brille und berechnet sich ja auch nach Dioptrien, soweit ich weiß. Ich habe meine einfach bei Ebay bestellt, für - ich glaube - 8 Euro. Ist eigentlich egal welche, du solltest eben nur logischerweise darauf achten, dass der Radius/Durchmesser mit dem deiner Kamera übereinstimmt. Je nachdem, wie stark du später zoomen möchtest, jedenfalls finde ich die +4 wirklich richtig gut und genau richtig. Lässt sich wahrscheinlich bei weitem nicht mit einem Makroobjektiv vergleichen, aber für den Anfang genütgt es. :)

    Ja, das mit den Rezensionsexemplaren solltest du wirklich mal versuchen. Empfehlenswert ist vor allem der dtv Verlag, der sehr freundlich war und sogar ein kleines Kärtchen in das Päckchen gesteckt hat, das schon einen Tag nach meiner Anfrage ankam. :)

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  11. Als ich den Klappentext gelesen habe, dachte ich sofort, dass das der neueste Schnulzroman von Cecilia Ahern sein könnte (nichts gegen sie, ich hab zwei ihrer Bücher gelesen und fand sie eigentlich ganz amüsant - witzigerweise erinnert mich der Klappentext total an eins davon). Allerdings scheint es doch ganz anders zu sein und wie du es so beschrieben hast, hätte ich sofort eine riesige Lust, es zu lesen. Nach genau so einer leichten, aber nicht zu seichten Lektüre suche ich gerade. Naja, jetzt hab ich aber grad "How I live now" angefangen, was auch sehr gut zu sei scheint.
    Aber das hier kommt auf meinen Wunschzettel. Danke für die hilfreiche Rezi. :)

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  12. @ Jule: Ah nein, mit Cecilia Ahern ist das hier nicht unbedingt zu vergleichen. Meinst du dieses Buch... äääh... ich hab den Titel vergessen, aber mit dieser Blutspende-Aktion und dem Uni-Professor? (Ich weiß, sehr gute Angaben xD).
    Also na ja, es ist jetzt nicht tiefgründige Literatur, über die man sein ganzes Leben noch nachdenkt, aber das muss ja auch nicht immer sein. Mir hat es zumindest weitaus mehr Vergnügen als Cecilia Ahern-Bücher gebracht - und weil der Film bald rauskommt, wollte ich es vorher eben auch schon lesen. Vielleicht blätterst du mal eben darin rum, dann siehst du ja, ob es was für dich wäre oder nicht.
    Ich wünsch dir schon mal viel Spaß bei "How I live now" und bin gespannt, was du davon hältst :D
    Ich bin gerade auch am Überlegen, ob ich mir nicht ein anderes Buch von David Nicholls ("Keine weiteren Fragen") kaufen werde, weil sich da der Inhalt auch sehr interessant anhört.

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