[Rezension] Ursula Poznanski - Erebos

captain cow | Freitag, 20. Mai 2011 | / / / / |

Informationen:

Seiten: 488
Verlag (Erscheinungsdatum): Loewe Verlag (2010)
ISBN: 978-3-7855-6957-3
Preis: 14,90 €
Leseprobe


Inhalt:

In einer Londoner Schule wird ein Computerspiel herumgereicht – Erebos. Als Raubkopie geht es von Hand zu Hand und wer es spielt, kommt nicht mehr davon los. Dabei sind die Spielregeln äußerst streng: Jeder hat nur eine Chance, Erebos zu spielen. Er darf mit niemandem darüber reden und muss immer allein spielen. Und - wer gegen die Spielregeln verstößt oder seine Aufgaben nicht erfüllt, fliegt raus und kann das Spiel auch nicht mehr starten. Merkwürdig ist aber, dass die Aufgaben, die Erebos stellt, nicht in der Welt von Erebos, sondern in der Wirklichkeit ausgeführt werden müssen. Die Fiktion des Spiels und die Realität verschwimmen auf irritierende Weise.

Auch Nick ist süchtig nach Erebos, bis das Spiel ihm befiehlt, einen Menschen umzubringen. Natürlich führt er diesen Auftrag nicht aus und wird prompt vom Spiel ausgeschlossen. Als auch noch sein bester Freund Jamie schwer verunglückt, begreift Nick: Erebos ist weitaus mehr als nur ein harmloses Computerspiel!


Meinung:

"Erebos" ist ein wahrlich mitreißendes Buch. Die Spannung wird Stück für Stück aufgebaut und ist man anfangs womöglich noch nicht sehr beeindruckt, so verändert man seine Meinung spätestens nach den ersten 100 Seiten. Dabei weist die Erzählung keine Lücken auf und ist so... - entschuldigt, dass ich dieses Wort noch einmal verwenden muss - mitreißend, dass man mit dem Lesen nur noch schwer aufhören kann. Das Buch ist fast so süchtigmachend wie das in dem Roman beschriebene Spiel "Erebos".

Ich halte nicht viel von Rollenspielen und Onlinegames (zumindest haben sie mich noch nie wirklich interessiert), dennoch war das Buch nicht langweilig oder fremd für mich. Der Suchtfaktor des Spiels war für mich nachvollziehbar und durch dichte Beschreibungen erwachte das Spiel auch zum Leben. Ein Manko an dieser Stelle: Die Beschreibungen waren mir manchmal etwas zu lang, sodass ich stellenweise einige Zeilen überflogen habe.

Die zweite Sache, die mich etwas gestört hat, waren die Charaktere. Ich fand sie nicht besonders gut ausgearbeitet. Sie hatten ein paar Eigenschaften, einen Wiedererkennungswert, aber für mich schienen sie nicht greifbar oder gar lebendig. Eher, als würde ich ihnen aus einer gewissen Distanz zusehen. Diese Tatsache fand ich schade, denn man hätte als Leser besser mit den Charakteren mitfiebern können, wenn eine Verbindung zu ihnen vorhanden gewesen wäre.

Schreibtechnisch sticht das Buch nicht sehr hervor, was aber auch nicht nötig ist. Durch die klare Sprache wird der Inhalt vermittelt und der Stil lenkt nicht von der eigentlichen Handlung ab.
Dennoch finde ich die Idee ziemlich genial: Auf der einen Seite sieht man, was mit Computern und den richtigen Kenntnissen möglich gemacht werden kann, auf der anderen Seite wird deutlich, wie leicht man manchmal zu manipulieren ist.


Fazit:

Ich habe mir nicht viel von Erebos erwartet, doch im Endeffekt war es ein spannender Lesegenuss - dennoch wies die Geschichte einige Schwächen auf.
Meine Bewertung: 3.5 von 5 Sternen.

Kommentare:

  1. Das Konzept von dem Buch klingt wirklich genial, auch wenn mich das Genre generell nicht so reizt. Aber irgendwie klingts schon sehr interessant .. ist halt doof, dass die Charaktere nicht "gut genug" ausgearbeitet sind :/

    Hmm danke, bald ist das Wochenende ja vorbei und ich kann mich wieder ein bisschen mehr der Freizeitbeschäftigung widmen :D Und ja das nervt total, dieses Gefühl vom Bloßgestellt-sein bei Referaten und so .. Aber ja, die 10 Minutne werden morgen auch irgendwie vorbei gehen :]

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  2. Danke für die Rezension. Es klingt spannend, aber für mich nicht nach einem Must-Read. Das liegt bei mir aber wahrscheinlich auch eher am Genre.

    "dass man mit dem Leben nur noch schwer aufhören kann." Schöner Verschreiber. ;D

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  3. @ Jule: Nein, ein Must-Read ist es nicht. Wenn man mal keinen anderen Lesestoff hat, kann man zu diesem Buch greifen, oder wenn einen das Thema wirklich interessiert. Ansonsten MUSS es aber nicht sein...

    Mwahaha, danke für die Korrektur. Das war wirklich ein toller Verschreiber xD

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